18. Oktober 2019, 20:47 Uhr

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18. Oktober 2019, 20:47 Uhr

Auch in diesem Jahr hat die Bürgerstiftung »Ein Herz für Bad Nauheim« wieder den »Preis der Bürgerstiftung - für bürgerliches Engagement in Bad Nauheim« vergeben. Er geht an das Theater Alte Feuerwache (TAF). Überreicht wurden Preis, Urkunde und Scheck am Donnerstag in einer Feierstunde im Badehaus 2, der TAF-Spielstätte im Sprudelhof. Für das Ensemble nahm der Vorsitzende Gunnar Bolsinger die Auszeichnung entgegen.

»Wir haben nur eine halbe Stunde gebraucht«, sagte Stiftungspräsident Jürgen Burdak zur Entscheidung von Vorstand und Stiftungsrat. Jahr für Jahr würdigt die Bürgerstiftung Personen oder Organisationen, die sich seit mindestens zehn Jahren durch andauerndes, persönliches, nachhaltiges Wirken für Bad Nauheim und seine Menschen beispielhaft einsetzen. Das TAF ist hier bereits seit 30 Jahren aktiv. Burdak: »Schon verwunderlich, dass sie den Preis nicht schon längst erhalten haben.« In der Bad Nauheimer Kulturlandschaft habe sich das TAF als Amateurtheater auf sehr hohem Niveau zu einer kulturellen Institution entwickelt.

Einer, der das TAF über alle Jahre begleitet hat, ist Johannes Lenz. Gerne übernahm der frühere Kulturamtsleiter die Laudatio. Da anlässlich vieler Jubiläen und etlicher Auszeichnungen schon vieles Wichtige über die Gruppe gesagt worden sei, ließ Lenz das TAF anhand eines früheren Workshop-Resümees »selbst zu Wort« kommen. »Das Theater Alte Feuerwache ist eine Schicksalsgemeinschaft kreativer Individualisten, verbunden durch den Wunsch, Theater zu machen. Ohne Profis zu sein, machen wir professionelles Theater mit Offenheit, Aufmerksamkeit, Gemeinsamkeit und Kreativität«, heißt es hier.

Lenz verzichtet auf Kritik

Er wolle am Abend nichts über die Entstehung 1989 sagen, erläuterte Lenz, auch nicht über den Einzug ins Badehaus 2 im Jahr 1999 oder den bevorstehenden Auszug wegen des Therme-Neubau - »wenngleich es mich juckt, einige kritische und deutliche Worte darüber zu riskieren«. Er wolle sich lieber auf die Wirkung des TAF in der Stadt sowie auf die hinterlassenen Spuren konzentrieren; die eigentliche Bedeutung der 30 Jahre alten Gruppe, die nichts an jugendlicher Frische, an Begeisterung und Dynamik eingebüßt habe. Hierzu nannte Lenz fünf Beispiele: Zu einem habe das TAF vielen eine Profikarriere beschert, auf der anderen Seite biete es seit Jahren dem Nachwuchs eine Bühne bei den Wetterauer Schultheatertagen. Seit 2018 seien auch die TAF-Kids am Start.

Den Blick richtete Lenz auch auf den Sprudelhof und Jugendstil. Das TAF habe vor 20 Jahren mit der Kooperation mit der Stadt der Öffentlichkeit eindrucksvoll vor Augen geführt, dass eine Nutzung des leerstehenden Jugendstildenkmals Badehaus 2 möglich sei. Für sein fünftes Beispiel blickte Lenz auf die Stadtentwicklung und das Jahr 2006. Damals gründete das TAF die Koordinierungsgruppe Sprudelhof und entwickelte das erste Konzept für eine Neunutzung. Beispiele, die aufzeigen, dass das TAF nicht nur eine Gruppe theaterbegeisterter Menschen im Alter zwischen 16 und 80 Jahren sei, sondern eine »Powergruppe« mit breiter öffentlicher und gesellschaftspolitischer Bedeutung, die das kulturelle Leben in der Gesundheitsstadt wesentlich mitgeprägt habe.

Der TAF-Vorsitzende Gunnar Bolsinger dankte dem Ensemble des Abends, welches unter der Regie von Pia Nußbaum musikalische Einblicke in das Wirken der TAFler gewährt und mit einem »Gut, noch mal hier zu sein« treffend den Festabend eröffnet hatte. Zum Jahresende müsste das TAF-Team ja nun eigentlich das Badehaus 2 verlassen. Es könnte aber auch Mitte des nächsten Jahres werden, wie Bolsinger jüngst nach einer Sitzung vernommen habe. Eine Ungewissheit, die anstrengend sei und kommende Planungen natürlich beeinflusse.

Kultur-Fachbereichsleiter Jochen Mörler lobte die gute Zusammenarbeit zwischen TAF und Stadt. »Für mich ist das TAF der wichtigste Partner hier in Bad Nauheim.« Gegenüber der WZ erklärte Mörler, die Stadt halte mit höchstem Druck Ausschau nach einem Ausweichquartier. »Mutter Courage« habe gezeigt, dass die Johanneskirche eine würdige Option sein könnte. (cor/Foto: cor)

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