10. November 2019, 19:16 Uhr

»Strompreis würde massiv steigen«

10. November 2019, 19:16 Uhr

Unendlich sei die Energie, die aus der Sonne gewonnen werden könne, argumentieren die Ökostrom-Befürworter, wann immer es um die Sonnenenergie geht. Dabei hört man oft das Argument: Die Sonnenenergie gebe es umsonst. Diese vermeintlich kostenfreie Energie solle die Stadt auf den Dächern ihrer Gebäude und auf dem Tiefgaragendach der künftigen Stadthalle neben dem Kurhaus nutzen. Gleich zwei Anträge brachte Clemens Breest für die Grünen in der jüngsten Sitzung des Planungs-, Bau- und Umweltausschusses ein. Die Stadt besitze über 70 Gebäude. Würde überall ein Solardach draufgesetzt, könnte man so viel Energie herausholen, wie die Büchereibrücke verbrauche, rechnete er vor.

Die Dachflächen sollen auf die Möglichkeit oder Voraussetzungen für die Installation von Photovoltaik-Anlagen überprüft werden, heißt es in dem Antrag. Im extra Antrag zur Stadthalle wird gefordert, der Magistrat solle die zu erwartende Solarenergie auf der Dachfläche der derzeit im Bau befindlichen Stadthalle für den Betrieb der Halle nutzen.

Das neue Gebäude werde einen beachtlichen Energiebedarf haben, so die Grünen. Gleichzeitig verfüge die Stadthalle mit einer Dachfläche im Umfang des damaligen City-parkplatzes über ein erhebliches Solarenergie-Potenzial.

Liegenschaftsdezernent Klaus Minkel (CDU) entgegnete, im Wertachtal verfüge man über Solaranlagen von 650 000 Quadratmetern. »Das ist so groß wie 90 Fußballfelder.« Man habe dort über 50 Millionen Euro investiert, um 75 Millionen Kilowattstunden Solarstrom zu erzeugen. »Die Anlage dort hat den Vorteil, dass wir eine Einspeisevergütung von 4,5 Cent bekommen. Das ist ein Spitzenwert.«

Würde man in Bad Vilbel eine Reihe kleiner Solaranlagen bauen, wäre das schlecht für Geringverdiener. »Dann würde der Strompreis für die Bad Vilbeler massiv steigen.« Minkel wies die Ansicht zurück, dass der Solarstrom kostenfrei sei. »Das ist grober Unfug.« Denn um die Energie der Sonne wirklich nutzen zu können, müsse man sehr viel Geld in die Anlagen investieren.

Minkel lehnte die Installation einer Solaranlage auf dem Tiefgaragendach der Stadthalle ab. Die Photovoltaikanlage nehme viel Wärme auf und speichere sie. Von dem Dach würde eine intensive Wärmeabstrahlung ausgehen. Das werde durch die geplante extensive Begründung des Daches vermieden.

Begrünung hat Vorteile

Der CDU-Mann Andreas Cleve wies die Forderungen der Grünen zurück. Eine Prüfung der Dächer müsste fachgerecht erfolgen und würde enorme Kosten verursachen. Was die Stadthalle angehe, so sei in der Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossen worden, auf den Gebäuden eine extensive Begrünung vorzunehmen. Damit wolle man auch Vögeln und Bienen in diesem Teil des Kurparks einen Lebensraum geben. Ähnlich argumentierte Erster Stadtrat Sebastian Wysocki. In Richtung Grüne meinte er, was die Fraktion wolle, sei »vertiefte Ingenieursplanung«. Das sei ein riesiges Verwaltungsprojekt. Zudem verfügten einige städtische Objekte bereits über Solaranlagen, wie etwa die Dreifeld-Sporthalle an der Saalburgstraße, das Vereinsheim in Dortelweil, die Sporthalle auf dem Heilsberg und die Europäische Schule. FDP-Stadtverordneter Jörg-Uwe Hahn sagte, er sei im Vorstand der WV Energie AG, man befasse sich zu 50 Prozent mit der Solarenergie. »Ihre Belehrungen haben wir nicht nötig.« Die Planung der Stadthalle seien längst abgeschlossen. »Da können und wollen wir nichts mehr ändern.«

Bei der Schlussabstimmung votierten nur die Grünen für ihren Antrag, CDU, FDP und Freie Wähler stimmten mit nein, und selbst aus der SPD kam keine Unterstützung, deren Ausschussmitglieder enthielten sich.

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