Wetterau

Auf Tour im hessischen »Urwald«

23 Kinder erschienen am vereinbarten Treffpunkt, um einen Tag in der Obhut von fünf BUND-Aktiven an »Dr. Schmidts Teich« zu erleben. Das Angebot, ihre Rucksäcke mit dem Auto zum Ziel bringen zu lassen, wurde einhellig abgelehnt. Nein, die Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren wollten ihr Gepäck selbst an das Teichgelände tragen. Nach einer guten halben Stunde hatten sie zu Fuß voller Erwartung das Biotop erreicht.
09. August 2017, 20:19 Uhr
Redaktion
Betreuer Norbert Schön (l.) zeigt den neugierigen Kindern, wie man ohne Feuerzeug ein Feuer entfacht. 	(Foto: pv)
Betreuer Norbert Schön (l.) zeigt den neugierigen Kindern, wie man ohne Feuerzeug ein Feuer entfacht. (Foto: pv)

23 Kinder erschienen am vereinbarten Treffpunkt, um einen Tag in der Obhut von fünf BUND-Aktiven an »Dr. Schmidts Teich« zu erleben. Das Angebot, ihre Rucksäcke mit dem Auto zum Ziel bringen zu lassen, wurde einhellig abgelehnt. Nein, die Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren wollten ihr Gepäck selbst an das Teichgelände tragen. Nach einer guten halben Stunde hatten sie zu Fuß voller Erwartung das Biotop erreicht.

Hier angekommen, teilte man sich in vier Gruppen. Edith Schütte, eine Mitgestalterin des Biotops und Frau der ersten Stunde des BUND Rosbach, erzählte vom Anlegen des Teichs und der Bepflanzung. Dabei konnten sich die Kinder im alten Fotoalbum Bilder der Entstehung anschauen. Beim Marsch zum Zufluss des Beunebach in den Teich erlebte die Gruppe, wie es sich anfühlt, durch einen »Urwald« zu gehen. Aber Brennnessel, Waldreben und sumpfiger Untergrund wurden letztlich mit Bravour gemeistert.

Norbert Schön zeigte, wie man Feuer auch ohne Streichhölzer entfachen kann, mit Brennglas und Birkenrinde. Er schürte das Feuer, auf dem später das Mittagessen bereitet werden sollte. Christina Schön bastelte mit den Kindern Behausungen für »Ohrenkriecher« mit Blumentöpfen, Stroh und Draht, die die Kinder natürlich mit nach Hause nehmen konnten. Biologe Gerd Joachim untersuchte mit den wissbegierigen Kindern das Leben im Teich und seiner Uferzone und entdeckte nicht nur Wasserläufer und Raubwanzen. Becherlupen und Okular machten auch kleinste Lebewesen sichtbar.

Nach all dem Lernen kam der Spaß im Wasser nicht zu kurz. Während sich die einen zum Schwimmen in den Teich stürzten, versuchten sich andere bei der Beherrschung des Ruderbootes und des Surfbretts. Die Kinder erkundeten den See vom Wasser aus. Teichmummel und Seerose zum Anfassen, Ufer mal nicht vom Land aus gesehen.

In der Zwischenzeit hatte Norbert Schön für ein wärmendes Feuer für die fröstelnden Wasserratten gesorgt und das Mittagessen vorbereitet. Die Würstchen vom Grill und die gestifteten Kuchen fanden großen Anklang bei den hungrigen Naturfreunden.

Zu schnell ging der Tag am Teich zu Ende, aber die Eltern warteten ja auf die Rückkehr ihrer Sprösslinge. Zu erwähnen sind auch noch Henry, Boxerrüde von Norbert, ein ausgemachter Kinderfreund, und Marie, die kleine Mischlingshündin von Christina Schön, bei der Ähnlichkeiten mit einem Mops nicht zufällig sind. Beide wurden von den Kindern liebevoll umsorgt.

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