30. April 2019, 11:00 Uhr

Wie in Altenstadt

Petterweiler Kita soll Altenheim werden

Aus der städtischen Kita in Petterweil soll ein kleines Seniorenzentrum mit Tagespflege und einer Wohngruppe für Demenzkranke werden. Dabei hat eine Einrichtung in Altenstadt Pate gestanden.
30. April 2019, 11:00 Uhr
Das Gebäude der jetzigen Kita soll einen Anbau erhalten und zu einer kleinen dezentralen Senioreneinrichtung werden. (Foto: pe)

Montags bis freitags gehört die städtische Kita nahe dem Albert-Schäfer-Bürgerhaus den Kindern. Das ist seit 1972 so. Der Kindergarten steht etwas versteckt im Ortskern von Petterweil. Rund 100 Betreuungsplätze stehen aktuell zur Verfügung. Und eigentlich hat es in den vergangenen Jahren keinen Anlass gegeben, über die Nutzung dieses Gebäudes nachzudenken. Bis die Stadt aufgrund der enormen Nachfrage nach Wohnungen auf die Idee kam, am Ortseingang entlang der Kreisstraße ein neues Baugebiet auszuweisen. Das heißt auch: Neue Familien ziehen nach Petterweil. Und Kinder brauchen Kita-Plätze. Da die jetzige Kita nicht mehr erweiterbar ist, will die Stadt im Neubaugebiet neben der künftigen Feuerwehr eine neue Kindertagesstätte bauen. »Dann hätten wir alle Kinder zentral in einer Kita«, sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU), der Überlegungen aus anderen Fraktionen für eine Dependance nahe der jetzigen Kita eine Absage erteilt.

Würden Kinder und Erzieherinnen aus der Pfarrer-Flick-Straße ausziehen, stünden die Räume leer. »Im Zuge dieser Überlegungen kam in der Verwaltung die Idee auf, dort eine kleine Senioreneinrichtung mit Tagespflege und einer Wohngruppe für Demenzkranke unterzubringen«, sagt Rahn. Eine solche Einrichtung ist für Petterweil schon länger angedacht, denn hier leben mehr hochbetagte Menschen als in anderen Stadtteilen. Zumal es in Klein-Karben das Johanniter-Stift und im Stadtzentrum das ASB-Altenzentrum mit Tagespflegeplätzen gibt.

Der Arbeiter-Samariter-Bund war es auch, der im Sommer vergangenen Jahres seine Ideen für eine solche Wohngruppe im Ortsbeirat vorgestellt hatte. Allerdings war diese noch auf dem Gelände an der Riedmühlstraße angedacht. »Diesen Standort haben wir verworfen, weil die Senioren dort ständig bergauf laufen müssten.« Deshalb auch die Idee, diese in der Mitte des Stadtteils anzusiedeln. »Wir stellen uns eine kleine Wohngruppe mit vielleicht zehn bis zwölf Plätzen für Demenzerkrankte vor«, sagt Rahn.

Als Beispiel nennt er die Einrichtung in Altenstadt. Dort hat der Samariter-Bund im August 2018 eine Wohngruppe eröffnet, die in Petterweil in ähnlicher Weise entstehen soll. Seitens des ASB heißt es dazu: »Das Leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft kann dementiell erkrankte Menschen darin unterstützen, ihre Fähigkeiten und damit ihre Lebensfreude zu erhalten. In unserer familienähnlichen Wohngemeinschaft unterstützen und fördern wir Demenzerkrankte. Die Betroffenen leben in unserem Haus zusammen und werden rund um die Uhr von einem ambulanten Pflege- und Betreuungsteam mit den notwendigen Leistungen versorgt. Unsere Wohngemeinschaft verfügt über insgesamt 12 Plätze. Jeder Mieter hat ein eigenes Zimmer, das individuell eingerichtet und gestaltet werden kann. Moderne und funktionale Gemeinschaftsräume laden zum Austausch und Kontakt ein.«

Seniorenbeirat dafür

»Wir haben uns die Einrichtung in Altenstadt schon mal angeschaut«, sagt Rahn gegenüber dieser Zeitung. Die Pläne, so etwas auch in Petterweil einzurichten, werde man weiter verfolgen. Das Gelände an der Pfarrer-Flick-Straße sei dafür groß genug und geeignet. Wenn die Kita ausgezogen sein wird, will die Stadt deren Räume renovieren, damit sie als Tagespflege dienen können. Zudem soll es auf dem angrenzenden Spielplatz einen kleinen Anbau für maximal zwölf Bewohner geben. Rahn: »Der Trend geht zu kleineren Senioreneinrichtungen. Die sind auch uns lieber als eine riesige Einrichtung, in der es auch anonymer zugeht. «

Der Idee, aus der Petterweiler Kita eine Senioreneinrichtung zu machen, kann der Vorsitzende des Karbener Seniorenbeirates, Horst Preißer, einiges abgewinnen. »Die Einrichtung läge sehr zentral, die Bewohner hätten maximal 300 Meter zur Apotheke, zur Kirche und zu anderen Einrichtungen.« Den Bedarf für eine solche Einrichtung hält Preißer allemal für gegeben. Schon jetzt seien 28 Prozent der rund 3600 Einwohner älter als 65 Jahre. »Die Quote wird noch deutlich steigen«, prognostiziert er.

Einziger Wermutstropfen des Standortes wäre dessen spätere Fertigstellung gegenüber des zunächst angedachten Neubaus an der Riedmühlstraße. Dort wäre solche Tagespflege und eine Wohngruppe ein Jahr früher zu realisieren. Auf jeden Fall werde der Seniorenbeirat diese Idee intensiv weiterdiskutieren. »Für unsere nächste Sitzung habe ich es schon mal auf die Tagesordnung genommen.«

Schlagworte in diesem Artikel

  • Altenstadt
  • Arbeiter-Samariter-Bund
  • CDU
  • Demenzkranke
  • Einrichtungen
  • Einrichtungen und Organisationen für Senioren
  • Guido Rahn
  • Kindertagesstätten
  • Petterweil
  • Seniorenheime
  • Seniorenzentren
  • Tagespflege
  • Wohngemeinschaften
  • Karben-Petterweil
  • Holger Pegelow
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 2 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.