14. Mai 2018, 17:00 Uhr

Kita-Alternative

U 3 geht auch anders

Kita? Muss nicht sein. Das Mütter- und Familienzentrum in Burg-Gräfenrode macht auf die Alternative »Tagesmutter« aufmerksam – die dank Fördergeldern günstiger ist als früher.
14. Mai 2018, 17:00 Uhr
Stellen die Betreuung von Tagesmüttern als Kita-Alternative vor (hinten v. l.): Andrea Rosenberger, Gabriele Ratazzi-Stoll, Ingrid Lenz, Guido Rahn und Heike Herrmann.

An den Tischen im MüZe (Mütter- und Familienzentrum) in Burg-Gräfenrode sitzen am Morgen junge Frauen, die beim Kaffeeplausch ihre Säuglinge stillen. Dazwischen wuseln Kleinkinder herum. Die Akustik in dem gemütlichen Raum ist bestimmt von Stimmengewirr und Kinderquietschen. Es duftet nach Kaffee und Waffeln. Das Müttercafé ist ein willkommener Treffpunkt zum Erfahrungsaustausch und Kennenlernen.

Und doch ist an diesem Morgen nicht alles wie immer: An den Wänden hängen mehrere kunterbunte Bildcollagen, mit denen die Frauen der Kindertagespflege sich und ihr Betreuungsangebot vorstellen. Im Nebenraum sind einige von ihnen spielend mit ihren Schützlingen beschäftigt. Und dann mischen sich mit Bürgermeister Guido Rahn, Stadtverordnetenvorsteherin Ingrid Lenz und Andrea Rosenberger von der Familienförderung des Wetteraukreises noch ganz neue Gäste unters Volk.

 

Elf Tagesmütter und ein -vater

 

»Im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche, die vom Bundesverband für Kindertagespflege ausgerufen wurde, haben wir in diesem Jahr zum ersten Mal eine Ausstellung auf die Beine gestellt«, erklärt Organisatorin Gabriele Ratazzi-Stoll den Trubel. »Damit wollen wir unsere qualifizierten Betreuungsmöglichkeiten noch bekannter machen. Derzeit sind bei uns elf Tagesmütter und ein Tagesvater aktiv und voll ausgelastet.« Neun von ihnen empfangen die Kinder in ihren eigenen Wohnungen, zwei gehen als Kinderfrauen in die Haushalte der Erziehungsberechtigten.

Die Tagesmütter, die ihre eigenen Räume zur Verfügung stellen, verteilen sich auf die Stadtteile Klein-Karben, Groß-Karben, Burg-Gräfenrode, Okarben und Kloppenheim. Mit maximal fünf Plätzen sind die Gruppengrößen begrenzt, bieten zugleich aber ein familiennahes und individuelles Umfeld für die Kleinen.

 

»Die Nachfrage ist groß«

 

Edith Beerling-Sandmann steht zusammen mit ihrer Kollegin Ratazzi-Stoll allen Interessierten beratend zur Seite. »Es ist schön, dass die Nachfrage nach einem Betreuungsplatz für Kinder bis drei Jahre so groß ist«, sagt die Diplom-Pädagogin. »Wir müssen aber weiter dran bleiben, damit die Politik uns weiter unterstützt. Dazu dient auch diese Ausstellung. Durch die Fördergelder von Stadt und Kreis sind die Kosten, im Vergleich zu früher, erheblich gesunken.«

Anhand einer Tabelle kann man das überprüfen. Demnach zahlen zum Beispiel Eltern, deren Jahresbruttoeinkommen unter 30 000 Euro liegt, bei 45 wöchentlichen Betreuungsstunden 109 Euro im Monat.

 

Speziell eingerichtete Wohnung

 

Seit Monatsbeginn hat sich mit Sabrina Behnsen ein neues Gesicht zu den Karbener Tagesmüttern gesellt. Schon jetzt hat sie drei Plätze belegt. Der Liebe wegen sei sie von Köln nach Okarben gezogen, erzählt sie. Mit ihrer Kindertagespflege »Mandalis« setzt die gelernte Grafikerin das fort, was sie schon in Köln gemacht hat. »Für Kinder da zu sein, ist einfach ein Herzenswunsch von mir«, erzählt sie. »Das macht mich sehr glücklich. In Okarben habe ich eine nette Vermieterin gefunden, die meine Tätigkeit unterstützt. Meine Wohnung ist speziell für die Kinderbetreuung eingerichtet.«

Einen wichtigen Unterschied zur Großstadt habe sie gleich ausgemacht: Dort seien die in die Obhut von Tagesmüttern gegebenen Kinder jünger, die Eltern gingen früher wieder arbeiten. Das ist ein Trend, den Beerling-Sandmann allerdings auch für den ländlichen Raum sieht: »Da hat sich in den vergangenen zehn bis 20 Jahren vieles grundlegend verändert.«

Info

Pflegeerlaubnis erforderlich

Eltern wünschen sich für ihre Jüngsten qualitativ hochwertige Angebote in kleinen Gruppen. Die betreuenden Personen sollten verlässlich sein und eine familienähnliche Beziehung zum Kind aufbauen. Wichtig ist, dass die Tagesmütter und -väter Einfühlungsvermögen mitbringen, zuverlässig und belastbar sind. Um Kinder außerhalb der elterlichen Wohnung betreuen zu dürfen, ist eine Pflegeerlaubnis erforderlich, die beim örtlichen Jugendamt beantragt werden muss. Außerdem müssen Qualifizierungskurse (mindestens 160 Stunden) besucht werden. Ansprechpartner hierfür sind verschiedene Einrichtungen wie Jugendämter, Familienbildungsstätten, Volkshochschulen usw.

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