05. Februar 2009, 19:02 Uhr

Neue Büdinger Geschichtsblätter: Wetterau in der Stauferzeit

Büdingen (sax). Der 21. Band der Büdinger Geschichtsblätter dürfte bei Historikern weit über die Grenzen der Region hinaus Beachtung finden. Waren die bisher erschienenen Bände jeweils Zusammenstellungen mehrerer verschiedener Aufsätze, ist der jüngste Band eine Monographie, die Arbeit einer Autorin zu einem Thema.
05. Februar 2009, 19:02 Uhr
Stellen den neuen Band der Büdinger Geschichtsblätter vor: Geschichtsvereinsvorsitzender Willi Luh, Autorin Dr. Angela Metzner und Luhs Stellvertreter, Joachim Cott. (Foto: sax)

Büdingen (sax). Der 21. Band der Büdinger Geschichtsblätter dürfte bei Historikern weit über die Grenzen der Region hinaus Beachtung finden. Waren die bisher erschienenen Bände jeweils Zusammenstellungen mehrerer verschiedener Aufsätze, ist der jüngste Band eine Monographie, die Arbeit einer Autorin zu einem Thema. Angela Metzner veröffentlicht in der Reihe ihre Dissertation zur Wetterau in der Stauferzeit.

Der Vorsitzende des Geschichtsvereins, Willi Luh, erklärte, dass er lange überlegt habe, ob knapp ein Jahr nach dem letzten Band bereits wieder eine Ausgabe der Geschichtsblätter erscheinen soll. Bei der relativ kleinen Auflage von 600 Exemplaren bedeute jeder Band für den Verein eine erhebliche finanzielle Belastung, betonte Luh. Rund 400 Exemplare würden an Mitglieder, etwa 40 an Bibliotheken, Institute und ausgewählte Schulen sowie weitere 50 an Tauschpartner abgegeben. Wegen der Qualität der Doktorarbeit, ihrer regionalgeschichtlichen Bedeutung und weil die Autorin das Layout übernommen habe, habe sich der Verein jedoch für die Zusammenarbeit entschieden. Luh bat zur Unterstützung der Publikation ausdrücklich um Spenden. »Ich bin gespannt, wie man darauf reagiert.«

Metzner verwies ihrerseits auf das Ansehen der Geschichtsblätter und betonte: »Mir war es wichtig, dass es hier in der Gegend erscheint, damit es auch gelesen wird.« Deshalb habe sie sich auch gegen eine Veröffentlichung der Dissertation in der vorgeschriebenen Mindestauflage von 80 Exemplaren oder im Internet entschieden. »Die Leute lesen viel zu wenig Bücher.«

Weil Metzner in ihrem Werk mit dem Ende der Stauferherrschaft einen der großen Konflikte des Mittelalters bearbeitet, soll die Arbeit auch über die Region, in der sie bekannt werden und weiter arbeiten will, anerkannt werden, hofft sie. Außer den Auswirkungen, die der Aufstieg und Niedergang der Staufer auf die Wetterau hatte, werden auch die verschiedenen Adelsgeschlechter, die an diesen Entwicklungen politisch beteiligt waren, ausführlich beschrieben.

Zahlreiche Burgen der Region, in Grundrissen und Ansichten dargestellt, machen das Werk auch für Burgenforscher interessant. Mithilfe von Karten werden die räumlichen und Wegebeziehungen zwischen den Bauwerken aufgezeigt. So wird die Bedeutung der Burg nicht nur als Repräsentations-, sondern auch als Herrschaftsmittel deutlich.

Luh wies darauf hin, dass die Nachfahren bei Weitem nicht an die historische Bedeutung heranreichten, die die Ysenburger als eine der einflussreichen Familien auf dem Gebiet des heutigen Hessens auf Reichsebene hatten. Er erwähnte auch die wirtschaftliche Situation des Fürstenhauses, wegen der bereits historische Handschriften verkauft worden seien. Auch Metzners Forschung sei dadurch behindert worden. »Das ist ja das Problem, man kommt nicht ran«, begründete die Autorin, weshalb sie Archive der Ysenburger für ihre Arbeit kaum nutzte. Weil Hans Heinrich Kaminsky, Gutachter der Dissertation, früher Kopien angefertigt hatte, konnte sie trotzdem auf die Dokumente zugreifen.

»Reichslandpolitik, Adel und Burgen – Untersuchungen zur Wetterau in der Stauferzeit« von Dr. Angela Metzner kann im Heuson-Museum im Rathaus oder über Willi Luh, Tel. 0 60 42/28 53, zum Preis von 22 Euro erworben werden.



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