18. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Achtung Polizei!

Alles auf Band: So arbeitet die Videostreife

Die Polizei setzt verstärkt auf Videokameras, zum Beispiel in Einsatzfahrzeugen. Die sogenannte Videostreife ist auch in der Wetterau unterwegs und hat sich schon in einigen Situationen bewährt.
18. Oktober 2019, 11:00 Uhr
Aufnahme läuft: Mit der Videokamera im Streifenwagen kann Christian Ochs etwa Autos und Lkw filmen, die keine Rettungsgasse bilden. Für die Fahrer wird es dann teuer. (Fotos: nic/pv)

Eine Streife der Polizei wird zu einem Unfall auf der A 5 gerufen. Auf dem Weg dorthin stellen die Beamten fest, dass viele Fahrer keine Rettungsgasse bilden. Statt allerdings vor Ort jeden Verkehrssünder einzeln aufzunehmen, drückt ein Polizist einen kleinen Knopf. Der startet eine Videoaufnahme, die alle Verstöße bis zur Unfallstelle aufzeichnet.

Was hier beschrieben wird, ist eine sogenannte Videostreife. Die ist für die Autobahnpolizei Mittelhessen mit Sitz in Butzbach im Einsatz. Die im Streifenwagen eingebaute Technik erlaubt es, während der Fahrt Aufnahmen zu machen und sie später auszuwerten. So können sich die Polizisten zunächst ihren Hauptaufgaben, der Unfallaufnahme und der Räumung der Unfallstelle, widmen.

Videostreife in der Wetterau: Vieöe Verstöße in kurzer Zeit

In einem Pilotprojekt testet die Polizeiautobahnstation Mittelhessen die Videostreifen seit einiger Zeit in der Wetterau. »Sie werden hauptsächlich zur Verkehrsüberwachung und zur beweiskräftigen Dokumentation von Verkehrsverstößen aller Art eingesetzt«, sagt Gerold Reitz, Leiter der Polizeiautobahnstation. Im September konnte eine Videostreife bei einem Einsatz auf der A 5 innerhalb von einer Stunde 214 Verstöße aufdecken. Die gefilmten Fahrer hatten eine Sperrung der linken Spur durch ein rotes X auf der Verkehrsbeeinflussungsanlage missachtet und wurden dafür im Nachhinein mit einem Bußgeld von 90 Euro und einem Punkt in Flensburg bestraft.

Nicht nur in solchen Fällen wird die Videostreife aktiv. Auch Fahrer, die auf der Standspur fahren, die das Überholverbot missachten, mit Handy am Ohr unterwegs sind, den Mindestabstand nicht einhalten oder schneller als erlaubt fahren sind im Visier der Beamten.

Die Technik mit hochauflösenden Kameras erlaubt es, gleichzeitig nach vorne und hinten, während der Fahrt und aus dem Stand zu filmen. Die Aufnahme lässt sich per Knopfdruck starten und jederzeit wieder beenden. »Die Auswertung erfolgt später am Computer«, sagt Erster Polizeihauptkommissar Reitz.

Videostreife in der Wetterau: Künftig Kameras in jedem Fahrzeug

Bisher ist die Videostreife nur auf den Autobahnen in der Wetterau unterwegs. »Außerhalb der Autobahnen sind die entsprechenden Polizeistationen zuständig«, sagt Reitz. Wie viele Autos schon mit der Videotechnik ausgerüstet sind, will er nicht sagen. »Es ist jedoch vorgesehen, dass künftig alle Streifenfahrzeuge der Polizeiautobahnstation mit den Videosystemen ausgestattet werden und es bald mit jedem Funkwagen möglich ist, Verstöße auf Knopfdruck aufzunehmen. Somit muss jeder Verkehrsteilnehmer damit rechnen, dass Fehlverhalten im Sichtbereich eines Streifenfahrzeuges von diesem aufgezeichnet und von der Streife zur Anzeige gebracht wird«, sagt Reitz. Zusätzlich gebe es sogenannte Provida-Streifen, Zivilfahrzeuge mit Video-Ausstattung.

Mit Erfolg: »Der Einsatz der Videostreifen hat sich in der Praxis außerordentlich gut bewährt«, sagt Reitz. »Es können mit wenig Aufwand Verstöße aufgezeichnet werden. Und zwar in Situationen, in denen zunächst andere Dinge im Vordergrund stehen.« Bisher sei aber leider noch keine Verhaltensänderung der Verkehrsteilnehmer zu erkennen. Vielmehr würden in kurzer Zeit viele Verstöße festgestellt. »Das dürfte sich ändern, wenn sich der Rund-um-die-Uhr-Einsatz von Videosystem in den Streifenfahrzeugen der Autobahnpolizei Mittelhessen herumgesprochen hat.«

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