16. Mai 2019, 11:00 Uhr

Festival in Erbstadt

18 Bands und Live-Tattoos bei Festival in Nidderau

Bei »Rock den Acker« treten in Erbstadt neben internationalen Acts auch Newcomern auf. Doch das ist nicht alles, was bei dem Event in der Nidderau geboten wird.
16. Mai 2019, 11:00 Uhr
Mit den Planungen zum Festival hat das neunköpfige Organisations-Team bereits im August 2018 begonnen. 80 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz. Das Gelände ist mit Bauzäunen eingefasst, der Campingbereich markiert. 150 Zelte stehen für Besucher (Helfer und Musiker zur Verfügung. So können alle die Acts auf der Bühne hautnah miterleben. (Fotos: Archiv/geo)

18 Bands, 150 Zelte und Live-Tätowierungen: Die Fans warten jährlich mit Spannung auf das Festival »Rock den Acker«. Nach kleinen Anfängen und zeitweiligem Dornröschenschlaf verspricht Jens Seifried, Gründungsvater des Vereins »Rock den Acker Nidderau«, ein zweitägiges Festival mit 18 Bands und vielen Überraschungen.

Ideen zu haben und sie zu realisieren, sind zwei verschiedene Dinge. Zumeist bremsen bürokratische Hürden Visionen, manchmal auch fehlende Standorte. Dass das Festival »Rock den Acker« innerhalb von 13 Jahren zur Erfolgsstory wurde, ist einer Reihe von guten Ideen, viel Fleiß und Organisation zu verdanken. 2005 dachte Seifried erstmals über ein Festival nach. Ein Jahr später organisierte er die erste Veranstaltung mit Freunden auf einem privaten Baumgrundstück. DJ und Equipment fanden damals auf einem Traktoranhänger Platz. 50 Besucher tanzten zu Rock und Metal am Lagerfeuer. »Rock den Acker« war geboren. 2008 war die »Bühne« eine Lkw-Ladefläche und 200 Zuhörer kamen. Dann der Einschnitt. Weil Seifried kein geeignetes Grundstück finden konnte, löste sich das Organisations-Team auf; die Initiative schlief ein. Bis 2015: Dann spielten erneut fünf Bands auf dem Erbstädter Festplatz. Verbesserte Ton- und Lichttechnik sowie die Produktion von Merchandise Produkten lockten 2016 trotz der Regens 250 Rockfans.

Zurück zu den Wurzeln

Im großen Stil zeigte sich das Festival 2018 - erstmals als zweitägige Veranstaltung - mit 15 Bands aus ganz Deutschland. 70 Helfer waren im Einsatz. Erstmals wurden ein »Flunkyball«-Turnier, Frühschoppen-Karaoke und zwei Foodtrucks angeboten. Das am Wochenende anstehende Festival mit 18 Bands toppt bisher alle vorangegangenen Auflagen. Sogar Live-Tätowierungen vor Ort gibt es, verrät Seifried. Neu ist auch die Warm-up-Party am Donnerstag auf dem Festivalgelände. Der Eintritt ist frei. Mit der Party geht es zurück zu den Wurzeln: mit Musik, Lagerfeuer, viel Bier und einer Menge Spaß. Sie findet auch bei Regen statt.

Erstmals treten internationale Haupt-Acts wie die Frauen-Rockband »Thundermother« aus Schweden auf. »Wir wachsen und wollen international bekannte Bands neben Newcomern gewinnen«, sagt Seifried. Stolz ist er darauf, dass das Festival bereits ausverkauft ist. Die Kapazitätsgrenze von 700 Besuchern je Tag sei damit erreicht.

Neben einem Barbecue-Grill und Crêpes-Stand kommen auch Veganer und Vegetarier auf ihre Kosten. Mit den Planungen zum diesjährigen Festival hatte das neunköpfige Organisations-Team bereits im August 2018 begonnen. 80 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz. Das Gelände ist mit Bauzäunen eingefasst, der Campingbereich markiert. 150 Zelte stehen für Besucher (mit All-Inclusive-Ticket), Helfer und Musiker zur Verfügung. Auch ein Biergarten gehört zum Festival.

Wie Seifried berichtet, waren die Nachbarn vor der ersten Veranstaltung skeptisch. »Sie dachten es würde laut und es kämen Tausende Besucher«, sagt Seifried. Die Angst sei kleiner geworden. Beschwerden über Ruhestörung und Randale habe es bislang noch nicht gegeben, auch keine Ausschreitungen. Für Ordnung sorge ein Sicherheitsdienst. Stolz ist Seifried auch darauf, dass er das einzige Rock-Metal-Festival über mehrere Tage im Umkreis anbietet. Dabei sei ihm auch der Umweltgedanke sehr wichtig. So werden nur Mehrwegbecher und Pappteller verwendet. Glasflaschen sind aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt. Auf dem Gelände sind Mülleimer aufgestellt und der Platz wird jeden Abend gereinigt.

Die Besucher kommen aus 80 Kilometer Entfernung rund um Nidderau, aber auch aus Freiburg und Schweden. In Zukunft soll das Festival »Rock den Acker« wieder jährlich stattfinden. »Die Entwicklung der Besucherzahlen und der teilnehmenden Musikgruppen seit 2018 ist bombastisch«, sagt Seifried und freut sich auf insgesamt 18 Bands und 1400 Besucher.

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