02. Juli 2019, 19:11 Uhr

Attraktion im Dorfmittelpunkt

02. Juli 2019, 19:11 Uhr
Der dritte Zunftbaum hat Schilder aus Metall. Auf ihnen sind die verschiedenen Berufe abgebildet, die im Laufe der Zeit in Södel ausgeübt wurden. (Fotos: sto)

Endlich ist er wieder da: Der Södeler Zunftbaum ist bereits zweimal kaputtgegangen und musste ersetzt werden. Jetzt, am Tag der offenen Tür der Feuerwehr wurde er zum dritten - und hoffentlich letzten Mal - wieder aufgestellt.

Im Jahr 2002 hat Södel seine 1200-jährige Ersterwähnung begangen. Als Monument dieses Ereignisses wählten die Organisatoren, sprich die Gemeinde Wölfersheim sowie die Mitglieder des Vereins »Dorfgemeinschaft Sodila« (so der einstige Name des Ortes), die Aufstellung eines Zunftbaumes. An jenem waren Zunftschilder von 30 Berufen angebracht, die im Laufe der Jahrhunderte dort ausgeübt wurden und auch das Dorf prägten.

Sowohl der Baum als auch die Schilder waren aus Holz. An jenem vergänglichen Material nagte der Zahn der Zeit, und der erste Baum fiel einem Sturm zum Opfer. Auch dessen Nachfolger, ebenfalls aus Holz, erging es nicht besser. Deshalb entschloss man sich in Södel, nun einen dritten Zunftbaum mit den Zunftschildern aus Metall aufzustellen. Dies setzten die Organisatoren am Tag der Offenen Tür um. »Elf Meter misst der Baum«, sagte Lothar Reitz, der Vorsitzende des Dorfgemeinschaft Sodila. Reitz würdigte Helmut Alt, der einst der Ideengeber eines Södeler Zunftbaums war.

Brücke zur Södeler Geschichte

Nach dem Gottesdient in der benachbarten Kirche wurde das hoffentlich nun länger existierende Denkmal Södeler Geschichte bei Klängen des Posaunenchors Södel/Melbach in den blauen Himmel gehievt. Insgesamt drei Choräle spielten die Kirchenmusiker während der vormittäglichen Feierstunde.

Pfarrerin Julia Marburger unterstrich, der Baum stehe für alle einstigen Berufe, die die Dorfgemeinschaft über Jahrhunderte ausdrückte. Sie unterteilte den Baum in drei Bereiche - die Wurzel, den Stamm und die Krone. Die Krone bezeichnete Pfarrerin Marburger als Sahnestück eines jeden Baumes. Wie die Blätter wechselten, so änderten sich auch die Berufe. Der Stamm diene der Standhaftigkeit und sei die Verbindung zwischen Krone und Wurzel, die das tragende Fundament des Gesamtgebildes sei, das schon immer Anziehungspunkt von Menschen war.

Bürgermeister Eike See äußerte die Überzeugung, dass dieser dritte Zunftbaum der letzte sei. Hier im Mittelpunkt des Dorfes unweit von Kirche, Brunnen, Wirtshaus, Feuerwehr und ehemaligem Rathaus, am Beginn des im Jubiläumsjahr angelegten Zukunftspfades Sodila mit seiner ökologischen Nachhaltigkeit werde das Dorfleben gelebt. See ging auf die zahlreichen Neubürger von Södel ein. Der Ort sei jener in der Gesamtgemeinde, der in der Anzahl der Bewohner und in der Fläche am meisten gewachsen sei. Der Zunftbaum solle gerade für jene Menschen die Brücke zur Södeler Geschichte und Identität sein und werden.

Anschließend öffnete die Freiwillige Feuerwehr ihre Türen zum Tag der offenen Tür. In diesem Jahr hatte man unter anderem auf das traditionelle Entenrennen verzichtet, um den »Tieren« die Strapazen bei den tropischen Temperaturen zu ersparen. Ansonsten stand unter anderem für die jüngsten Besucher wieder die beliebte Hüpfburg zur Verfügung.

Höhepunkt des Nachmittags war die Übergabe des neuen Feuerwehrfahrzeugs an die hiesige Wehr. Von seinem Vorgänger mussten sich die Södeler nach TÜV-Ansichten trennen. Bürgermeister See und der Gemeindebrandinspektor Roland Bender überreichten dem Södeler Wehrführer Roland Wagner die Schlüssel für den Mannschaftstransportwagen und wünschten bei den hoffentlich wenigen Einsätzen immer eine glückliche Hin- und Heimfahrt.

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