18. Oktober 2019, 18:08 Uhr

Alternative zum Umzug ins Heim

18. Oktober 2019, 18:08 Uhr
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Aus der Redaktion
Besichtigen das Gebäude im Willi-Holzmann-Ring (v. l.): Björn Schuck, Holger Wenisch, Beate Bertsch-Tobisch, Stephanie Becker-Bösch und Herbert Unger. (Foto: prw)

Noch liegt etwas Baustellengeruch in der Luft, doch in wenigen Tagen werden die ersten Gäste die neue Tagespflege im Willi-Holzmann-Ring in Florstadt besuchen können. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch informierte sich über den Stand des Neubaus bei einem Besuch gemeinsam mit Bürgermeister Herbert Unger, Beate Bertsch-Tobisch, Bereichsleiterin bei der Awo Hessen-Süd, den Architekten und Bauherren und dem Leiter der Einrichtung, Holger Wenisch.

Björn Schuck und Timo Blumenstock sind Eigentümer des Wohnhauses mit 17 Wohneinheiten, alle seniorengerecht gebaut: »Auch in Zeiten der guten Bauwirtschaft kann man zeitnah solche Bauvorhaben umsetzen. In der Öffentlichkeit denken viele Menschen, dass nicht gebaut werden kann. Doch es funktioniert: Gute Planung und stringente Umsetzung ergeben innerhalb der veranschlagten Bauzeit ein funktionales und ansprechendes Gebäude.«

Gemeinsam essen und musizieren

16 Tagespflegeplätze stehen im Erdgeschoss für pflegebedürftige Menschen zur Verfügung. »Unsere Tagespflege richtet sich an alle älteren - auch demenziell erkrankte - Menschen, die tagsüber in netter Gesellschaft sein möchten. Wir gehen individuell auf den jeweiligen besonderen Betreuungsbedarf ein und unterstützen beim Erhalt der körperlichen und geistigen Fähigkeiten«, sagte Beate Bertsch-Tobisch.

Die Angebote in der Tagespflege sind breit gefächert und reichen vom gemeinsamen Frühstück, Mittagessen und Kaffeetrinken über gemeinsames Musizieren, kreatives Gestalten und Spielen sowie Konzentrations- und Gedächtnistrainings bis hin zu Bewegungsangeboten.

»Eine Betreuung in der Tagespflege hat viele Vorteile für ältere Menschen: Statt alleine zu Hause zu sein, verbringen sie ihren Tag in einer gemütlichen Atmosphäre zusammen mit anderen«, sagte Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. »Ein weiterer Vorteil ist, dass pflegende Angehörige entlastet werden. Die Tagespflege ermöglicht Angehörigen vielfach die Vereinbarkeit von Pflege und Beruf.«

Der Florstädter Bürgermeister Herbert Unger zeigt sich sehr zufrieden: »Die Tagespflege ist ein wichtiger Baustein in der Sozialstruktur der Stadt Florstadt. Mit der Awo, die ja auch schon unser Marie-Juchacz-Haus nebenan betreibt, haben wir einen kompetenten Partner in der teilstationären Betreuung.«

Neben ambulanten Pflegediensten und vollstationären Pflegeheimen sind Tagespflegen ein Angebot, das eine hohe Nachfrage erfährt. »Ich wünsche mir deshalb, dass in der Wetterau weitere Tagespflegeangebote eingerichtet werden, denn die Betreuung in der Tagespflege ist eine echte Alternative zu einem Umzug in ein Altenwohnheim. Betreuungs- und pflegebedürftige ältere Menschen werden so unterstützt, dass sie so lange wie möglich in ihrer vertrauten Umgebung wohnen bleiben können. Für unsere älter werdende Gesellschaft gute Angebote wohnortnah anzubieten ist das wichtigste Ziel für eine soziale Nachhaltigkeit in unserer Wetterau«, sagte Sozialdezernentin Becker-Bösch zum Abschluss.



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