20. August 2019, 19:32 Uhr

Bezirkstierschau

So lief die Tierschau auf dem Bad Vilbeler Markt

Zum 64. Mal begleitete am Dienstag die Bezirkstierschau das Marktgeschehen in Bad Vilbel. Dieses »Richten« der Tiere hat eine wichtige Funktion für die Betriebe.
20. August 2019, 19:32 Uhr

Wild sehen sie aus, die drei Highlander, die in den Ring geführt werden. Die zotteligen Bullen haben lange Mähnen - »langes Oberhaar«, wie der Fachmann sagt. Darunter tragen sie dichtes Unterhaar, das sie gegen Wind und Wetter schützt. Zahlreiche Zuschauer stehen rund um die Wiese bei der Tierschau auf dem Bad Vilbeler Markt und bestaunen die großen Tiere. Landesbetriebs-Zuchtleiter und Juror Jost Grünhaupt stellt diese am Mikrofon vor: »Hier haben wir sozusagen die B-Jugend. Die Bullen sind noch nicht alt, erst mit etwa viereinhalb Jahren sind sie ausgewachsen«, erklärt er.

Rund 750 Kilogramm wiegt ein ausgewachsener Highland-Bulle. Grünhaupt spricht über die drei Tiere und erläutert den Besuchern die Biologie der Bullen. Dann führen die Besitzer sie wieder aus dem Ring. Grünhaupt hat jetzt kurz Pause. »Ich bewerte grundsätzlich nur Rinder. Das mache ich bei Veranstaltungen wie diesen, aber auch in Betrieben. Ich helfe Landwirten in Zuchtfragen und agiere auch als Vermarktungsberater«, sagt er während mehrere Kühe auf die große Wiese vor ihm geführt werden.

Preisträger sofort klar

Doch was muss ein Rind mitbringen, um in Bad Vilbel den ersten Preis abräumen zu können? »Der Körperbau muss erstmal korrekt sein. Gute Beinstellung, gute Bewegungsabläufe, Museklaufbau«, zählt der Preisrichter auf. »Dann gibt es gewisse Merkmale, die die jeweilige Rasse des Rindes besonders machen. Auf diese achte ich auch besonders.«

Welche Kuh den ersten Preis gewinnen wird, weiß Grünhaupt sofort. Eine braune Kuh mit der Nummer 13 auf dem Rücken. »Der Rücken ist gerade, das Becken ist leicht geneigt. Die Kuh hat eine tolle Entwicklung hinter sich und setzt heute wirklich einen Maßstab«, erkennt Grünhaupt an. Das Bewerten der Tiere hat eine lange Tradition und für die Betriebe eine wichtige Funktion. Denn gerade in früheren Zeiten, konnten sich Bauern sicher sein, dass die Tiere, die den Maßstäben der Richter entsprachen, beste Gesundheit hatten und sich zur Züchtung somit gut eigneten. »Auch heute ist es für die Besitzer noch wichtig, so zu erfahren, wie lang ein Tier wohl im Bestand bleiben wird.« Gewinnerkuh »Soffi« kommt aus einer echten Sieger-Familie. Ihr Vater ist schließlich schon zum Landes-Champion gekürt worden, berichtet Grünhaupt dem Publikum.

Große Resonanz

Rund um die großen Wiesen an der Nidda, auf denen die Tiere bewertet werden, ist noch mehr zu sehen. Vor allem Kinder erfreuen sich an den Kleintieren, vor allem die Kaninchen haben es den Kleinen angetan. Zahlreiche Marktbesucher strömen über den benachbarten Markt der Direktvermarkter. Dort präsentieren sich Wetterauer Lebensmittelunternehmen und Betriebe und auch der Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises.

»Wir wollen heute das Bewusstsein für Landwirtschaft und Bauernhöfe stärken«, sagt Silvia Bickel. Gras, Stroh und Mais liegen vor ihr in zwei großen Kisten. Besucher müssen ertasten, worum es sich handelt. Etwas erhöht über dem Geschehen sitzen einige Mitglieder der Preis-Jury, wälzen in Papieren hin und her, die die Daten der Tiere enthalten. Es werden Zettel gereicht, abgegeben und Uhrzeiten hin und her gerufen.

Auch Bürgermeister Thomas Stöhr (CDU) hat sich in das Jury-Zelt begeben. Er freue sich in jedem Jahr erneut auf das besondere Event, erzählt er: »Es ist einzigartig, wie damit diese schöne Tradition erhalten wird und das ist eine wichtige Aufgabe, die sich die Verantwortlichen jedes Jahr stellen«, findet er. »Die Resonanz auf die Bezirkstierschau ist immer enorm.«

Partnerschaft zu Brotterode soll gestärkt werden

Bürgermeister Stöhr begleitet an diesem Vormittag einen besonderen Gast über den Viehmarkt: »Ich habe heute den Bürgermeister von Brotterode in Thüringen bei mir«, erklärt er. Erst seit knapp drei Monaten ist Kay Goßmann im Amt. Er und Stöhr würden die bestehende Partnerschaft zwischen Brotterode und Bad Vilbel gerne wieder stärker beleben, sagt er und zeigt sich beeindruckt von dem großen Volksfest in der Quellenstadt: »Eine landwirtschaftliche Ausstellung in so einem Ballungsraum hätte ich nicht vermutet. Ich komme selbst aus einer Region, in der man weiß, wie gefeiert wird, und ich finde es schön zu sehen, dass das in der Partnerstadt genauso ist«, erklärt er.

Zwei Ruhetage folgen

Zum 64. Mal fand die Bezirkstierschau im Rahmen des Bad Vilbeler Marktes statt. Diesen gibt es bereits seit 199 Jahren. Am heutigen Mittwoch und dem morgigen Donnerstag gönnen die Verantwortlichen dem Markt aber traditionell zwei Tage Ruhe. Am Freitag geht es weiter unter anderem mit dem Seniorennachmittag ab 14.30 Uhr in der Festhalle Hausmann. Das große Abschlussfeuerwerk steigt am Sonntag ab etwa 22 Uhr.

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