04. Juni 2018, 20:52 Uhr

Opulentes Bühnenspektakel

04. Juni 2018, 20:52 Uhr
Andrea Matthias Pagani als Zaza (l.) und Norbert Wendel als Georges spielen die Hauptrollen in dem Musical »Ein Käfig voller Narren«.

Der Song ist berühmt: »I am, what I am.« Häufig wird er Gloria Gaynor oder Shirley Bassey zugeordnet, nicht aber dem weltberühmtem Musical »Ein Käfig voller Narren«. Dieses Lied und viele weitere sind ab 14. Juni bei den Burgfestspielen zu hören und zu sehen. Dafür laufen die Proben gerade auf Hochtouren.

Regisseur Benedikt Borrmann bezeichnet das Musical als »hinreißende Boulevardkomödie«. Das Stück sei berühmt für seine üppige Ausstattung mit Federn und Boas. Das klingt nach Revue – und das ist es auch. Schon das Bühnenbild verheißt Besonderes. Pia Oertel hat es entworfen und dabei einen ebenso gewagten wie cleveren Mittelpunkt geschaffen: einen begehbaren Stöckelschuh. Das riesige Teil sieht von vorne aus wie eine Treppe, von der Seite wie ein Schuh, und wenn es sich öffnet, kommt dahinter die üppige Garderobe von Albin bzw. Zaza hervor, einer der beiden Hauptfiguren des »Narrenkäfigs«. Intendant Claus-Günther Kunzmann betont, dass man hier erstmals eine Stahlkonstruktion verwende. Der »Schuh« muss nämlich so stabil sein, dass sich ein gutes Dutzend Tänzerinnen und Tänzer darauf bewegen können.

Es wird noch einen zweiten Schuh auf der Bühne geben: Er wird etwas schräg stehen und auch Plattform für Schauspieler und Tänzer sein. »Wir sind gerade dabei auszuprobieren, wie schräg dieser Schuh stehen darf«, sagt Bühnenbildnerin Oertel. Mit zur üppigen Ausstattung dieses Musicals gehören auch drei große Kronleuchter und diverse andere Utensilien.

Auch politischer Anspruch

Und natürlich die Kostüme, für die in bewährter Weise Anja Müller verantwortlich zeichnet, die nach eigenen Angaben mittlerweile einen »ganzen Fundus an Sachen« in die Scheune gegenüber der Wasserburg schaffen ließ. »Die Kostüme«, sagt Kunzmann, »sind diesmal ein vergleichsweise großer Akt«.

Das Musical bezeichnet er als »Mischung aus bester Unterhaltung und einer Geschichte, die den Abend trägt.« Da ist er sich mit Regisseur Borrmann einig, denn das Stück hat für ihn auch einen politischen Anspruch: »Es ruft zu Toleranz auf.«

Das muss man so sehen, denn es geht um Toleranz gegenüber homosexuellen Menschen. Im Mittelpunkt des Musicals stehen Albin/Zaza, hier verkörpert von Andrea Matthias Pagani, und George (Norbert Wendel). Das Paar führt einen Club in St. Tropez, in dem Albin als Travestie-Star Zaza Erfolge feiert. Der gemeinsam erzogene Sohn Georges, Jean-Michel, der aus einer kurzen Liaison mit einer Frau stammt, hat sich ausgerechnet in die Tochter des erzkonservativen Politikers verliebt und will sie heiraten. Als die zukünftigen Schwiegereltern Jean-Michels Vater kennenlernen wollen, wird es problematisch. George spielt den Eltern der Verlobten eine traditionelle Familie vor. Jetzt geht es darum, alle verdächtigen Hinweise aufs Homosexuelle und auf den Club gut zu verstecken. Ob das wohl gelingt?

Andrea Matthias Pagani, bekannt unter anderem aus dem Stadttheater in Gießen, spielt den Albin bzw. den Travestie-Künstler Zaza, Norbert Wendel den George. Für die Musik zeichnet Markus Höller verantwortlich. Er hat eine siebenköpfige Live-Band zusammengestellt in der Besetzung Bass, Schlagzeug, zwei Keyboards, Posaune, Reed und Trompete. Auf »schwülstige Streicher« habe er verzichtet. Stattdessen solle musikalisch eine »flotte Clubatmosphäre« erzeugt werden. Wie sich das anhört, können die Festspielbesucher ab 14. Juni erleben.

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