20. Oktober 2018, 06:00 Uhr

Anwohner sauer

Unerträglicher Lärm: Hochzeitsfeier in Petterweil läuft aus dem Ruder

Wer in der Nähe eines Bürgerhauses wohnt, ist Lärm gewohnt. Als eine Hochzeitsfeier am Wochenende aber bis 4 Uhr morgens dauerte, wurde das Anwohnern des Albert-Schäfer-Hauses in Petterweil denn doch zu viel.
20. Oktober 2018, 06:00 Uhr
Im Albert-Schäfer-Haus ist am Wochenende heftig gefeiert worden – mit Folgen für die Anwohner und die Petterweiler Spielgruppe im Untergeschoss. (Fotos: pe)

Es war einfach unerträglich«, sagt Bärbel Alsheimer. Sie wohnt ganz in der Nähe des Petterweiler Bürgerhauses. Da ist sie einen gewissen Lärm gewöhnt, wenn gefeiert wird. Am vergangenen Wochenende aber muss es »besonders schlimm« gewesen sein, erzählt die Leserin. »Da hat es eine türkische Hochzeitsfeier gegeben, die hat bis 4 Uhr morgens gedauert. Und es war laut, sehr laut«, beschreibt sie die Situation.

Es sei auch nicht das erste Mal, dass Feiern bis weit nach Mitternacht dauern. »In diesem Bürgerhaus wird ständig gefeiert«, beklagt sie sich. Aber dieses Mal sei es besonders heftig gewesen. Sie habe sich gleich am Montag bei der Stadt beschwert und habe den Eindruck gehabt, dass man dort »regelrecht bombardiert worden« sei.

 

Für Gruppen bis zu 150 Personen

Man, das ist in diesem Fall das Kommunale Immobilien Management (KIM), das für die Vermietung städtischer Räume, also auch der Bürgerhäuser in der Stadt Karben, zuständig ist. Mit der schließt ein Veranstalter einen Mietvertrag. Dabei wird ihm auch die sogenannte Benutzungsordnung ausgehändigt. Das sei auch geschehen, als ein »auswärtiger Veranstalter« die Hochzeit angemeldet habe, sagt Erster Stadtrat Friedrich Schwaab, der für den städtischen Eigenbetrieb KIM zuständig ist.

Bei dieser Veranstaltung sind mehrere Dinge aufgefallen. Zunächst müsse man wissen, dass das Albert-Schäfer-Haus aus brandschutztechnischen Gründen nur für Gruppen von bis zu 150 Personen vermietet werde. »Wir wissen es zwar nicht ganz genau, aber wir haben den starken Eindruck, dass es mehr Besucher waren.« Zudem sei es »absolut unschön«, dass sich etliche der Gäste spätabends »in Feierlaune auf dem Hof getroffen haben«.

Wenn sich jemand nicht an die Vorgaben hält, wird an ihn nicht mehr vermietet

Friedrich Schwaab

 

Doch ist das längst nicht alles. Als am Montagmorgen die ersten Erzieherinnen der Petterweiler Spielgruppe dort eintrafen, »haben sie starken Uringeruch wahrgenommen«, sagt Heike Anusic vom geschäftsführenden Vorstand des Trägervereins. Sowohl vor den Räumen der Petterweiler Spielgruppe als auch innen sei die Wand nass gewesen. »Die Leute sind über das Tor gestiegen und haben sich an den Wänden erleichtert.« Die empörten Erzieherinnen hätten das sofort dem Hausmeister gemeldet, der habe wiederum das KIM eingeschaltet.

 

Kinder mussten drinnen bleiben

Die Spielgruppe hat auf dem Gelände des Albert-Schäfer-Hauses in der ehemaligen Gaststätte ihr Domizil. Dort werden etwa 14 Kinder von einem bis drei Jahren betreut. Am Montag durften sie trotz des schönen Wetters nicht ins Freie.

Den Fall vom vergangenen Wochenende habe man in der KIM bereits besprochen. Man werde einen Teil der Kaution einbehalten für den Aufwand, den man mit der Reinigung des Geländes der Spielgruppe gehabt habe. »Wir überlegen auch, ob bei größeren Veranstaltungen nicht zwingend ein Hausmeister mitgebucht werden muss.« Der könne darauf achten, dass nach 22 Uhr Fenster und Türen geschlossen seien. »Und der könnte auch sonst für Ordnung sorgen.«

 

Konsequenz angekündigt

Am Freitag fand im Rathaus zu den Vorgängen ein Gespräch bei Bürgermeister Guido Rahn statt. Heike Anusic sagte, sie habe dem Bürgermeister die Vorgänge geschildert und ihn gebeten, Maßnahmen zu ergreifen, damit sich diese nicht wiederholen.

Eine Konsequenz hat der Erste Stadtrat schon angekündigt: »Wenn sich jemand nicht an die Vorgaben hält, wird an ihn nicht mehr vermietet.«

Info

Was Mieter beachten müssen

Wer mit dem KIM einen Mietvertrag für städtische Räume schließt, muss auf viele Dinge achten. In der Benutzungsordnung steht unter anderem Folgendes: Ab 22 Uhr müssen in allen Bürgerhäusern Fenster und Türen geschlossen sein und die Musik auf Zimmerlautstärke reduziert werden. Im Außenbereich ist unnötiger Lärm zu vermeiden. Der Mieter hat dafür Sorge zu tragen, dass Anwohner nicht über Gebühr gestört werden. Während notwendigem Belüften darf keine Musik gespielt werden. Übermäßige Verschmutzungen werden dem Mieter nach Aufwand in Rechnung gestellt bzw. von der Kaution abgezogen. Eine Verschmutzung ist übermäßig, wenn die Kosten der Reinigung mehr als 10 Prozent der Mietgebühren betragen. Bis zur Grundstücksgrenze ist der Mieter für die Reinigung der Außenanlagen des Gebäudes verantwortlich, insofern Besucher diese übermäßig verschmutzen. (pe)

 

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