28. Oktober 2018, 23:36 Uhr

Acht Wetterauer im Landtag

In Wiesbaden gab es eine herbe Wahlschlappe; doch zumindest in der Wetterau konnte die CDU aufatmen: Alle drei Direktmandate gingen wie vor fünf Jahren an die Union. Auch wegen der guten Ergebnisse von Grünen und der AfD werden fünf weitere Wetterauer im neuen Landtag in Wiesbaden sitzen.
28. Oktober 2018, 23:36 Uhr
Drei der acht neuen Wetterauer Landtagsmitglieder sind am Abend im Friedberger Kreishaus: Tobias Utter (CDU, l.), Lisa Gandl (SPD, 2.v. l.) und Kathrin Anders (Grüne) im Gespräch mit Pressesprecher Michael Elsaß (3. v. l.), Michael Kuger (AfD), Wolfgang Patzak (FDP, 2. v. r.) und Peter Zeichner (Linke, r.). (Foto: Nici Merz)

Im Wetterauer Norden (Wahlkreis 27) holte Landtagspräsident Norbert Kartmann 31,2 Prozent und gewann erneut das Direktmandat – so wie er seit 1987 bei Landtagswahlen jedes gewonnen hat.

Auch die Wetterauer CDU-Vorsitzende Lucia Puttrich schnappte sich bei ihrer ersten Kandidatur (sie hatte für Klaus Dietz übernommen) das Direktmandat im Wetterauer Osten (Wahlkreis 26) und setzte sich mit ca. 29 Prozent gegen Hauptkonkurrentin Lisa Gnadl (SPD, ca. 23 Prozent) durch. Gnadl, die vor drei Wochen zum dritten Mal Mutter geworden ist, wird dank Listenplatz 8 dem Landtag ebenfalls wieder angehören.

Im Wetterauer Süden (Wahlkreis 25) hätte Tobias Utter (CDU) wegen seines Landeslistenplatzes 36 im Falle einer Niederlage zittern müssen. Er gewann mit ca. 30 Prozent aber dann doch souverän gegen Mirjam Fuhrmann (SPD), die mit ca. 20 Prozent sogar noch hinter dem Grünen-Kandidaten Clemens Breest (ca. 21 Prozent) landete.

Bei den Grünen war die Laune ohnehin blendend: Mit der 35-jährigen Bad Vilbelerin Kathrin Anders zieht erstmals eine Grünen-Politikerin aus der Wetterau, immerhin der drittgrößte Flächenkreis in Hessen, in den Landtag ein. Ihr Listenplatz 19 reicht für einen Sitz in der neuen Fraktion. Sie hatte bei der Landtagswahl vor sechs Jahren bereits respektable 10,3 Prozent der Stimmen im Wetterauer Süden geholt.

Wieder im Landtag ist auch der frühere Justizminister Jörg-Uwe Hahn (FDP). Er stand auf Platz sechs der Landesliste und wird damit weiter in Wiesbaden Politik machen – wie bereits seit dem 5. April 1987. . Für Hessens Linke hat es diesmal sicher für einen Platz im Landtag gereicht – der »Wetterauer« Anteil ist aber verschwunden: Gabi Faulhaber war vor zwei Jahren als Nachrückerin in die Linke-Fraktion gekommen; nun stand sie nicht mehr auf einem vorderen Listenplatz. Die 65-Jährige will Platz für Jüngere machen.

Zwei AfD-Abgeordnete

Das erste vorläufige Endergebnis, das bereits gegen halb neun eintrudelte, ließ aufhorchen: 23,3 Prozent für die AfD; noch vor CDU, Grünen und SPD. Es kam aus Hirzenhain, sollte aber keinen Fingerzeig für das Gesamtergebnis liefern. Die Rechtspopulisten, 2013 noch vornehmlich als Euro-Kritiker angetreten, kamen kreisweit bei den Zweitstimmen auf 13,6 Prozent – mit großen regionalen Unterschieden: Im eher ländlichen Osten (Wahlkreis 26) holte sie 11,5 Prozent, im Süden mit den größeren Städten Bad Vilbel, Friedberg und Karben (Wahlkreis 25) 17,6 Prozent.

Grüne vor der SPD

Mit dem früheren Polizeibeamten Klaus Herrmann aus Butzbach und Unternehmensberater Andreas Lichert aus Bad Nauheim werden zwei Wetterauer in der AfD-Fraktion sitzen. Herrmann gilt dabei als der gemäßigtere Vertreter. Der 43-jährige Lichert pflegte Kontakte zu den rechtsextremen Identitären und war bis vor Kurzem Vorsitzender des Instituts für Staatspolitik, der neurechten Denkfabrik, die auf dem Gut des Verlegers Götz Kubitschek ansässig ist.

CDU und SPD waren auch in der Wetterau die Verlierer der Wahl. Die CDU kam kreisweit (nach der Auszählung von 259 von 287 Wahlbezirken, d.Red. ) auf 28,4 Prozent (minus 13,7 Prozent) und blieb immerhin stärkste Partei. Zweistellige Verluste musste auch die SPD hinnehmen, die – die drei Wetterauer Wahlkreise zusammengerechnet – auf 18,9 Prozent (minus 11,9 Prozent) kam.

Die Sozialdemokraten wurden dabei von den Grünen überholt: 19,5 Prozent (plus 9,5 Prozent) der Wetterauer machten ihr Kreuz bei der wohl neuen Volkspartei. Die FDP kommt auf 7,3 Prozent (plus 3,9 Prozent), die Linke auf 4,9 Prozent (minus 0,3 Prozent), die Freien Wähler auf 3,8 Prozent (plus 2,1 Prozent).

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