28. September 2018, 19:13 Uhr

»Neurosige Zeiten«

Regisseur Bernd Pliquett probt mit elf Darstellern der Theatergruppe der SKG Okarben intensiv ein neues Stück: »Neurosige Zeiten«, eine irre Komödie in drei Akten, steht im Oktober auf dem Spielplan im Bürgerhaus.
28. September 2018, 19:13 Uhr
Das sind die SKG-Akteure auf und hinter der Bühne.

D ie in Mainz lebende Journalistin und Autorin Winnie Abel hat das Stück »Neurosige Zeiten« für Amateurtheaterensembles geschrieben. Die Story spielt in einer »skurrilen Psychiatrie-Wohngruppe«. Verstärkt wird das ambitionierte Okärber Laienschauspielerensemble erstmals durch Michelle Domesle, die eine Ausbildung zur Erzieherin inklusive Theaterpädagogik macht.

Die Komödie ist reich an Irrungen, Wirrungen und Verwechslungen. Ort der Handlung ist eine »Irrenanstalt«. Wie empfängt man Besuch in einer Psychiatrie, ohne dass die Besucherin merkt, dass sie in einer »Klapsmühle« ist? Vor dieser Herausforderung steht Agnes Adolon (Anette Pliquett), sexsüchtige Tochter einer reichen Hoteliersfamilie. Spontan hat ihre Mutter Cécile Adolon (Martina Bergbauer) sich zum Besuch angemeldet. Sie glaubt, dass ihre in der Pharmaindustrie erfolgreiche Tochter Agnes in einer Villa residiert. Auf die Idee, dass sie in einer skurrilen Wohngruppe in der Psychiatrie lebt, kommt sie nicht.

Skurrile Verwechslungen

Agnes bittet ihre mit alltäglichen Neurosen, Ticks und Spleens, Störungen und Leiden behafteten Mitbewohner, ihrer Mutter gegenüber »wie ganz normale Menschen« aufzutreten. Als dann noch die etwas hysterische Tupperwarenverkäuferin Herta (Marie Luise Bienstock) in der Wohngruppe auftaucht und für Agnes’ Mutter gehalten wird, nimmt das wahnwitzige Verwechslungsspiel Fahrt auf. Der zwangsneurotische Finanzbeamte Hans (Carl-Benett Bienstock) mimt den langjährigen Lebenspartner. Die Stalkerin und Volksmusikliebhaberin Marianne (Maria de Rosa) wird als Villen-Haushälterin ausgegeben, die manisch-depressive Malerin Desirée (Nuska Fitzner) wird zur Freundin des Hauses erklärt und die menschenscheue, stotternde Waltraud (Ulrike Groh) tritt als Hausmeisterin auf. Ein Vorhaben, das scheitern muss. Doch es kommt noch schlimmer, denn weitere unerwartete Besucher tauchen in der Wohngruppe auf. Zu ihnen gehören die Psychiaterin Dr. Dr. Ilse Schanz (Michelle Domesle), der Volksmusikstar Hardi Hammer (Michael Neugebauer), der leidenschaftliche, aber alle Bewohner nervende Beschäftigungstherapeut Rolf (Alexander Farr) und die auf eine spannende Story und knackige Schlagzeile witternde Bild-Reporterin Fritzi (Denise Pliquett).

Das Publikum darf gespannt darauf sein, zu welch skurrilen Blüten die Macken, Verwechslungen und ungewollten Bekanntschaften beider Gruppen führen.

Nur noch ab und zu korrigierend eingreifen müssen Regisseur Pliquett sowie die Souffleusen Christa Kunkel und Helga Lenhardt. Die Techniker Oliver Pentzel und Sebastian Sprater feilen an Nuancen. Bühnenbildner Franjo Obermann und sein Team sind fertig mit ihrer Arbeit.

Und das Ensemble? Es hat offensichtlich großen Spaß an der turbulenten Handlung und seinen unterschiedlichen Rollen. Spannend ist es, zu sehen, wie sich »Normalität« und Wahnsinn in einzelnen Szenen immer wieder miteinander verweben. Die Herausforderungen sind groß. Eine Tote zu spielen ist nicht einfach, vor allem dann, wenn ihre Mitspieler sie temperamentvoll vom Sofa heben und dabei lachen. Was natürlich nicht sein darf.

Jetzt wünschen sich alle nur noch, dass die gute Laune der Bewohner aus der Okärber »Klappsmühle« bei den vier Vorstellungen auf die Zuschauer überspringt.

Theaterspielen hat bei der SKG Okarben Tradition. Gegründet wurde die Theatergruppe »Der Spiegel« bereits 1920. Spartenleiter Theater sind Marie-Luise Bienstock und Andreas Czuba, das Kinder- und Jugendtheater leitet Andreas Czuba.

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