15. November 2018, 17:00 Uhr

Vilbeler DRK

Neues Domizil: Alles unter einem Dach

Das DRK Bad Vilbel möchte in Eigenregie ein neues Domizil bauen. Fahrzeughalle, Rettungswache und Seminarräume sollen an einem zentralen Ort entstehen. Doch dazu braucht das Rote Kreuz dreierlei: ein Grundstück, eine geänderte Satzung und den Segen des Kreisverbandes.
15. November 2018, 17:00 Uhr
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Von Holger Pegelow
Ein wenig Leben ist noch am alten, sanierungsbedürftigen Vilbeler DRK-Domizil in der Friedrich-Ebert-Straße. Aber der Ortsverein möchte ein neues, zentrales Gebäude. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. (Foto: pe)

An diesem Vormittag ist eine Menge los in der Friedrich-Ebert-Straße 34. Dort befindet sich das alte Heim des Bad Vilbeler Roten Kreuzes. Auf dem Hof werden Kleidersäcke in einen Container geladen, im Gebäude selber hält der Kreisverband Friedberg ein Seminar für Rot-Kreuz-Helfer ab. Das tut er mit einer Sondererlaubnis der Stadt, denn der gehört das Gebäude. Im Sommer hat das Rote Kreuz den in die Jahre gekommenen Bau an die Stadt zurückgegeben. Denn das aus den 1970er Jahren stammende Haus ist stark sanierungsbedürftig. Für die Rotkreuz-Vereinigung wäre die umfangreiche Sanierung finanziell nicht zu stemmen gewesen.

Die Rotkreuzler sind jetzt über die Stadt verteilt. Während in der Friedrich-Ebert-Straße noch das Kleiderlager ist, finden Seminare und Veranstaltungen der Ortsvereinigung im Marktpavillon in der Heinrich-Heine-Straße statt. Außerdem gibt es noch den Kleiderladen in der Landgrabenstraße und Garagen in der Friedberger Straße. »Wir sind eigentlich nirgendwo richtig zu Hause«, sagt Bereitschaftsführerin Silke Zuschlag, die den Kleiderladen in der Innenstadt leitet. Er ist angemietet. Die Verantwortlichen sind unzufrieden. »Unser Vereinsleben spielt sich zweimal die Woche dienstags abends und samstags nachmittags im Marktpavillon ab«, sagt der Bad Vilbeler Vereinsvorsitzende Karlheinz Weinert. Den Pavillon muss sich das DRK mit der Stadtkapelle und dem Akkordeon-Orchester teilen. »Für den Kleiderladen zahlen wir relativ viel Miete.«

Grundstück in Neubaugebiet

Das Vilbeler DRK mit seinen 800 Mitgliedern wünscht sich ein zentrales Domizil in verkehrsgünstiger Lage. Mit der Stadt sind Verhandlungen im Gange. Und die sind, wie Stadtsprecher Yannick Schwander sagt, »weit gediehen«. Die konkrete Adresse mag er zwar nicht mitteilen, »aber wenn man sagt, dass das Grundstück in einem Neubaugebiet liegt, wäre das gar nicht so verkehrt«. Angedacht ist, dass es im Besitz der Stadt bleibt und es in Erbpacht ans DRK geht. Weil dazu aber ein Vertrag geschlossen werden muss, bedarf es rechtlicher Voraussetzungen. Die sind bei einer Sitzung am Dienstagabend im Marktpavillon geschaffen worden. Dort beschloss eine breite Mehrheit, der Vorstand solle Vorbereitungen treffen zur Gründung eines Fördervereins. Ein solcher wäre statt dem Kreisverband Friedberg der Vertragspartner der Stadt Bad Vilbel. Ziel ist laut Weinert die Rechtsform eines eingetragenen Vereins. Damit könnten die Bad Vilbeler unabhängig vom Friedberger Kreisverband selbstständig und in eigener Verantwortung einen solchen Neubau stemmen.

Satzungsänderung beschlossen

Mit einer Satzungsänderung würde man auch den Realitäten mehr entsprechen. Schließlich müssten alle Ortsvereinigungen eine eigene Steuererklärung abgeben, und nicht nur der Kreisverband. Zudem würden alle Ortsvereinigungen auf ihre Gemeinnützigkeit hin geprüft. »Die Ortsvereine sind also eigene Steuersubjekte.«

Würde das so beschlossen und dass der Vorstand die Vereinsgeschäfte führt, wären die beiden formalen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Ortsverein einen großen Wurf verwirklichen könnte. Der »Traum« würde laut Weinert so aussehen: eine Halle mit drei Stellplätzen, ein großer, möglichst teilbarer Raum für Versammlungen, ein Raum für Bereitschaftsdienst, einer für das Jugendrotkreuz, »in dem auch mal was liegenbleiben könnte«. Hinzu kämen Duschen, Lagerräume und der Kleiderladen.

Stadt hat Hilfsbereitschaft signalisiert

Schlecht stehen die Chancen nicht, denn zumindest die Stadt hat Bereitschaft zur Hilfe signalisiert. »Die Verhandlungen um das Grundstück sind in der finalen Phase«, sagt Schwander. Es sei schon abgeklopft worden, dass das in der Kernstadt vorgesehene Grundstück und dessen Nutzung mit dem Bebauungsplan und dem Regionalen Flächennutzungsplan zulässig sei. Schwander: »Nun bauchen wir beim DRK nur einen Vertragspartner.« Ob der kommt, hängt vom Kreisverband ab. Der muss die beschlossene Satzungsänderung genehmigen, nach der der Vorstand der Ortsvereinigung auch die Geschäfte führt. Dass das Vilbeler DRK ein eingetragener Verein wird, hat der Kreisverband bisher abgelehnt. »Jetzt schauen wir mal, wie man in Friedberg den jüngsten Beschluss bewertet«, sagt Weinert.

Info

Neu bauen statt sanieren

Im Oktober 2016 hatte das DRK sein angestammtes Domizil, in dem es mehr als viereinhalb Jahrzehnte zu Hause war, aufgeben müssen. Denn der Starkregen, der in jenem Jahr fiel, hatte zu einer Überschwemmung des Kellergeschosses des in Hanglage liegenden Anwesens geführt. Zwar wurde der Schimmel beseitigt, der Sanierungsbedarf blieb dennoch hoch. So hoch, dass weder Kreis- noch Ortsverein das Geld dafür aufbringen wollten. Die Vilbeler Rotkreuzler wollen das Geld lieber in einen Neubau stecken. (pe)



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