31. März 2018, 12:00 Uhr

Teezubereitungsanlage

Teeküche in der Saftfabrik

Wie ein Samowar sieht der silbern glänzende Kessel zwar nicht aus, aber dampfen kann er auch. Und Tee aufbrühen allemal. Bei »Rapp’s« in Karben läuft seit Kurzem eine Teezubereitungsanlage. Das ist richtig exotisch zwischen all den Säften.
31. März 2018, 12:00 Uhr
Richtige Teesiebe und Sud im Deckel: Qualitätskontrolleurin Doreen Volkert am Ti-Teekessel. (Foto: pe)

Schon von Weitem duftet es nach frischem Tee. Und das in einer großen Halle und nicht in einer kleinen Teestube. Am Ende der Halle stehen zwei Kessel, die Deckel sind offen, im Innern sieht man einige Siebe. An der Unterseite der Deckel hängt der noch feuchte Teesud. »Sie sehen, hier wird richtiger Tee aufgebrüht«, zeigt Rapp’s-Geschäftsführer Volker Thoma und wedelt mit seiner Hand unter der Nase und atmet dabei tief ein. »Heute produzieren wir Rooibos-Tee«, ergänzt Doreen Volkert, die beim Karbener Unternehmen für Qualitätssicherung zuständig ist.

Zwei solcher Kessel, die rund 450 bis 500 Liter Tee fassen, sind bei »Rapp’s« an der Brunnenstraße Ende vergangenen, Anfang dieses Jahres installiert worden. Und dazu ein riesiger Behälter als Zwischenlager. Verbunden sind die drei Behälter mit zahlreichen Rohren. Die Behälter stammen aus dem Allgäu und gehörten bis Mitte vergangenen Jahres zur Radeberger-Gruppe. Der Tee, der darin produziert wird, ist bekannt unter dem Namen Ti. Und diese Firma, wie auch die berühmtere Bionade, sind von der Radeberger- im vergangenen Jahr an die Hassia-Gruppe verkauft worden.

Ohne Konservierungsstoffe

Eigentlich hatte die für ihr Bier bekannte Radeberger-Gruppe nur nach einer Produktionsstätte für die biologischen Erfrischungstees von Ti gesucht. Dabei war sie über Hassia auf den Karbener Safthersteller gestoßen. Der verfügt als einziges Unternehmen der gesamten Hassia-Gruppe über einen sogenannten Reinstraum, in dem Säfte in PET-Flaschen kalt-aseptisch abgefüllt werden können. Das ist gerade für Bioware wichtig, denn es dürfen zu Säften und Biotees keine Konservierungsstoffe hinzugefügt werden.

Da sich Radeberger aber auf Bier konzentrieren wollte, verkaufte es Bionade und Ti an die Hassia-Gruppe. »Deshalb sind wir inzwischen nicht nur Saftladen, sondern auch Teeküche.« Für das Karbener Unternehmen, beim Apfelsaft hessischer Marktführer, bringt die Ti-Tee-Produktion gleich zwei Vorteile, wie Thoma sagt: »Es stärkt unsere Kompetenz bei der Bioproduktion und hat die Mitarbeiterzahl ansteigen lassen.« Vor etwa vier Jahren habe man noch um 65 Mitarbeiter gehabt, heute seien es über 90.

Vier Bioteesorten

Dass vier Bioteesorten also in Karben abgefüllt werden, stärkt den Standort. Hier legt man auch Wert darauf, dass es sich »nicht um Eistee« handelt, der in die bauchigen PET-Flaschen läuft. Die meisten Eistees schmeckten nur nach Frucht und nach Zucker. Der »Rapp’s«-Geschäftsführer: »Hier schmeckt man aber wirklich den Tee.«

Info

Vier Sorten werden aufgebrüht

Stefan Müller, Geschäftsführer Marketing der Hassia-Gruppe, zu der die Bionade und die Ti-Erfrischungstees gehören, sagt. »Sie (die beiden Getränke, Anm. d. Red.) besitzen glaubwürdige, moderne, sehr gefragte und zukunftsorientierte Produktkonzepte. Hundert Prozent Bio und weniger Zucker stehen für zeitgemäßen Genuss.« In Karben werden im Auftrag der Hassia-Gruppe bei Rapp’s vier Sorten Erfrischungstees produziert: Rooibos-Tee mit Pfirsich, Schwarzer Tee mit Heidelbeere und Granatapfel, Pfefferminztee mit Brombeere und Grüner Tee mit Mango. (pe)

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