07. Februar 2019, 20:26 Uhr

30 Jahre nach RAF-Attentat

07. Februar 2019, 20:26 Uhr
Mehrere Stunden am Tag verbringt Jörg Puphal alias Luc Winger mit dem Schreiben. Manchmal arbeitet er im eigenen Wohnzimmer, gerne aber auch in freier Natur. (Foto: im)

Die Tat jährt sich 2019 zum 30. Mal: Am Morgen des 30. Novembers 1989 wurde Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher und Spitzenmanager der Deutschen Bank, Opfer eines Attentats, das mittels einer als Baustelle getarnten Sprengfalle im Bad Homburger Seedammweg über Tage minuziös vorbereitet worden war. Die RAF bekannte sich damals zu dem tödlichen Anschlag – tatsächlich konnte der Täter jedoch nie präzise ermittelt werden.

»Es sind solche realen, letztlich ungeklärten Storys, die mein Interesse wecken«, sagt der Büdinger Autor Luc Winger. »In solche Begebenheiten hacke ich mich quasi hinein und beginne, an den vorhandenen Tatsachen mein ›Was wäre, wenn?‹ anzuknüpfen.«

Rasche Dialoge

Die subtile Vermischung von Fakten und Fiktion macht es dem Leser leicht, in die Geschichte einzusteigen. In »Sprengfalle«, dem zweiten Thriller des Autors ist es eine Clique Bad Homburger Jugendlicher, die seinerzeit merkwürdige Vorkommnisse in der Nachbarschaft beobachtet, darunter auch den Aufbau der städtischerseits nicht genehmigten Baustelle, mit deren Hilfe der tödliche TNT-Sprengsatz getarnt wurde. »Die Clique bringt ihre Beobachtungen erst im Nachhinein mit dem Attentat auf Herrhausen in Verbindung. 30 Jahre später treffen sich die Kids von damals wieder, Jochen Lauscher, einer aus ihrer Mitte, hat sie alle eingeladen. Und dann erscheint ein weiterer Gast…«

Hat er mit »Emotive. Falsche Gefühle« bereits einen Medizinthriller verfasst, wendet Winger sich in »Sprengfalle: Was einmal war, erst heute ist« der Politik, den Weltfinanzen und dem Terror zu. Er lässt das Unerwartete in die Normalität einbrechen, das Verbrechen in den Alltag, das unruhige Gewissen in ein harmloses Cliquentreffen.

Luc Winger hat auch sich selbst des Öfteren neu erfunden. Der Ehemann und Vater von drei Söhnen ist 1961 in Frankfurt geboren, war viele Jahre als Creative Director in verschiedenen Werbeagenturen beschäftigt. Erst Mitte vergangenen Jahres hat er diesen Abschnitt beendet und mit dem Schreiben begonnen, konzentriert und diszipliniert, mehrere Stunden am Tag. Flow und Tempo prägen die raschen, präzisen Dialoge seiner Protagonisten. Winger liebt es subtil, ergründet Gedanken, Motive und Beweggründe seiner Figuren, zieht den Leser, einem inneren Drehbuch folgend, nahezu suggestiv in existenzielle Fragen hinein.

»Papier lädt mich ein. Was im Kopf ist, muss sich artikulieren – in diesem Punkt bin ich sehr ungeduldig mit mir selbst«, sagt Winger. Dazwischen verbringt er viel Zeit im Garten oder beim Spazierengehen mit den Hunden Fox und Lili. Seit 2014 lebt er in Wolf, er schätzt die Beschaulichkeit und die nachbarschaftlichen Beziehungen im Dorf ebenso wie das Flair des nahen Büdingen.

Mehrmals im Jahr zieht es ihn mit seiner Frau in die Provence, er schreibe gern in freier Natur. Luc Winger ist aber auch ein entspannter Genießer. Ein Mann, der den Augenblick wertschätzt und aus ihm heraus lebt. Und einer, der trotz allem, was dagegen spricht, an das Gute im Menschen glaubt. Mehr über ihn erfährt man bei einer Lesung – oder indem man sich in seinen Thriller »Sprengfalle« hineinziehen lässt.

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