20. Oktober 2019, 19:17 Uhr

»Wir haben das intensiv geprüft«

20. Oktober 2019, 19:17 Uhr
Radfahren ohne Matsch: Dieses Ziel verfolgt die Bad Vilbeler Politik und widerspricht den Vorwürfen von »Gelbwespe« Claus Metz. (Foto: Mag)

In der Ausgabe vom Samstag berichtete diese Zeitung über den Dortelweiler Claus Metz, Mitglied der Gelbwespen. Er sorgt sich wegen der Abholzung mehrerer Bäume am Dortelweiler Niddaufer im Zuge des Radwegausbaus und warf der Stadt unter anderem Augenwischerei vor. Vorwürfe, die Erster Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) zurückweist.

Die Diskussionen betreffen das rund 1,2 Kilometer lange und noch nicht ausgebaute Teilstück des Radweges zwischen der Kernstadt und dem Dortelweiler Sportplatz. Der Radweg soll künftig asphaltiert sein, deutlich verbreitert werden und es sollen Sitzmöglichkeiten mit Tischen und Bänken am Niddaufer entstehen. Dafür müssen laut Claus Metz 25 Bäume weichen, wie er auf Plänen zeigte, 20 Bäume werden hingegen wieder neu gepflanzt. Metz warf der Stadt unter anderem Augenwischerei vor und vermutete, dass mehr Bäume zur Fällung freigegeben werden als für die Maßnahmen nötig. Der Erste Stadtrat Sebastian Wysocki (CDU) ärgert sich darüber: »Es gab im Vorfeld eine lange Diskussion zwischen Claus Metz und mir zu dieser Thematik«, teilt er mit. »Die Planung wurde transparent im Ortsbeirat vorgestellt. Zahlreiche Bürger haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, vorbei zu kommen und sich zu informieren. Herr Metz nicht«, erwähnt der Erste Stadtrat.

Problem: Kein Zugang zu Gärten

»Wie ich Herrn Metz mehrfach erläutert habe, beträgt die Aufbaustärke des Weges 45 Zentimeter zuzüglich Bodenverbesserung, hier konnte keine zielführende Möglichkeit zur Erhaltung der direkt an den Weg angrenzenden Bäume eruiert werden.« Abgesehen von den Höhenverhältnissen an den Grundstücksgrenzen der Kleingärten sei ein wirksamer Schutz der bodennahen Wurzeln auch mit einer Höherlegung um 20 Zentimetern nicht machbar, genau wie ein direkter Aufbau auf den heutigen Weg. Hierbei würde eine noch höhere Böschung zur Nidda entstehen, außerdem wäre der Zugang zu den Kleingärten nicht mehr gegeben.

»Zudem ist die Besonderheit an dieser Baustelle, dass sie nur über den Niddaradweg angedient werden kann, da auf der einen Seite der Fluss und auf der anderen Seite die Kleingärten sind.« Abschließend erklärt Wysocki: »Wir haben das wirklich intensiv geprüft und treffen mit Sicherheit keine leichtfertigen Entscheidungen, wenn es um das Fällen der Bäume geht.« In einer dieser Redaktion vorliegenden E-Mail von Ende September haben auch die Dortelweiler Grünen Metz gebeten, seine Offensive zurückzufahren. »Offensichtlich lässt sich die Niddaroute nicht ohne Verluste von Bäumen ausbauen. Wollte man auf diese Verluste verzichten, ginge dies zu Lasten des Radverkehrs«, bezieht Clemens Breest (Grüne) darin Stellung gegenüber Metz‹ Anschuldigungen. Entsprechende Fahrradinfrastruktur sei ein weit größerer ökologischer Beitrag als der Bestand einiger mittelalter Birken, anfälliger Fichten und erkrankter Eschen, zumal diese ja auch ersetzt werden sollen, heißt es weiter.

Nach Fertigstellung der Maßnahme soll ein drei Meter breiter Radweg die Kernstadt, Dortelweil und Gronau verbinden. Derzeit ist das rund 1,2 Kilometer lange Teilstück zwischen der Main-Weser-Bahn und der Brücke am Dortelweiler Sportplatz noch mit Kies belegt - eine Matschpartie für jeden Radler, der nach Regen dort entlang möchte. Auch die schmale Brücke soll ersetzt werden und künftig schnelleren Radverkehr ermöglichen.

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