21. September 2019, 12:00 Uhr

Baulücke

Aus fürs »Sang-Center« Investor hat Grundstück verkauft

Eigentlich hätte es längst in die Höhe wachsen sollen; als »Herzstück« im Neubaugebiet an der B 455, direkt neben dem Kreisel. Doch das »Sang-Center« mit Seniorenheim, Apotheke, Bäckerei, Friseur und Rewe-Supermarkt lässt auf sich warten.
21. September 2019, 12:00 Uhr
Die letzte Freifläche im Neubaugebiet Sang wird noch einige Zeit unbebaut bleiben. Der Eigentümer hat das Areal verkauft, ein Teil geht zurück an die Stadt. (Foto: Nici Merz)

Ob es überhaupt in der geplanten Form kommt, ist unklar. Der Investor, die GHI aus Linden, hat das Areal verkauft. Offenbar gab es Schwierigkeiten bei der Finanzierung des 32-Millionen-Euro-Vorhabens.

Beim ersten Spatenstich im April 2018 lächelten die Projektpartner noch in die Kamera. Mittlerweile sind die Mienen verfinstert. »Es ist erschreckend, wie man so mit Geschäftspartnern umgehen kann«, sagt Mathias Neumayer, Geschäftsführer der MENetatis GmbH, die in dem Gebäudekomplex eine Altenpflegeeinrichtung mit 84 Plätzen betreiben wollte. Doch der Ende 2017 geschlossene Vertrag mit der »Entwicklungsgesellschaft Rosbach in der Sang«, einer Tochter-GmbH der GHI Projektentwicklung aus Linden, sei obsolet. Die Gesellschaft habe das Areal verkauft. Darüber ist MENetatis laut Neumayer lange Zeit überhaupt nicht informiert worden. »Letztlich wurden wir vor vollendete Tatsachen gestellt«, kritisiert er die GHI und deren geschäftsführenden Gesellschafter Jörg Fischer, der trotz mehrerer Kontaktversuche für die WZ nicht erreichbar war.

Wie gemunkelt wird, ist die GHI in Geldnöten. Schon bei anderen Vorhaben gab es Probleme, etwa beim Wohnturm Lahntower in Gießen, wo diverse Baumängel festgestellt worden waren. Einige Gesellschafter der GHI wollten in der Folge aussteigen.

In Rosbach ist nun plötzlich die Stadt gefragt, das »Sang-Center«-Areal als letzten Baustein aus dem damaligen Investorenwettbewerb zu retten. Wie Bürgermeister Steffen Maar der WZ sagte, habe die Stadt ihren Grundstücksanteil, der eigentlich an GHI verkauft werden sollte - etwa ein Drittel des 9000 Quadratmeter großen Areals -, wieder zurückerhalten. Die anderen zwei Drittel seien verkauft, man befinde sich in Verhandlungen mit dem neuen Eigentümer, bestätigte Maar, ohne Namen zu nennen. Er betonte jedoch, der neue Investor strebe an, die Pläne (siehe weiterer Artikel) unverändert umzusetzen. Es würden aber auch andere Optionen geprüft.

Zumindest zwei der Ankermieter haben Gesprächsbereitschaft signalisiert: MENetatis verhandelt laut Neumayer bereits mit der Stadt. Denkbar sei für ihn auch ein autarkes Seniorenheim allein auf der städtischen Fläche. Und auch die Rewe-Group, die auf der gegenüberliegenden Straßenseite ihr Verwaltungsgebäude hat, will den Standort laut Sprecherin Anja Krauskopf nicht aufgeben. Ob ein Rewe- oder Penny-Markt kommt, sei aber noch offen.

Wichtig wäre ein Gebäudekomplex auch für die neuen Bewohner des Baugebiets, da das »Sang-Center« planerisch als Lärmschutz fungieren sollte. Bürgermeister Maar betont: Eine sechs Meter hohe Wand aufzustellen, komme für die Stadt nicht infrage.

Das war geplant

Für 32 Millionen Euro wollte GHI auf dem 8668 Quadratmeter großen Grundstück am Ortseingang zwei L-förmige Gebäude errichten. Realisiert werden sollten eine Wohn- und Pflegeeinrichtung mit 84 Pflegeplätzen (Einzelzimmer), Therapieräumen und Demenzgarten auf der Dachterrasse. Auch Betreutes Wohnen mit 22 Apartments hatte der Betreiber MENetatis geplant. Verträge waren auch mit Rewe geschlossen, mit der Rosbacher Apothekerin Dr. Monika Trütschel und der Bäckereikette Schäfer aus Limburg. (hed)

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