13. November 2018, 14:00 Uhr

Feuerwehr

Neubau wird greifbar

Die Pläne für ein neue Feuerwehrgerätehaus in Petterweil haben Fahrt aufgenommen. Das jetzige Gebäude ist zu eng, die Unfallkasse fordert dringend neue Räume.
13. November 2018, 14:00 Uhr

Beim Großbrand in der Hühnerstallanlage zwischen Kloppenheim und Dortelweil gehörten die Brandbekämpfer aus Petterweil zu den ersten, die vor Ort waren. Dabei ist schon das Ausrücken für sie gar nicht so einfach. Zum einen fehlen am Gerätehaus an der Schlossstraße Parkplätze für die Einsatzkräfte. Zum anderen ist es eng, wenn sich die Feuerwehrleute ihre Schutzkleidung anziehen: Die Spinde stehen an den Wänden der Fahrzeughalle, es bleibt daneben kaum Platz. Einfach die Fahrzeuge rausfahren, um Platz zu haben, geht auch nicht: Das Tor öffnet direkt an der Grenze zum Gehweg. Danach kommt die Straße. Stellfläche: Fehlanzeige.

Neufahrzeuge in jetziger Halle nicht zulässig

Nach und nach müssen in den nächsten Jahren neue Fahrzeuge angeschafft werden. Doch das lässt die Unfallkasse nicht zu, weil sich diverse Unfallverhütungsvorschriften im zu kleinen Gerätehaus nicht realisieren lassen (diese Zeitung berichtete). Ein neues Haus muss her. Die Situation ist seit fast einem Jahr klar – und sie hat die Feuerwehrleute selbst alarmiert. »Wir haben Arbeitsgruppen eingerichtet, um alles zu planen«, erklärt Vize-Wehrführer Thomas Pfeiffer.

In Bau- und Unfallverhütungs-Vorschriften haben sich die Freiwilligen eingearbeitet, ebenso in Architektursoftware. »Auch die DIN-Norm für den Bau von Feuerwehrhäusern.« Über Monate hinweg wurden Grundriss und Raumprogramm erarbeitet.

 

900 Quadratmeter Nutzfläche

In der Zwischenzeit suchte man im Rathaus nach einem Standort. Gebaut werden soll das Gerätehaus am Rand des künftigen Baugebiets am Südwestrand des Dorfes – direkt an der Sauberbornstraße gegenüber dem Gelände der Pferdehofs. Das neue Haus soll rund 900 Quadratmeter Nutzfläche bekommen, die Fahrzeughalle mehr als ein Drittel davon ausmachen. Sie soll in Zukunft vier statt drei Fahrzeuge fassen. Das viel zu kleine Gerätehaus an der Schlossstraße hat gerade einmal 274 Quadratmeter Nutzfläche.

Mit Balkon zum Üben

Nicht nur genug Platz für die Feuerwehrleute im Einsatzfall ist mit Umkleiden und Duschen vorgesehen. Schulungsräume und ein Büro im ersten Stock ergänzen das Raumangebot. Auch eine Terrasse ist hier vorgesehen. Natürlich auch, um »die Kameradschaft zu fördern«, erläutert Bürgermeister Guido Rahn (CDU). Wichtiger aber sei, dass der Außenbereich im Obergeschoss für Übungen mit Leitern genutzt werden kann. »So etwas haben wir in Karben noch nicht«, sagt Stadtbrandinspektor Christian Becker. »Wir können ja schlecht bei Privatleuten klingeln und dort den Balkon nutzen.«

Architekt setzt Ideen um

Die Ideen und Vorarbeiten der Feuerwehrleute hat Architekt Ulrich Felber aus Kloppenheim inzwischen in einem »ersten, groben Vorentwurf« vervollständigt. Eine solche Vorarbeit »habe ich auch noch nie erlebt«, lobt er die Feuerwehrleute. Aber fühlt sich Ulrich Felber angesichts schon halb fertig wirkender Pläne nicht in seiner Architektenehre gekränkt? Im Gegenteil, winkt der Baufachmann ab: »Wer weiß besser, was die Feuerwehr benötigt, als die Feuerwehr selbst?«.

 

Kosten: 1,5 Millionen Euro

 

In den kommenden Wochen muss Felber nun noch die Pläne vervollständigen. Auch die Grundstücksgröße muss noch festgelegt werden.

Mit grob geschätzt 1,5 Millionen Euro Baukosten rechnet der Bürgermeister. »Petterweil hat aber auch die zweitgrößte Stadtteilfeuerwehr in Karben«, erklärt der Wehrführer. 39 aktive Einsatzkräfte, eine große Jugend- und Kinderabteilung gibt es hier. »Wäre gut, wenn es überall so wäre«, sagt Rahn.

In neun bis zwölf Monaten will der Rathauschef die Pläne zur Baureife vorangetrieben haben. Ein weiteres Jahr lang dürften die Bauarbeiten dauern. Weihnachten 2020 könnte, läuft alles glatt, Einzugstermin sein. Christian Becker hört mit Staunen zu. »Dann komm ich als Weihnachtsmann verkleidet.«

 

 

Info

Zufahrt zur Kreisstraße

Entstehen wird das neue Petterweiler Feuerwehrhaus an der äußersten Nordostecke des Neubaugebiets, erklärt Bürgermeister Rahn. »Alles ist so geplant, dass das Gebäude selbst den Lärm vom Baugebiet abschirmt«, sagt Wehrführer Marcus Schuld. Die Aus- und Einfahrt der Einsatzfahrzeuge in die Halle erfolgt auf der dem Ort abgewandten Ostseite. Über eine direkte Zufahrt zur Kreisstraße rücken die Einsatzkräfte aus. »Zwei Drittel der Einsätze absolviert die Petterweiler Feuerwehr in den anderen Stadtteil«, sagt Rahn. Die Anfahrtswege werden kürzer. »Der Standort ist also taktisch klug.« (dpg)

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