02. September 2019, 20:47 Uhr

Von Ruhestand kann keine Rede sein

Er ist Beistand für ältere Menschen und zugleich deren Sprachrohr. Horst Preißer ist Vorsitzender des Karbener Seniorenbeirats. Der 80-Jährige ist mit einer Vielzahl von Aufgaben beschäftigt.
02. September 2019, 20:47 Uhr
Horst Preißer ist seit vielen Jahren Vorsitzender des Karbener Seniorenbeirates. Und mit 80 Jahren noch immer mit viel Engagement im Dienst. (Foto: cf)

Horst Preißer lebt seit über 50 Jahren in Petterweil und hat sich eingehend mit der Geschichte des im Jahr 801 erstmals urkundlich erwähnten Dorfes beschäftigt. Seine Führungen durch den heutigen Karbener Stadtteil sind bei Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen beliebt. Zusätzlich engagiert sich der 80-Jährige seit vielen Jahren im Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Petterweil. Seit 2009 ist er Vorsitzender des Seniorenbeirates. Dieser besteht in Karben seit 1999.

Zu den Aufgaben des Beirates gehört es, die Interessen der älteren Generation egenüber der Stadtverordnetenversammlung und dem Magistrat zu vertreten. Aber auch Bewertungen aus Sicht von Senioren zu Vorhaben der Stadtverwaltung abzugeben und Ansprechpartner für die Belange und Wünsche älterer Bürger zu sein. Ein abwechslungs- wie umfangreiches und vor allem interessantes Aufgabengebiet, bei dem die Vertreter etwas für ihre Mitbürger erreichen können. »Zu unseren Hauptaufgaben gehört die Unterstützung der Senioren in allen sozialen und anderen Bereichen, die ihr Leben und ihren Alltag betreffen.«

Beirat tagt viermal jährlich

Die Vertreter kommen aus den Reihen der evangelischen Kirche, der katholischen Pfarrgruppe, dem VdK, der ortsansässigen Pflegeeinrichtungen, dem Verein Herz & Hand, dem Städtischen Seniorenclub, dem Senioren-Computer-Zentrum, der Arbeitsgemeinschaft Sport, dem Diakonieverein, dem ASB als sozialem Träger, dem Deutschen Roten Kreuz, der Ambulanten Hospizhilfe und dem Ausländerbeirat. In der Regel tagt der Beirat viermal jährlich, Sondersitzungen sind möglich. »Wir treffen uns im Oktober wieder«, kündigt Horst Preißer an.

Er hat zum Gespräch einen dicken Ordner, in dem er alle aktuellen Themen abgeheftet hat, dabei. Dazu gehören Bauleitplanungen und Bebauungspläne von Wohn- und Gewerbegebieten, aber auch Umbaumaßnahmen. So sollen die Haltebuchten für Busse in Petterweil im Rahmen von Straßensanierungen behindertengerecht umgebaut werden. »Eine gute Sache«, findet Preißer. »Doch bei vielen Planungen wie dieser werden oft Details übersehen, die für Senioren wichtig sind oder für Anwohner Behinderungen ergeben.«

Denn die zwölf Meter lange, barrierefrei gestaltete Bushaltestelle habe einen Haken. Durch die erhöhten Bordsteine würden zwei Zugänge zu Privatgrundstücken beeinträchtigt. In Petterweil beschäftigt sich der Seniorenbeirat mit einer geplanten Tagespflege und dem Bau seniorengerechter Wohnungen. Weitere Themen sind die Beleuchtung des Niddaradweges von der Bahnhofstraße bis zum Groß-Kärber Schloss, Angebote für Menschen im Ruhestand in der Stadt oder das Fehlen von seniorengerechten Bänken mit Aufstehhilfen im Stadtgebiet.

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Tagespflege geplant

»Bereits im letzten Jahr wurden zehn gekauft und sollten aufgestellt werden. Bisher wurden erst zwei aufgestellt. Auch die Frage des Standortes ist wichtig. Vor einem Treffpunkt von Jugendlichen macht das Aufstellen keinen Sinn.« Ein großes Problem in Karben und umliegenden Gemeinden sind die nicht behindertengerecht ausgebauten Bahnhöfe. Es gleicht bereits einem Abenteuer, wenn ein Rollstuhlfahrer von Karben nach Frankfurt mit S-Bahn oder Zug fahren will, wie der Seniorenbeirat bei einem Test feststellte. Nur in Okarben gibt es eine Rampe, doch »der Weg ist zu lang, der Fahrer kommt mit eigener Kraft nicht hoch«. Die Odyssee des Rollstuhlfahrers habe eineinhalb Stunden lang gedauert, da in Bad Vilbel aus- und umsteigen nicht klappte. »Wir haben alles Mögliche versucht. Das Ergebnis ist gleich Null.« Die Bahn verweise darauf, dass Umbaumaßnahmen am Karbener Bahnhof erst nach dem Ausbau möglich seien.

»Zu unseren aktuellen Wünschen gehören der Ausbau des ÖPNV, der Erhalt des Ein-Euro-Tickets und das Aufstellen von seniorengerechten Bänken«, sagt Vorsitzender Preißer. Zudem würden viele kulturelle und sportliche Freizeitangebote von Senioren »oft allein wegen der Wege« nicht in Anspruch genommen. Auch die Nahversorgung sei immer wieder ein Thema im Beirat.

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