15. September 2013, 18:18 Uhr

Herbstmarkt: Trübes Wetter, aber tolle Stimmung

Friedberg (har). Der Duft von Mandeln und Popcorn, Bratwürstchen, Steaks und Bier liegt über der Seewiese. Bunte Lichter flackern – und ein Mix aus Musik, Karussellgeräuschen, Schreien und Ansagen ist schon von weitem zu hören. Da weiß der Friedberger: Es ist wieder Herbstmarkt.
15. September 2013, 18:18 Uhr
Party auf den oberen Etagen, sprich: Kirmesbänken: Hochstimmung am Samstagabend.

Am späten Freitagnachmittag startete das Traditionsfest der Wetteraumetropole. Schon ab dem frühen Abend strömten Tausende auf den Festplatz an der Seewiese und in das Widmann’sche Festzelt.

Dazu beigetragen hat sicher, dass es trocken blieb, was sich jedoch in der Nacht zum Samstag ändern sollte. Schon am späten Nachmittag waren viele Familien über den Platz geschlendert, während die Jugend erst mit einsetzender Dunkelheit kam. Selbst auf dem Krammarkt war schon einiges los. Die im Vorfeld angekündigte »Überraschung« entpuppte sich als kleine Eisenbahn, die auf Schienen ihre Runden drehte.

Michael Müller aus Ortenberg ist seit zehn Jahren der »Bahnmeister« des 40 Jahre alten Zugs, der von Lok »Schorsch« gezogen wird. »Das ist schön gewesen«, freute sich der vier Jahre alte Florian Schäfer, der zusammen mit dem gleichaltrigen Justin Koser zu den ersten Passagieren gehörte. »Eine tolle Idee, da nörgeln die Kinder nicht mehr beim für sie langweiligen Gang über den Krammarkt«, kommentiert Florians Vater Michael, während Justin schnell weiterwollte: »Kaufen wir jetzt einen Schlumpf?«, fragte er seine
Oma Doris Schmitt. Ob es den auf dem Krammarkt gab, blieb offen. Vielleicht konnte er mit Waffeln oder Holzspielzeug getröstet werden. Das erste Mal in der Kreisstadt ist Dagmar Wagner aus Neckarshausen bei Heidelberg. Sie bietet frische italienische »Macarons« und Nougat an.

Leicht verändert präsentiert sich der Eingangsbereich zum Krammarkt mit einem erneut vielfältigen Angebot an Speisen und Getränken. Neu dabei sind Rico und Claudia Ried aus Allendorf/Lumda, die Flammkuchen anbieten, während ein Stück weiter am sehr schön anzusehenden Stand von Hugo Levy aus Freigericht Flamm-Lachs über brennenden Holzscheiten gebraten wird, was für eine besondere Duftnote sorgt.

+++ Bilder vom Herbstmarkt in Friedberg

+++ Weitere Bilder vom Herbstmarkt und der Tiershow

Noch mehr Essen und Trinken findet der Festbesucher in der Platzmitte mit einem Imbiss, einem Fischstand sowie Crèpes, süßen Leckereien. Ein Stück weiter gibt es frische Pizza. Bekannte Fahrgeschäfte locken mit lauter Musik und kernigen Ansagen, die Cockpit-Lounge lädt zum Verweilen im Sand ein. Die Geisterbahn »Crazy Halloween« und eine kleine Achterbahn sind ein Spaß für die ganze Familie. Am Gefragtesten waren tagsüber natürlich die zahlreichen Fahrgeschäfte für die Kinder.

Bis in den späten Abend hinein waren die großen Fahrgeschäfte und die Verkaufsbuden am Freitag geöffnet, während es nach 22 Uhr im Zelt kaum ein Durchkommen mehr gab. Hier war schließlich nur noch »Party auf der oberen Etage«, also auf den Bänken, angesagt. Die jungen »Kasplattrocker« aus Straubing brachten bei ihrer Herbstmarkt-Premiere das Zelt zum Beben.

So toll der Freitag war, so trist begann der Samstag. Der Regen hatte die Seewiese nach Ansicht der Ordnungsamtsmitarneiter so aufgeweicht, dass der Flohmarkt kurzfristig abgesagt wurde. »Die Beschicker hatten Verständnis dafür, es waren auch wesentlich weniger«, meinte Sylke Reiser vom Ordnungsamt. Anders sahen dies die Besucher, die sieben Stände vorfanden. Deren Besitzer waren ohne Pkw gekommen. »Das ist ein Armutszeugnis«, ärgerte sich ein Besucher, während der Friedberger Klaus Schmidt vorschlug, den Flohmarkt einfach später nachzuholen. Auch Festwirt Franz Widmann war über die Absage überrascht und nicht begeistert. »Wir sind hier fast die Monopolisten«, freute sich Henner Asche aus der nahen Weedgasse, der mit Ehefrau Angela seinen Stand aufgebaut hatte und sich vor Interessenten kaum retten konnte. »Das war ein Schnäppchen« freute sich sich Abbas Sabbagh, der nach längerem Handeln für 20 Euro ein großes Gemälde mit einer Rokoko-Szene gekauft hatte.

Der Regen und das trübe Wetter sorgten tagsüber für große Flaute, doch am Abend strömten wieder die Masse. Es blieb trocken, und im Zelt war Party angesagt. Musikuss aus Ingolstadt trieb die Besucher schon früh auf die Bänke, ein Spaziergang durch das Zelt war kaum mehr möglich.

Früh los ging es am Sonntag bei trübem, aber trockenem Wetter mit dem Volkswandern des SV Blau-Gelb. 93 Männer, Frauen und Kinder machten sich auf die zwei Strecken von 10 oder 15 Kilometern Länge, die dieses Jahr in Richtung Bad Nauheim bis hoch zum Flugplatz führten. Norbert und Maria Reichel waren mit 80 und 78 Jahren die ältesten Teilnehmer. Mit sechs Jahren war Johanna Köhler das »Wanderküken«. Als Belohnung gab es nicht nur eine Medaille, sondern auch einen Gutschein für die leckere Erbsensuppe, die »Chefkoch« Stephan Dillmann vom DRK Karben vor Ort gekocht hatte. Gut besucht war die Tiershow. Zusehends füllte sich schon am späten Vormittag das Festgelände, aber auch die Stadt, wo die Geschäfte zum verkaufsoffenen Sonntag geöffnet hatten.

+++ Bilder von der Tiershow finden Sie in der Galerie.



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