28. Januar 2019, 14:00 Uhr

Taunusbrunnen-Umbau

Neue Ideen für alten Taunusbrunnen

Auf dem Gelände am alten Karbener Taunusbrunnen ist mächtig was los. Trotz eisiger Temperaturen werden die Wohnhäuser zwischen dem alten Mineralbrunnenbetrieb und der Brunnenstraße hochgezogen. Wer meint, die historischen Gebäude an der Bahnlinie seien vergessen, der irrt. Investor Bruno Kling hat viel vor, und ein Baubeginn steht dort unmittelbar bevor.
28. Januar 2019, 14:00 Uhr
Das alte Verwaltungsgebäude des Taunusbrunnens ist bereits eingerüstet. Eigentümer und Investor Bruno Kling will das denkmalgeschützte Gebäude komplett sanieren und dort eine Praxis oder Büros und zwei große Wohnungen bauen. (Fotos: pe)

W ährend andernorts wegen der Minustemperaturen die Bautätigkeiten ruhen, geht es an der Baustelle zwischen Brunnenstraße und Bahn weiter. Dort errichtet die Cosmo Projekte GmbH zehn Mehrfamilienhäuser mit 187 Wohnungen. Zudem baut sie einen Gebäuderiegel entlang der Landesstraße sowie einen Solitärbau an der Kreuzung von Landes- und Brunnenstraße.

Die GmbH setzt die Pläne der Karbener Gebrüder Norbert und Bruno Kling und des Friedberger Architekten Michael Frielinghaus um. Auffällig wird das höhere Solitärgebäude an der Kreuzung sein, denn es wird aussehen wie jenes, das gegenüber in der Neuen Mitte entsteht. »Das wird wie ein Tor für Karben wirken«, erklärt der Architekt.

Eher im Schatten des großen Wohnbauprojektes am Taunusbrunnen laufen die Arbeiten an den historischen Gebäuden. Allerdings ist Investor Bruno Kling hier auch schon einige Schritte weitergekommen. Das alte Pförtnerhaus am Eingang zum Areal hat er renovieren lassen. Bewohnbar sei das Haus am Wäldchen zum Jugendkulturzentrum derzeit aber noch nicht. »Wir müssen den kompletten Kanal neu verlegen, und das machen wir erst im Zusammenhang mit den Arbeiten für das Wohnquartier.«

Abstimmung mit Denkmalschutz

Wer die Allee hochfährt, landet vor dem ehemaligen Verwaltungsgebäudes des alten Mineralbrunnenbetriebs. Das präsentiert sich frisch eingerüstet. »Wir werden in Kürze dort mit den Bauarbeiten beginnen«, kündigt Kling an. Man sei hier wie bei den anderen Gebäuden der Anlage in enger Abstimmung mit dem Denkmalschutz des Kreises. Zurzeit fertigt eine Firma im Bayerischen Wald die Holzfenster für das sanierungsbedürftige Haus an. »Der Denkmalschutz möchte dort wieder Holzfernster haben.« Eine Karbener Firma wird sie im März einbauen.

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Die denkmalgeschützten Hallen des alten Taunusbrunnenbetriebes werden zurzeit eingerüstet.

Kurz bevor stehen auch die Arbeiten zur Errichtung von sieben Wohnungen rund ums alte Trafo-Häuschen. Links und rechts des Turms sollen jeweils drei Wohneinheiten entstehen, oben eine Penthouse-Wohnung. Die Maße für die beiden Bauten wurden bereits abgesteckt. Der historische Turm in der Mitte soll als Treppenhaus umgestaltet und mit einem Aufzug versehen werden. Die Außenfassade wird so gestaltet, dass sie optisch zu den alten Hallen gegenüber passt. »Wir werden die Gebäude natürlich nicht voll verklinkern, aber es werden sich Elemente von dort wiederfinden.« Bis zum Frühjahr 2020 will Kling mit diesen Bauten fertig sein.

Doch was passiert mit der alten Torpedo-Halle und der ehemaligen, dreischiffigen Abfüllhalle, den größten Gebäuden auf dem gesamten historischen Gelände? Für die alte Torpedo-Halle habe er einen Mieter gefunden, der »hochinteressiert« sei. Mit dem wolle er in diesen Tagen einen Vertrag schließen., Kling schwebt hier eine Oldtimer-Ausstellung und ein Oldtimer-Handel mit kleinen Events vor. Seine Pläne, in der angrenzenden Abfüllhalle größere Events zu veranstalten, musste er aufgeben - nicht zuletzt wegen der engen Parkplatzsituation im oberen Teil des Areals. Stattdessen favorisiert er nun die Einrichtung von »Loft-Häusern«: Wohnen und Arbeiten unter einem Dach.

Miet-Interessenten für Lofthäuser

Einen Interessenten aus der IT-Branche habe er auch schon gefunden. 1200 Quadratmeter im Erdgeschoss sowie 1500 Quadratmeter im Obergeschoss stünden für Bewohner von solchen Lofthäusern zur Verfügung. Kling sagt, er habe einige Anfragen nach Einrichtung einer Lagerhalle erhalten. »Das will ich dort aber nicht. Wir wollen stattdessen etwas Schönes, Wertiges machen«, sagt er. Die Kling-Baugruppe lässt sich bei den alten Hallen mehr Zeit. Das habe auch personelle Gründe, denn die Firma mit ihren 128 Angestellten und Arbeitern habe sehr viel zu tun. Und die notwendigen Fremdfirmen für Heizung, Sanitär und Elektro seien bei der angespannten Lage im Bausektor nicht so schnell zu bekommen.

Die Karbener Kling-Gruppe mit Bruno und Norbert Kling ist auch außerhalb Karbens aktiv. Ein Schwerpunkt ist die Sanierung und häufig Reaktivierung von denkmalgeschützen Gebäuden. So saniert das Unternehmen derzeit beispielsweise die alte Zehntscheune in Bad Nauheim, unmittelbar neben dem Rathaus. Hier bauen die Investoren neue Wohnungen. Ein größeres Projekt ist auch im Raum Gießen im Gange: Nur sieben Kilometer von der Stadt entfernt, in Biebertal, hat man ein 120 000 Quadratmeter großes Areal aufgekauft. Zusammen mit einem anderen Investor saniert man dort eine altes Rittergut und macht es zu einem Vier-Sterne-Hotel. Das Hofgut Schmitte hatte die Kling-Gruppe im Herbst vergangenen Jahres von einer siebenköpfigen Eigentümergemeinschaft erworben. »Weil die in aller Welt verstreut waren, hat es fast ein Jahr gedauert, bis der Kaufvertrag abgeschlossen werden konnte«, sagt Bruno Kling.

In Karben selbst hat man im Neubaugebiet Am Kalkofen sechs Häuser gebaut, zudem ist Kling derzeit an einem Objekt in Bergen-Enkheim aktiv. (pe)

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Projekte der Kling-Gruppe

Die Karbener Kling-Gruppe mit Bruno und Norbert Kling ist auch außerhalb Karbens aktiv. Ein Schwerpunkt ist die Sanierung und häufig Reaktivierung von denkmalgeschützen Gebäuden. So saniert das Unternehmen derzeit beispielsweise die alte Zehntscheune in Bad Nauheim, unmittelbar neben dem Rathaus. Hier bauen die Investoren neue Wohnungen. Ein größeres Projekt ist auch im Raum Gießen im Gange: Nur sieben Kilometer von der Stadt entfernt, in Biebertal, hat man ein 120 000 Quadratmeter großes Areal aufgekauft. Zusammen mit einem anderen Investor saniert man dort eine altes Rittergut und macht es zu einem Vier-Sterne-Hotel. Das Hofgut Schmitte hatte die Kling-Gruppe im Herbst vergangenen Jahres von einer siebenköpfigen Eigentümergemeinschaft erworben. »Weil die in aller Welt verstreut waren, hat es fast ein Jahr gedauert, bis der Kaufvertrag abgeschlossen werden konnte«, sagt Bruno Kling. In Karben selbst hat man im Neubaugebiet Am Kalkofen sechs Häuser gebaut, zudem ist Kling derzeit an einem Objekt in Bergen-Enkheim aktiv. (pe)

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