16. September 2019, 20:23 Uhr

Ärger über gähnend leeres Festzelt

16. September 2019, 20:23 Uhr
Leeres Festzelt, was ist da los? In der Facebook-Gruppe »Friedberg Forum« wird darüber diskutiert. (Screenshot: WZ)

Samstagabend auf dem Herbstmarkt, das Festzelt ist brechend voll. Die Partyband »Musikuss« heizt den Gästen ein, die Stimmung ist prächtig. Doch die Gäste haben mächtig Durst, und eine Bedienung ist weit und breit nicht in Sicht. Sonntagabend auf dem Herbstmarkt, das Festzelt ist gähnend leer. Keine Musik, keine Stimmung, aber Fragen: Was ist denn da los? Und wo waren tags zuvor die Kellnerinnen und Kellner?

Ein Foto auf der Facebook-Seite »Friedberg Forum« zeigt das fast verwaiste Festzelt am Sonntagabend. Leere Tische und Bänke vor leerer Bühne, am Rand sitzt eine handvoll Leute. »Sehr merkwürdig, ausgerechnet im Jubiläumsjahr sonntags so abzuspecken, statt irgendwas besonderes zu organisieren«, kommentiert Claudia Claussen das Foto. »Keine Musik?«, wird gefragt. »Nicht mal vom Band.« Das, schreibt die Geschäftsfrau Claussen, habe es noch nie gegeben. »Unseren obligatorischen Zeltbesuch nach dem verkaufsoffenen Sonntag mussten wir ausfallen lassen. Schade.« Der ehrenamtliche Stadtrat Klaus Fischer (SPD) macht einen konkreten Vorschlag: »Vielleicht sollten wir sonntags eine Techno-Party organisieren.« Die Techno-Party neulich auf dem Burgfeld, die Fischer nach Friedberg holte, zog trotz Regenwetters viele junge Leute an. Aber Techno-Gewummer auf der Seewiese? Sonntagabends? Unwahrscheinlich.

Zu wenig Bedienungen

»Der Sonntagabend hat sich nicht mehr rentiert«, sagt Festwirt Franz Widmann. In den letzten Jahren habe man Blasmusik spielen lassen oder auch eine Verlosung organisiert. »Da kamen nur 100 bis 200 Leute. Das lässt sich wirtschaftlich einfach nicht darstellen«, sagt Widmann. »Ich habe Verantwortung für 100 Mitarbeiter zu tragen, muss die Musikkapellen bezahlen.«

Am Samstagabend sei eine Bedienung krankheitsbedingt ausgefallen. Widmann macht aber auch keinen Hehl daraus, dass es für Gastronome immer schwieriger werde, geeignetes Personal zu finden. »Das betrifft die gesamte Gastronomie. Selbst Traditionsgaststätten müssen schließen, weil das Fachpersonal fehlt. Weil keiner mehr bereit ist, am Wochenende oder eben Sonntagabends zu arbeiten.« Gerade im Raum Friedberg sei es »unheimlich schwer«, Personal zu finden.

Widmanns Bilanz nach den ersten drei Tagen fällt dennoch positiv aus. »Wir können zufrieden sein.« Über manche Gäste aber müsse man sich wundern, sagt Widmann und erwähnt einen Gast, der es ablehnte, dass der Kellner zunächst die Getränke bringt und erst dann das Essen. »Der wollte das gleichzeitig serviert bekommen. Wir sind kein 5-Sterne-Haus. Das geht von den Abläufen her nicht.« Andere Gäste wollten zwar feiern und Musik hören, konsumierten aber kaum etwas. »Wir verlangen keinen Eintritt, müssen Personal und Musikkapellen bezahlen.« Irgendwo müsse das Geld herkommen.

Was nicht in Facebook stand, aber doch viele Gäste störte: Im Festzelt darf geraucht werden. Das ist aber kein Spezifikum des Friedberger Herbstmarktes, das ist im Hessischen Nichtraucherschutzgesetz so festgelegt. Zur Freude der Raucher und zum Ärger der Nichtraucher.

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