06. August 2019, 20:38 Uhr

Und plötzlich steht da der Regisseur

06. August 2019, 20:38 Uhr
Regisseur Martin Schreier (l.) überrascht Veranstalter Dennis di Rienzo und das Publikum beim Open-Air-Kino im Freibad, als er, nachdem sein Film gezeigt worden ist, auf die Bühne kommt. (Foto: eeb)

Es war kurz bevor der Film »Traumfabrik« im Bad Vilbeler Open-Air-Kino zu Ende ging, als Dennis di Rienzo aufgeregt nach vorne lief. Normalerweise steht er nach der Vorstellung beim Ausgang. »Wir haben einen Überraschungsgast, von dem keiner wusste, dass er kommt: Martin Schreier, der Regisseur der ›Traumfabrik‹ persönlich«, rief er.

Das gab es noch nie im Open-Air-Kino in Bad Vilbel, das immerhin schon seit 1993 jeden Sommer stattfindet. Ein Regisseur mit zahlreichen Auszeichnungen und internationalem Ruf möchte einfach mal so erleben, wie sein Film im Freibad in Bad Vilbel ankommt.»Ich bin Bad Homburger und dachte, ich schaue einmal vorbei. Ich wollte die Open-Air-Kino-Atmosphäre hier in Bad Vilbel mit meinem Film erleben«, meint Martin Schreier. Dennis di Rienzo: »Das war wirklich eine Überraschung. Die Securitys funkten mich an: ›Da will so ein großer Typ rein, ist das okay?‹« Und ob das okay war.

Martin Schreier erntete einen riesigen Applaus. Sein Film »Traumfabrik« ist seit 4. Juli im Kino und wird international veröffentlicht. Er spielt im Sommer 1961 in Berlin. Emil ist Komparse im DEFA-Studio Babelsberg und verliebt sich in die französische Tänzerin Milou, die einen Filmstar bei Tanzszenen doubelt. Emil weiß sofort, dass die beiden füreinander bestimmt sind. Als sie sich wiedersehen wollen, wird die Grenze zwischen Ost- und Westberlin geschlossen, Milou kann den sehnsüchtig wartenden Emil nicht mehr besuchen und fliegt zurück nach Paris. Dann fängt Emil an, um seine große Liebe zu kämpfen. Er kann Milou nur wiedersehen, wenn er selbst einen Film produziert, der in Babelsberg gedreht wird und in dem seine große Liebe eine Rolle besetzt bzw. doubelt.

Der Film hat viele romantische Momente mit komödiantischem Esprit, zeigt aber auch Einzelschicksale auf, die durch die Spaltung von Ost- und Westberlin zustande kamen. »Traumfabrik« ist der erste Film der neu gegründeten Produktionsfirma Traumfabrik Babelsberg und die erste Eigenproduktion nach über 20 Jahren für Studio Babelsberg. »Eine Liebesgeschichte vor der Kulisse des ältesten Filmstudios der Welt zu drehen, ist schon was Besonderes«, so Martin Schreier. »Ebenso wie die Zusammenarbeit mit jungen Darstellern wie Shootingstar Dennis Mojen alias Emil oder sehr erfahrenen Künstlern und Künstlerinnen wie Emilia Schüle als Tänzerin Milou bzw. Heiner Lauterbach als Leiter des Filmstudios.«

Der Bad Homburger drehte schon im Grundschulalter erste Kurzfilme. »Filme produzieren war mein Ding von Anfang an«, sagt der heute 39-Jährige. Er studierte zunächst an der German Film School in Berlin, später dann Spielfilmregie an der Filmakademie in Baden Württemberg.

Dann kam der internationale Sprung: ein Stipendium an der UCLA in Los Angeles, wo er preisgekrönte Kurzfilme produzierte und mit großen Filmstudios wie 20th Century Fox oder Warner Bros in Kontakt kam.

Martin Schreiers Filme werden mittlerweile auf zahlreichen Filmfestivals weltweit gezeigt und ausgezeichnet. Der Kurzfilm »The Night Father Christmas Died« wurde 2010 von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences für den Studentenoscar nominiert.

2010 erhielt er für seine Idee zu »Robin Hood« den ProSieben/Sat.1 Primetime Award. 2011 bekam er als erster Student das Deutschland-Stipendium an der Filmakademie Baden-Württemberg. Im gleichen Jahr absolvierte er mit dem Langspielfilm »Robin Hood« sein Diplom an der Filmakademie.

2016 folgte der Spielfilm »Unsere Zeit ist jetzt« für Warner Bros mit Til Schweiger und Rapper Cro in den Hauptrollen. Und nun »Traumfabrik« - ein Film, der nicht nur eine Liebesgeschichte eingebettet in historische Momente zeigt, sondern auch eine Hommage an das Filmemachen an sich ist, nicht zuletzt durch die Kulisse Babelsberg.

Martin Schreier genießt aber auch die Kulisse Freibad in Bad Vilbel: »Wenn man hautnah erlebt, wie man Menschen von seinem Film begeistern kann, und dann noch in der Heimat, dann fühlt sich das richtig gut an.«

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