25. Oktober 2017, 15:30 Uhr

Brand in Petterweil

Nach Küchenbrand in Petterweil: Das Haus ist unbewohnbar

Eine Fettexplosion hat den Brand eines Wohnhauses in Petterweil am Dienstagabend ausgelöst. Verletzt wurde niemand, das Wohnhaus ist jedoch unbewohnbar.
25. Oktober 2017, 15:30 Uhr

Es ist ruhig an diesem Morgen in Petterweil. Doch verkohltes Mobiliar an der Berenger Straße neben dem Wohnhaus deutet darauf hin, was sich am Abend zuvor hier abgespielt hat.

Das Unglück nimmt ab kurz nach halb zehn seinen Lauf: In der Küche im ersten Obergeschoss brennt Öl, das der 28-jährige Bewohner laut Polizei und Feuerwehr mit Wasser zu löschen versucht. Dadurch entsteht eine Fettexplosion. Der Mieter verständigt die Feuerwehr, die mit dem Leitwagen und Stadtbrandinspektor Christian Becker rasch anrückt. Der Chef der Feuerwehren entscheidet sich dazu, sämtliche Karbener Feuerwehren zu alarmieren. Die rasen gegen 22 Uhr von überall heran durch Karben in Richtung Petterweil. Ihr Ziel: die Alte Haingasse 50. Es rücken auch der Bad Vilbeler Drehleiterwagen mit Besatzung sowie ein Wechsellader ebenfalls aus der Nachbarstadt an. Fast 100 Feuerwehrleute sind laut Becker am Dienstagabend im Einsatz.
 

 
Fotostrecke: Großeinsatz nach Küchenbrand in Petterweil

 

Löschangriff von zwei Seiten

 

Von zwei Seiten gehen die Brandschützer vor: vom normalen Hauseingang her und von der Seite von der Berenger Straße. Die Trupps schlagen die geschlossenen Rollläden herunter und steigen mit vollem Atemschutz durch die Fenster in die Wohnung. Von der anderen Seite kommen weitere Trupps durch die Wohnungstür. Laut Stadtbrandinspektor sind zehn Atemschutztrupps im Einsatz. Zwischendurch herrscht Unsicherheit, ob sich nicht doch noch ein bewusstloser Mensch im Dachgeschoss befindet. Jedoch stellt sich heraus, dass die Mieter der Dachgeschosswohnung im Urlaub sind. »Ich habe viermal jeden Winkel absuchen lassen, damit wir sichergehen, dass nicht noch Menschen im Haus sind«, erklärt Becker. Nach einer guten Stunde ist das Feuer gelöscht, danach wird die verkohlte Einrichtung aus dem Fenster geworfen, damit die Brandschützer mögliche Glutnester auffinden können.

Außer einem Feuerwehrmann, der leichte Kreislaufprobleme erleidet, wird niemand ernsthaft verletzt. Das Haus hat Becker für unbewohnbar erklärt. »Schadstoffe und Ruß lassen es nicht zu, dass sich Menschen dort aufhalten.« Nun liegen nicht nur die verbrannten Küchengeräte, sondern auch weiteres Mobiliar auf der Straße, mit einem rot-weißen Trassierband gesichert. Hin und wieder kommen Einwohner vorbei, sprechen kurz miteinander, schauen nach oben zum ersten Stock, wo die Fenster jetzt provisorisch verschlossen sind. Nachbarin Simone B. steht noch hörbar unter Schock. Sie wohnt im Nebenhaus und hat die Löscharbeiten verfolgt, wie Dutzende von Petterweilern. Natürlich kenne sie die Nachbarn, bei denen das Feuer ausbrach.

 

Kein Wasser in brennendes Fett

»Leider ist Wasser das falsche Löschmittel«, sagt Karbens Stadtbrandinspektor Christian Becker. Wenn sich Fett oder Öl beim Kochen entzünden, »auf keinen Fall mit Wasser löschen«, appelliert er. Vielmehr müsse der Brand erstickt werden. Aber verständlich sei es schon, dass viele es anders machen. »Denn meistens ist der Wasserhahn in der Nähe, und bei der Aufregung vergessen die meisten, dass man kein Wasser ins brennende Öl gießen darf.« Nur ein Tropfen Wasser in brennendes Öl gegossen, bringe 1700 Liter Wasserdampf. (pe)

»Dort wohnt ein Pärchen, wir haben hier eine nette Wohngemeinschaft«, sagt sie. Simone B. kennt auch den Kater der Nachbarn. »Der war gestern Abend unterwegs, das ist ein Freigänger.« Am Morgen nach dem Brand sei er hungrig wiedergekommen. »Ich habe ihm was zu fressen gegeben.« Dann hat die freundliche Nachbarin einen Zettel an den Briefkasten geklebt, auf dem sie mitteilt, dass sie das Tier versorgt habe. Um die Bewohner macht sie sich keine Sorgen. Die sind bei anderen Nachbarn sowie bei Verwandten untergekommen.

Wenig später trifft ein Sachverständiger der Polizei ein, von der Brandursachenermittlungsgruppe aus Friedberg. Er soll die Brandursache und die Schadenshöhe ermitteln, denn dazu konnten bislang noch keine Angaben gemacht werden. »Mehrere zehntausend Euro« dürften sich da laut Becker aber summieren. Übrigens: Die Gaststätte »Alt Petterweil« ist laut Becker nicht betroffen und kann wieder öffnen.

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