12. September 2019, 14:00 Uhr

Dorferneuerung

Amtshaus in Kaichen: Es dauert und wird teurer

Es gibt Probleme bei der Sanierung des Amtshauses an der Laichener Weed. Die Kosten sind erheblich gestiegen, die Fertigstellung verzögert sich. Die Grünen und die CDU äußern Kritik am Verhalten der Verwaltung.
12. September 2019, 14:00 Uhr
Seit rund einem Jahr wird das Amtshaus an der Kaichener Weed saniert. Nicht dokumentierte Schäden treiben die Kosten laut Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel jetzt in die Höhe. (Foto: udo)

Die Sanierung des Amtshauses an der Kaichener Weed wird erheblich teurer als erwartet. Schuld daran sind offenbar die Zimmererarbeiten.

Laut Aussage von Bürgermeister Dr. Bernhard Hertel Ende August habe noch kein klärendes Gespräch zwischen der Stadt, dem Architekten, dem Statiker und dem Zimmermann stattgefunden. Die steigenden Kosten resultieren seines Erachtens nach daraus, dass das Gutachten, das der Ausschreibung der Zimmererarbeiten zugrunde lag, nur einen Teil der Schäden und Kosten dokumentiere. In den nächsten Wochen soll ein klärendes Gespräch folgen.

Die Grünen hatten eine umfangreiche Anfrage an den Magistrat wegen der Verzögerung und der Verteuerung gerichtet, die Bürgermeister Hertel zur letzten Stadtverordnetenversammlung schriftlich beantwortete: Die übrigen Gewerke, also Trockenausbau, Estricharbeiten, Elektroarbeiten, Heizung, Lüftung und Sanitär, seien ausgeschrieben worden, wobei die Angebote um 50 000 Euro unter den veranschlagten Kosten gelegen hätten. Die eingesehenen Bautagebücher seien in Ordnung gewesen. Ein Fachanwalt sei noch nicht in Kenntnis gesetzt worden. Es existiere ein Finanzierungsplan, der überarbeitet werde, sobald das letzte Nachtragsangebot für das Gewerk Zimmerei vorliege. Es bestehe ein Bauzeitenplan, der zeitnah aktualisiert werde.

Fertigstellung nun Anfang 2020

Eine Verlängerung für das im August ausgelaufene Dorferneuerungsprogramm sei beantragt worden. Dass kürzlich nicht mehr gearbeitet wurde, liege daran, dass die Nachträge der einzelnen Gewerke noch nicht vorgelegen hätten. Die Gewerke Trockenbau, Estrich, Heizung, Lüftung und Elektro seien derzeit ausgeschrieben worden. Mit Kosten von 200 000 Euro für diese Arbeiten werde momentan kalkuliert. Die Baumaßnahmen sollen Anfang 2020 fertiggestellt sein.

Die Grünen wollen sich mit diesen Ausführungen nicht zufrieden geben. Oliver Seuss erklärt auf Anfrage: »Wir sind mit der Beantwortung ganz und gar nicht zufrieden. Hier wird wieder versucht, Schlamperei und inkompetentes Handeln zu verschleiern.« Seuss fasst zusammen: »Wir werden eine weitere Anfrage stellen müssen, da wir erheblichen Erklärungsbedarf sehen, warum der Magistrat und vornehmlich der Bürgermeister nicht mit der notwendigen Ernsthaftigkeit daran arbeiten, die Vorgaben des Hessischen Haushaltsrechtes, der Vergaberichtlinien, der Rechnungsprüfungen und viele andere Vorschriften einzuhalten.« Besonders in Zeiten einer vorläufigen Haushaltsführung sei dies »ein geradezu fahrlässiges Verhalten.«

CDU-Fraktionssprecher Gerhard Einhoff erläutert auf Anfrage: »Die Antworten zeigen uns, dass die Verwaltung trotz der immens angestiegenen Kosten nicht das Gespräch mit den Verantwortlichen wie dem Gutachter oder dem Architekten gesucht und keine Klärung herbeigeführt hat.« Es müsse dringend ein Fachanwalt mit der Überprüfung des Sachverhaltes beauftragt werden. Es bestehe die Gefahr, dass Fristen für Regressansprüche verstreichen und die Zeche wieder die Bürger Niddatals bezahlen würden.

Von Bürgermeister Hertel war trotz wiederholter Anfrage keine aktuelle Stellungnahme zu erhalten.

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