27. Juli 2017, 07:00 Uhr

Vertragsende

Pizzeria-Pächter bleiben in Karben

Ihr Pachtvertrag wird nicht verlängert. Francesco und Neda Bruno, Giovanni Selmani und die sechs Mitarbeiter des Ristorante Pizzeria Roma im Karbener Bürgerzentrum sind wütend.
27. Juli 2017, 07:00 Uhr
Die Pächter Francesco und Neda Bruno müssen am 31. Dezember ihre Pizzeria Roma im Bürgerzentrum schließen. (Foto:cf)

Die drei Pächter des Ristorante Pizzeria Roma sind enttäuscht von Bürgermeisters Guido Rahn und Erstem Stadtrat Friedrich Schwaab. Wie die WZ berichtete, hatte die Stadt im April mitgeteilt, dass die Pachtverträge für die »Bürgerstube« in Okarben und die »Rathausstube« neu ausgeschrieben werden. Begründet haben die Vertreter der Stadt diese Maßnahme unter anderem mit einer Anhebung des Pachtzinses und dem Wunsch nach einem »kreativeren« gastronomischen Angebot. Signalisiert wurde den beiden langjährigen Pächtern, dass sie sich am Auswahlverfahren beim städtischen Eigenbetrieb Kommunales Immobilienmanagement (KIM) beteiligen könnten. Dies haben beide getan – mit unterschiedlichem Ausgang.

So erhielt der Pächter der Okärber Bürgerstube Mladen Billege vor Ablauf der Bewerbungsfrist eine Zusage für einen neuen Pachtvertrag, wie Fancesco Bruno mitteilt. Ihm teilte der Aufsichtsrat der KIM offiziell vor zwei Wochen in einem Schreiben mit, dass er keinen neuen Vertrag erhalte. »Wir wussten wie viele Karbener Bürger von dieser Entscheidung bereits durch Indiskretion von städtischen Mitarbeitern vor der offiziellen Bekanntgabe. Auch, dass die Entscheidung der KIM zugunsten von Anja und Stefan Kohler, zurzeit Pächter des Quellenhofes, gefallen ist. Ich finde es nicht korrekt, wie die Stadt uns nach so vielen Jahren guter Zusammenarbeit behandelt«, sagt Bruno. Und er fügt hinzu: »Unser Konzept ist seit Jahren erfolgreich, kommt bei unseren Gästen seit zehn Jahren bestens an. Warum sollten wir ein solches Konzept ändern?« Bei der Entscheidung gegen sie als Pächter handelt es sich nach Ansicht der drei Italiener um ein »abgekartetes Spiel«. »Wir mussten uns für unser eigenes Ristorante neu bewerben.« Neda Bruno sagt: »Wir haben trotz dieser unverständlichen Forderung eine Bewerbung abgegeben, um hier bleiben zu können. Ich finde, dass es eine Frechheit ist, uns als die Bösen in der Öffentlichkeit darzustellen. Wir sind die ersten Pächter, die schuldenfrei aus diesem Lokal rausgehen. Wir haben die Räume nicht renoviert und unaufgeräumt übernommen.« Francesco Bruno ärgert sich: »Zudem haben wir seit Jahren die Stadt gebeten, dringende notwendige Renovierungen durchzuführen und neues Mobiliar anzuschaffen. Wir haben sogar signalisiert, uns an den Kosten trotz Mieterhöhung zu beteiligen. Jetzt gibt die Stadt bekannt, dass sie vor dem Einzug der neuen Pächter aktiv wird.«

Verwundert ist Giovanni Selmani darüber, dass die Stadt den Arbeitsplatzverlust ihrer sechs Mitarbeiter, die wegen ihrer Stellen nach Karben gezogen seien, billigend in Kauf nehme. Neda Bruno sagt, im Nachhinein seien sie froh, dass sie außer in die Sanierung der Terrasse keinen Cent in das Lokal investiert haben.

»Am 31. Dezember begrüßen wir unsere Gäste zum letzten Mal hier«, sagt Francesco Bruno. Zurzeit steht das Trio in Verhandlungen für ein neues Lokal in der Nähe. »Es ist etwas kleiner, hat einen Außenbereich und Parkplätze für unsere Gäste.«

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