20. September 2019, 20:26 Uhr

Ausbildung oder Abi?

Das Schuljahr ist erst ein paar Wochen alt, doch für die Abschlussklassen der John-F.-Kennedy-Schule in Bad Vilbel stellt sich jetzt schon die Frage, was sie nach ihrem Abschluss machen wollen. Um ihnen bei der Entscheidung zu helfen, hat die Schule einen Berufsorientierungstag veranstaltet.
20. September 2019, 20:26 Uhr

Der Abschluss rückt in greifbare Nähe: Zum Ende ihrer Schulzeit stellt sich jungen Menschen die Frage, wie es für sie nach dem Schulabschluss weitergehen soll. Gleichzeitig suchen Unternehmen Nachwuchskräfte. Um potenzielle Bewerber und Anbieter zusammenzubringen, organisiert die John-F.-Kennedy Schule (JFK) für ihre Schüler seit Jahren einen Tag der Berufsorientierung.

Die stellvertretende Schulleiterin Luzie Betz erhielt Zusagen von acht Firmen, die sich und ihre Ausbildungsangebote den Schülern vorstellen wollten. Erstmals präsentierten sich die Stadt Bad Vilbel und das Industrieunternehmen Continental Automotive GmbH aus Karben den Schülern. »Wir legen Wert auf wechselnde Firmen«, sagt Schulleiter Markus Maienschein.

Zur Information und zum Gespräch mit den Schülern aus je drei zehnten Real-, neunten Haupt- und achten Realschulklassen sowie vier Schülerinnen aus dem Georg-Büchner-Gymnasium (GBG) standen Ausbilder, Mitarbeiter und Azubis bereit. Sie kamen von der Stadt Bad Vilbel, dem Frankfurter Bauunternehmen Krieger & Schramm, der Provadis-Gruppe aus Frankfurt-Höchst, dem Dienstleister Remondis, der Karbener FLG Automation AG, dem Altenzentrum Heilsberg, der Bundespolizei und der Continental Automotive GmbH.

Wie sich herausstellt, wollen viele Schüler nach der Mittleren Reife eine weiterführende Schule besuchen, um ihr Abitur oder Fachabitur zu machen und anschließend zu studieren. So wie etwa Etienne (17) aus Nieder-Erlenbach, der bei der Bundeswehr Psychologie studieren möchte oder der Vilbeler Bicer (17), der nach dem Abi Lehrer oder Polizist werden will. Suna (15) aus Büdesheim will ihr Fachabi im sozialen Bereich machen, um später in einem Kindergarten zu arbeiten.

Die Erwartungen der Schüler an einen Ausbildungs- und Arbeitsplatz fassen die Schüler so zusammen: »Wir wünschen uns eine qualifizierte Ausbildung in einem Unternehmen, dass uns später Weiterbildung und Aufstiegschancen bietet.« Wichtig für die Teenager seien auch ein gutes Arbeitsklima, Fairness und Kommunikation im Betrieb.

Gute Übernahmechancen

Der Großteil der Schüler aber ist noch unschlüssig. Vertreter aus Verwaltung, Pflege und Firmen informierten sie über die Möglichkeiten in ihrem Unternehmen und unterschiedliche Berufe. Darunter Berufe wie Pflegefachmann, Mechatroniker, Gerüstbauer, Maler, Lackierer, Zerspanungsmechaniker, MINT-Berufe, Baufacharbeiter, Fachkraft für Abwassertechnik, Gärtner im Zierpflanzenbau, Verwaltungsfachangestellter, Polizist bei der Bundespolizei oder Erzieher.

Der Leiter der Technischen Berufsausbildung Frank Seidenthal von Continental sagte zum Tag der Berufsorientierung: »Wir finden bei solchen Maßnahmen oft Azubis. Dabei sind die Lehrer für uns Multiplikatoren, denen wir wie den Schülern Einblicke in unsere Berufe und ein duales Studium geben.«

Azubi Oliver Elsner informierte über den Beruf des Mechatronikers. »Ich habe mich nach einem Schülerpraktikum bei Continental und dem Abi an der Kurt-Schumacher-Schule für eine Ausbildung zum Mechatroniker beworben. »Eine Bewerbung, ein Treffer«, berichtet der 19-Jährige den Schülern. »Ich wollte nicht studieren. Der Beruf des Mechatronikers setzt sich aus den drei Sparten Mechanik, Informatik und Elektronik zusammen. Er ist abwechslungsreich, deckt so unterschiedliche Arbeitsbereiche wie Werkstatt, Produktion und Entwicklung ab. Ich bin im zweiten Lehrjahr und die Ausbildung ist so wie ich sie mir nach dem Schülerpraktikum vorgestellt habe. Zudem gibt Continental Stipendien für den Besuch der Meisterschule oder eines Technikstudiums.« Ein weiteres Plus sei die Übernahme nach der Ausbildung. Diese stellen auch die beiden Polizeihauptmeister Carolin Lühmann und Felix Schmitt von der Frankfurter Außenstelle der Bundespolizei Akademie in Lübeck in Aussicht. »Im vergangenen Jahr kamen 36 000 Bewerber auf 3000 Stellen.«

Die Bundespolizei sei die Feuerwehr der Polizei, die in 13 Einsatzbereichen auf dem Land, in der Luft und auf See aktiv ist. Für Realschüler attraktiv sei der Mittlere Dienst als Kontroll- oder Streifenbeamter. Wichtig sei die Team- und Belastungsfähigkeit, die Bereitschaft auch am Wochenende zu arbeiten. »Wir wollen Praktiker haben, die schnell agieren können. Bewerbt euch, ihr habt nichts zu verlieren.«

Das sagten auch die acht städtischen Mitarbeiter, die den Schülern die Bereiche und Berufe in der Verwaltung, Gärtnerei, Kindergärten und Kläranlage vorstellten. Die Lehrer empfehlen den Schülern nach dem Hauptschulabschluss oder der Mittleren Reife erst über eine Ausbildung nachzudenken und sich dann gezielt weiter zu qualifizieren.

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