06. Dezember 2018, 20:41 Uhr

360 Jahre im Öffentlichen Dienst

06. Dezember 2018, 20:41 Uhr
Jan Weckler (r.) und Erwin Jahn (2. v. r.) mit den Jubilaren, die seit 25 Jahren im Öffentlichen Dienst arbeiten (v. l.): Petra Büttner, Ute Schneeberger, Christine Lindner, Wolfgang Köhler-Engel, Agnes Mikusseit. (Foto: prw)

13 Verabschiedungen, viermal 40-jähriges und achtmal 25-jähriges Dienstjubiläum – Landrat Jan Weckler, Erste Kreisbeigeordnete Stephanie Becker-Bösch, Kreisbeigeordneter Matthias Walther und Personalratsvorsitzender Erwin Jahn haben dieser Tage die Arbeit von 25 Kolleginnen und Kollegen aus der Kreisverwaltung gewürdigt.

Das Jahr 1978 ist im historischen Gedächtnis als Jahr des Niedergangs autoritärer Regime im Iran und in Afghanistan, als Dreipäpstejahr und als bis 2018 düsterstes Jahr der deutschen Fußballnationalmannschaft in Erinnerung geblieben. Neben diesen großen historischen Ereignissen war es auch das Jahr, in dem Angelika Janke, Roswitha Seibel, Jürgen Grünbein und Uwe Schmittberger ihr Berufsleben im Öffentlichen Dienst starteten.

Die Kolleginnen und Kollegen, die jetzt ihr 25-jähriges Dienstjubiläum feiern, sind 1993 in den Öffentlichen Dienst eingetreten. In diesem Jahr trat Bill Clinton sein Amt als US-Präsident an. An Rhein und Mosel wurde ein Jahrhunderthochwasser registriert. 1993 war auch das Jahr, in dem Tanja Arand, Petra Büttner, Lars Henrich, Wolfgang Köhler-Engel, Christine Lindner, Agnes Mikusseit, Dr. Reinhold Scheibner und Ute Schneeberger in den Öffentlichen Dienst eintraten. In die Altersteilzeit beziehungsweise den endgültigen Ruhestand haben sich Helga Eckhardt, Linda Faatz, Angelika Grix, Ottmar Hacker, Klaus Peter Hüser, Wilhelm Kast, Marlies Krell-Moder, Elke Niederhäuser, Ingeborg Ommert, Ingrid Pfister, Traude Pracht, Rainer Stock und Renate Wiecha verabschiedet.

Personalratsvorsitzender Jahn erinnerte an die 70er Jahre in der öffentlichen Verwaltung. »Da gab es noch kein eigenes Budget mit übertragbaren Haushaltsmitteln für die Ämter. Zum Jahresende sollten dann, wenn möglich, die Mittel noch ausgegeben werden. ›Novemberfieber‹ hieß das in der öffentlichen Verwaltung. Von PCs wusste man nur vom Hörensagen. Der umfangreiche Haushaltsplan wurde in der Hausdruckerei gedruckt und von den Auszubildenden sortiert.« Heute bestellen die Einheiten selbstständig ihre Büromaterialien, bis in die 90er Jahre hinein gab es einen zentralen Einkauf. Mittwochsnachmittags wurde dann Material im Keller abgeholt. Wer zu spät kam, hatte unter Umständen Pech und zog ohne Bleistift und Radiergummi ab.

In den 90er Jahren wurde schließlich die Verwaltungsmodernisierung eingeläutet. PCs hielten allenthalben Einzug. Das papierlose Büro wurde propagiert, und manch einer fürchtete um die Jobs in der öffentlichen Verwaltung. Die Realität ist eine andere geworden. Die Jobs gibt es immer noch, und weniger Papier wird nicht gebraucht.

Die Sicherheit der Arbeitsplätze in der öffentlichen Verwaltung war das Stichwort für Landrat Weckler. Manch einer lächele über die Gehälter im Öffentlichen Dienst. Doch die Sicherheit, die hier geboten werde, auch in Zeiten, in denen die Wirtschaft weniger gut laufe, sei auch ein hohes Gut.

Die Zahl der Arbeitsplätze sei trotz der Einführung der PCs nicht gesunken, heißt es in der Pressemitteilung aus der Kreisverwaltung. »Ganz im Gegenteil. Wir haben heute so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie nie zuvor. Das hat vor allem mit der Zuweisung neuer Aufgaben von Bund und Land auf die Kommunen zu tun, aber auch mit immer komplizierteren Rechtsmaterien. Gab es früher Ausführungsverordnungen zu Gesetzen von zwei oder drei Seiten, so hat sich deren Umfang mittlerweile vervielfacht«, sagte der Landrat. Die öffentliche Verwaltung sei nach wie vor eine wichtige Konstante, auch wenn 40-jährige Dienstjubiläen längst nicht mehr so oft gefeiert würden wie früher. Weckler: »Die Fluktuation ist hoch, Menschen binden sich heute nicht mehr für ein ganzes Leben an einen Arbeitgeber.«

Bei Kaffee und Kuchen war genügend Zeit für Geschichten und Anekdoten und für eine Verabschiedung der Mitarbeiter, die aus Altersgründen ausschieden.

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