06. August 2008, 16:56 Uhr

Ein Sound wie direkt aus Louisiana eingeflogen

Florstadt-Staden (sl). Noch bevor Herbert Unger im Jahre 2000 zum Bürgermeister gewählt wurde, hatte er die Idee einer Open-Air-Veranstaltung vor der Kulisse des Löw'schen Schlosses samt Park im Stadtteil Staden.
06. August 2008, 16:56 Uhr
Volles Haus: Die 600 Sitzplätze sind ruckzuck besetzt, insgesamt zementieren 1200 Besucher den Kultstatus der Benefiz-Blues-Veranstaltung in der Reihe »Florstadt kulturell«.

Am Samstagabend belegte die siebte Auflage von »Blues im Park« eindrucksvoll, dass solche Visionen wahr werden können. Blues Taxi und die international bekannte Matchbox Bluesband aus dem Frankfurter Raum sorgten für ein musikalisches Aha-Erlebnis in der Reihe »Florstadt kulturell«.

Die Blues-Fans – und nicht nur die – waren von nah und fern angereist und verlebten einen »unbeschreiblich geilen Abend«, wie manche Besucher den Verfasser dieser Zeilen wissen ließen. Zwar spielte das Wetter nur bedingt mit, zwei-, dreimal mussten die Regenschirme aufgespannt werden, doch tat dies der guten Stimmung keinen Abbruch – Mitwippen und Mitschnippen war spätestens beim dritten Song angesagt.

Das Blues-Fieber hatte Staden und die 1200 Besucher bereits um 19.30 Uhr fest im Griff, als Blues Taxi zum musikalischen Rundumschlag ausholten. Der Blues-Musiker spricht in diesem Zusammenhang allerdings vom Blues-Feeling. Und auch das war alsbald angekommen. Was dem Hardrocker das Headbanging, das ist dem Blues-Fan nämlich sein Mitschnippen.

Dank des Firmensponsorings konnte das Spektakel im Stadener Park wieder bei freiem Eintritt angeboten werden. Gleichzeitig forderte man aber immer wieder zu Spenden auf. Denn wie in den Vorjahren, als man die Station Peiper (2004), die Rheuma-Liga (2005), die Bürgerhilfe Florstadt (2006) und das Marie-Juchacz-Pflegeheim in Nieder-Florstadt (2007) mit Zuwendungen bedachte, so war auch in diesem Jahr Blues-Musik für einen guten Zweck angesagt. Laut Magistratsbeschluss wird der Erlös der gesamten Veranstaltung der Lebenshilfe Wetterau zugutekommen (siehe Kasten). Mitarbeiter des als Elterninitiative gegründeten Vereins gingen mit Sammelbüchsen durch die Besucherreichen, die sich vor der Bühne drängten. Moderator Gerd Schwalm, der bereits am Nachmittag beim Abschlussfest der Sommerferienangebote (die WZ berichtete) das Mikrofon ergriffen hatte, nutzte die Gelegenheit, sich mit Rainer Mühlhaus, Vorsitzender der Lebenshilfe Wetterau, zu unterhalten. Die Besucher erfuhren so von den Umständen des inzwischen bundesweit organisierten Vereins und wie sehr er auf Spendenmittel angewiesen ist.
Erinnerungen an Liebe und Eifersucht

Dank der exzellenten Titelauswahl sprang der Funke vom Blues Taxi schnell über. Das Quintett um den Nieder-Mockstäder Gitarristen Wolfgang Schindler, das schon im Vorjahr bei Blues im Park Station gemacht hatte, nahm sich angesichts der Tatsache, dass in diesem Jahr nur zwei Bands mit längeren Gigs auftraten, reichlich Raum und Zeit für kreative und ansteckende Soli; sei es im bestens besetzten Gitarren-Trio oder mit der Harmonika, die wie kein anderes Instrument für den Blues steht. Direkt aus Louisiana eingeflogen oder vom Mississippi-Delta herüber gebeamt: So klang der Sound der Band, die einmal mehr – dank der sagenhaften Verstärker-Anlage von Joker-Musik – authentisch bis in die hintersten Parkalleen rüberkam. Großes Lob gab es auch von den Männern der Technik: »Für uns ist es immer etwas Besonderes, in Florstadt mit dabei sein zu dürfen.«

Musikalisch noch einen drauf setzte nach einer kurzen Umbaupause die Matchbox Bluesband. Mit deren Verpflichtung ging für Bürgermeister Herbert Unger und seine »Florstadt kulturell«-Beauftragte Karola Backes ein Traum in Erfüllung. Die Band spielte bereits bei der Kuhl-
Blues-Night und ist in der heimischen Region enorm beliebt. Neben Schlagzeug und Gitarre kommt das Quartett mit der traditionellen
Bluesharp und dem klassisch zu zupfenden Kontrabass aus. Die Matchbox Bluesband, die 2007 ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feierte, spielt nicht nur europaweit, sondern stand sogar schon in den USA auf der Bühne. Auch in in Staden setzten die Musiker mit Klassikern wie Cocaine, Suzy Q oder Sweet Home Chicago ein musikalisches Ausrufezeichen nach dem anderen und begeisterten die Zuhörer mit ihren unvergleichlichem Sound. Dem Blues in all seinen Nuancen haben sich die Matchboxer verschrieben; als Paradebeispiel griffen sie dazu auch mal zum Slow Blues und schwelgten in Erinnerungen, etwa an Liebe und Eifersucht.
Kurzum: Für »Blues im Park« waren beide Bands eine Bereicherung. Der Kultstatus der Veranstaltung wurde zementiert, und die Spendenlaune der Besucher war hoffentlich bestens, um der Lebenshilfe unter die Arme zu greifen.

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