28. Juli 2019, 18:05 Uhr

Niddertalbahn

Wasserstoffantrieb statt Elektrifizierung?

Der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad wünscht sich einen Wasserstoffantrieb für die Niddertalbahn. Das hat er Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir jetzt wissen lassen. Ist das eine realistische Alternative?
28. Juli 2019, 18:05 Uhr
Viele Fahrgäste und Politiker wünschen sich einen Ausbau der Niddertalbahn. Der RMV denkt im Zuge dessen laut darüber nach, das Stockheimer Lieschen zu elektrifizieren. Nun bringt CDU-Landtagsabgeordneter Max Schad die Idee eines Wasserstoffantriebs auf den Tisch. (Archivfotos: Pfeiffer-Goldmann/privat)

Der CDU-Landtagsabgeordnete Max Schad wünscht sich einen Wasserstoffantrieb für die Niddertalbahn. Das berichtete das Büro des 36-Jährigen in einer Pressemitteilung. Demnach habe Schad, in dessen Wahlkreis unter anderem Nidderau und Schöneck liegen, sich nun mit einer schriftlichen Anfrage an den hessischen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Bündnis90/Die Grünen) gewandt, um die Idee an ihn heranzutragen.

Konkret habe Schad sich danach erkundigt, welche grundsätzlichen Anforderungen an eine Strecke gestellt würden, damit ein Wasserstoff als Antrieb in Frage komme, und ob der Einsatz solch moderner Zügen bei der Niddertalbahn bereits in Erwägungen gezogen worden sei. Das Stockheimer Lieschen, wie die RB 34 im Volksmund genannt wird, verkehrt zwischen Glauburg-Stockheim und Bad Vilbel.

Die Anrainerkommunen und die umliegenden Kreise setzten sich schon lange für einen qualitativen und quantitativen Ausbau der Niddertalbahn ein, heißt es in weiter in der Mitteilung. Der RMV prüft in einer laufenden Machbarkeitsstudie, ob das Lieschen bald rein elektrisch betrieben werden könnte. Erste Signale auf der jüngsten Konferenz zur Zukunft der Niddertalbahn waren positiv.

Schad sagt: »Wenn es uns gelingen sollte, auch die Niddertalbahn künftig mit Wasserstoff anzutreiben, könnte auf eine solche Elektrifizierung verzichtet und eine Kapazitätserweiterung möglicherweise schon früher als geplant umgesetzt werden.«

Zum Fahrplanwechsel 2022/2023 will der Rhein-Main-Verkehrsverbund einen entscheidenden Schritt zu sauberer und zukunftsweisender Mobilität gehen. 27 Züge sollen dann auf vier Strecken im Taunus mit Wasserstoff betrieben werden. Einen entsprechenden Großauftrag mit 500 Millionen Euro Gesamtvolumen hat eine Tochterfirma des RMV vor wenigen Monaten erteilt.

Umfassen wird der Auftrag unter anderem die Versorgung mit Wasserstoff am Industriepark Höchst, die Instandhaltung sowie Reservezüge für die nächsten 25 Jahre. Der RMV wird damit die größte Brennstoffzellen-Flotte der Welt auf Hessens Schienen bringen. Bisher kommen die beiden weltweit einzigen Wasserstoffzüge seit dem vergangenen Jahr in Norddeutschland erfolgreich zum Einsatz. Auf den möglichen Fahrstrecken im Taunus sei zudem geplant, auf Wasserstoff zurückzugreifen, der im Industriepark Höchst ohnehin als Nebenprodukt chemischer Prozesse anfällt. Bestandteil von Schads Anfrage ist deshalb, ob über Höchst hinaus weitere Standorte bekannt seien die sich für eine entsprechende Weiterverwendung bereits produzierten Wasserstoffs eignen.

Eine mögliche Parallele zieht der CDU-Politiker zum Industriepark Wolfgang in Hanau. Dort gebe es schon heute eine Wasserstoff-Tankstelle. Der Industriepark habe außerdem durch mehrere Unternehmen, die aktiv im Bereich Brennstoffzellentechnologie forschen, bereits Berührungspunkte zum Wasserstoffantrieb.

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