28. Oktober 2018, 20:27 Uhr

Zu freundlich darf »Fridolin« nicht sein

28. Oktober 2018, 20:27 Uhr
Das Gesicht erhält eine Nase. Und schon ergibt sich ein Problem. Denn die zunächst etwas grimmig wirkende Kürbis-Persönlichkeit wirkt wie ein »guter Kerl«.

Vergangenes Jahr hat Steinbildhauer Peter Mayer aus Karben mit seinen Enkeln einen Kürbis zu Halloween geschnitzt. Heute will Mayer den Lesern dieser Zeitung zeigen, was sie mit einem Kürbis alles so machen können: mal etwas anderes als der typische »Jack O’Lantern« mit Zickzack-Mund. Normalerweise ist Kürbis nicht das Material des Inhabers des Veranstaltungszentrums »KUHtelier«. Er arbeitet ausschließlich mit Stein, auch mit Holz, »aber selten«. Oder mit Beton. Mit dem Kürbis muss er sich erst noch anfreunden.

Dann kommt der Spaß

»In der Arbeit am Stein ist man voll bei sich, geht in den Dialog mit dem Stein und vergisst alles um sich herum«, erzählt Mayer, während er sich ans Werk macht. Zunächst weiß er noch nicht so recht, was daraus werden soll. »Nur, dass ein Gesicht mit einem Bart entstehen soll.« Das war eher Zufall, weil er kurz vorher jemanden getroffen hat, der einen Vollbart trägt. »Da kam der Gedanke. Es muss intuitiv kommen, aus dem Moment heraus«, erläutert er.

In den ersten Minuten mit dem Kürbis ist er unschlüssig und unzufrieden mit sich, wie er schildert. Es stellt sich nicht gleich ein »Flow« ein, wie ansonsten gewohnt. »Ist es mein Metier?«, fragt sich Mayer nun.

Schnell ist aber klar, dass das Kürbisgesicht ein Mann wird, der eine Art Keltenfürst darstellen könnte. Doch es kommt zum Problem: Das Gesicht sieht auf einmal zu freundlich aus. Mayer beginnt, sich zu vertiefen, schnitzt und schnitzt – hat nun auch Spaß daran. Geschafft, die Mimik ist wieder imposant. »Jetzt ist der Charakter da, jetzt hat er Leben«, freut sich der Künstler. Am Ende ist er zufrieden mit »Fridolin«, wie er den Kürbis nennt. »Ich könnte mir schon vorstellen, dass man daraus etwas macht, ein Gruppenevent.« Dies Jahr ist schon ein bisschen spät dafür, aber vielleicht wird er 2019 ein gemeinsames Kürbisschnitzen im »KUHtelier« auf die Beine stellen. »Fridolin« wandert natürlich nicht in den Kochtopf, sondern bleibt auf dem Hof stehen, bis er vergangen ist.

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