04. August 2009, 17:38 Uhr

In der Kinderstadt wird mit »Obis« bezahlt

Florstadt (sl). Eine Delegation der Florstädter Ferienspielkinder war dieser Tage zu Gast in der Kinderstadt Obertshausen. Einen ganzen Tag lang konnten die Kids hautnah miterleben, was die Kinderstadt ist und wie sie funktioniert.
04. August 2009, 17:38 Uhr
Zu Gast in der Kinderstadt Obertshausen sind die Ferienspielkinder aus Florstadt. Mit dabei ist auch Anerkennungspraktikantin Anna Ulrich (vierte von links). (Foto: pv)

Florstadt (sl). Eine Delegation der Florstädter Ferienspielkinder war dieser Tage zu Gast in der Kinderstadt Obertshausen. Einen ganzen Tag lang konnten die Kids hautnah miterleben, was die Kinderstadt ist und wie sie funktioniert. Ermöglicht wurde dies durch den Kontakt von Jugendpfleger Jörg Pfaffenroth zu Michael Jentzsch, der in Obertshausen für die Kinder- und Jugendbetreuung verantwortlich ist. Die beiden kennen sich aus Studienzeiten.

Die Kinderstadt Obertshausen ist ein Abbild der Erwachsenenwelt für Kinder. Was vor Jahren mit Zelten, Pavillons und Buden im Sportzentrum begann, um einen Stadtcharakter darzustellen, ist inzwischen wetterunabhängig in einer großen Sporthalle untergebracht. Auf flexible Gerüste wird eine Kulisse mit 14 Gebäuden montiert. Hier gilt es, Jobs zu finden und Geld zu verdienen. Als Währung gilt der »Obi«. Wie im richtigen Leben hat jeder Einwohner der Kinderstadt auch Abgaben in Form von Steuern und Gebühren zu entrichten. Es gibt einen Bürgermeister mit vier Stadträten, der mit seiner Verwaltung auf Gerechtigkeit und ordnungsgemäße Verteilung der Einnahmen achtet. 15 goldene Regeln gelten als Verfassung.

Radiosender klagt gegen Bürgermeisterin

Jedem Kind wurde ein Anfangsetat von fünf »Obis« ausbezahlt, für jede Stunde Arbeit kamen zehn »Obis« hinzu. Vermittelt wurden die Jobs wie Laub rechen oder Holz bearbeiten im Arbeitsamt. Besonders beliebt waren Video filmen oder im Kinderstadt-Radio die Wunschhits der Einwohner spielen. Gegen Mittag wurde eine öffentliche Gerichtsverhandlung abgehalten, wie Jugendpfleger Pfaffenroth mitteilte. Anlass war eine Klage des Radiosenders gegen die Bürgermeisterin. Die hatte pro gesendetem Wunschtitel eine Steuer von einem halben »Obi« verlangt.

Ein Stab von 15 Betreuern kümmert sich um die Kinder, die sich in zahlreichen Workshops ihre »Obis« verdienen können. Höhepunkt war am Nachmittag ein Spielewettbewerb der Kinder gegen die Betreuer. Angelehnt an die TV-Sendung »Schlag den Raab« hieß das Angebot »Schlag den Betreuer«. Nach ausgiebigen Ausscheidungsvergleichen trat schließlich Yasin gegen Betreuerin Elodie an und verlor knapp.

Wie Michael Jentzsch von der Kinderstadt mitteilte, sollen die Kinder die Strukturen einer richtigen Stadt kennenlernen, indem sie eine für sie gebaute Stadt mit Leben füllen. Durch Spaß und Spiel lernen die Kids die verschiedenen Bereiche einer Stadt kennen und beteiligen sich aktiv an der Gestaltung des Stadtlebens. »So sollen Kinder in die Zusammenhänge der Arbeits- und Lebenswelt Erwachsener eingeführt werden und lernen, sich mit Werten wie Demokratie, Soziales Miteinander, Selbstbestimmung, Arbeit, Freizeit und Kultur auseinanderzusetzen.«

An jedem Morgen des insgesamt dreiwöchigen Angebots kommen die Kinder gegen 8.30 Uhr in die Stadt, wo im Einwohnermeldeamt die Anwesenheit überprüft wird. In der Kinderstadt sind 40 Betriebe mit Beschäftigungsmöglichkeiten untergebracht. Die geleistete Arbeit wird auf der Arbeitskarte bestätigt, sodass die Kinder in der Lohnstelle ihr Gehalt ausbezahlt bekommen – das sie natürlich nur in der Kinderstadt ausgeben können. Erwachsene sind in der Kinderstadt nicht willkommen – es sei denn, sie beteiligen sich an einer Führung oder besuchen den Elterngarten. Weitere Informationen sind im Internet abrufbar: <%LINK auto="true" href="http://www.kinderstadt-obertshausen.de" text="www.kinderstadt-obertshausen.de" class="more"%>



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos