04. März 2019, 21:08 Uhr

Wenn Mitgestalten ein Auftrag ist

04. März 2019, 21:08 Uhr
Clemens Breest, Sebastian Wysocki, Irene Utter und Udo Landgrebe (v. l.) diskutieren mit Pfarrer Klaus Neumeier (Mitte).

Frenetischer Beifall und in die Höhe gereckte Plakate mit »Make Bad Vilbel great again«-Schriftzug begleiten Pfarrer Ingo Schütz als dieser am Sonntag als »Mister Bad Vilbel« die Bühne der evangelischen Christuskirchengemeinde betritt, um in einer feurigen Rede, den Aufbruch für die Quellenstadt, die »in diesen Tagen in Schutt und Asche liegt«, zu verkünden.

Was die versammelte Politikprominenz der Stadt in diesem Moment gedacht haben muss, kann nur erahnt werden. Aber: Immerhin wussten sie, worauf sie sich bei ihrem Besuch von »Kirche anders« einließen. Die Reihe ist mittlerweile bekannt für Provokationen. Und so verwundert es kaum, als »Mister Bad Vilbel« in trumpscher Manier lospoltert.

Es gibt anschließend also viel zu diskutieren für Pfarrer Klaus Neumeier und die vier Kommunalpolitiker, die er sich für den Gottesdienst zu Politik und Glaube eingeladen hatte. Das Podium bildeten Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU), der Chef der Bad Vilbeler Grünen Clemens Breest, Stadtrat Udo Landgrebe (SPD) und CDU-Fraktionsvorsitzende Irene Utter.

Neumeier fragte die vier nach ihren Einschätzungen zu den Großbaustellen. Wysocki versicherte, dass im Hintergrund intensive Gespräche mit den Wund-Nachfolgern zum Bau des Schwimmbads liefen. Breest bekannte sich zu Stadthalle und Kurhaussanierung und Udo Landgrebe benannte die Chancen der Smart-City, »auch wenn ich hier nicht mit allen meinen Parteifreunden übereinstimme«. Irene Utter sieht in den Bauvorhaben große Herausforderungen auch im Hinblick auf die Integration der neuen Mitbürger.

»Sie alle sind christlich und kirchlich verbunden und politisch tätige Menschen. Was bedeutet Ihnen der Glaube für Ihr politisches Handeln«, fragte Neumeier. Die Politiker nannten die kirchlicher Gemeinschaft, den Respekt vor anderen des christlichen Menschenbildes und die Ermutigung, Menschen zusammenzubringen. Wichtige Impulse seien auch Gottvertrauen und Glaube, hier wurde deutlich, dass sich die Befragten nicht leicht taten, dies mit dem politischen Handeln in Verbindung zu bringen.

Einig waren sie sich im Aufruf zum gesellschaftlichen Engagement gerade auch von Christen, die sich schon vom Schöpfungsauftrag her zur Weltverantwortung aufgerufen wissen. Wysocki erklärte, dass es schön wäre, wenn nicht nur Gegenpositionen zum Engagement führten, sondern generell der Wille zur Mitgestaltung.

Neumeier wollte auch wissen, worüber sich die Politiker bei kirchlichen Stellungnahmen geärgert hätten, bespielsweise übers Kirchenasyl, das schon mehrfach gewährt worden sei. Trotz der Aufforderung gab es kaum Kritik an kirchlicher politischer Einmischung. »Auch wenn ich mich schon mal über einzelne Wortmeldungen geärgert habe«, gab Irene Utter zu. Aber das seien Einzelvoten und die seien nicht grundsätzlicher oder allgemein kirchlicher Natur gewesen. Generell sei christliche und auch kirchliche Einmischung erwünscht. Landgrebe wünschte sie sich ausdrücklich häufiger und deutlicher. Clemens Breest betonte die Bedeutung des Kirchenasyls als Hilfe, um alle rechtlichen Möglichkeiten tatsächlich zur Geltung zu bringen. (Foto: pv)

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