25. Juli 2019, 21:23 Uhr

BI traut dem Braten nicht

25. Juli 2019, 21:23 Uhr
Ronald Berg überreicht der Vorsitzenden der Naturschutzgruppe, Sabine Tinz, einen Scheck über 500 Euro. (Foto: pm)

»Die Burg bleibt windradfrei« titelte die WZ im November. Hintergrund war der Wegfall der Windvorrangflächen bei Wohnbach aus dem finalen Teilplan »Erneuerbare Energien«. Demnach dürfen wegen des Denkmalschutzes keine Windräder in der unmittelbaren Nähe zu Burg Münzenberg aufgestellt werden, so die Aussage des Regierungspräsidiums. Die Bündnis zum Schutz des Lebensraumes und der Kulturlandschaft Münzenberg/Rockenberg (BLuK), das jahrelang gegen die Windkraftanlagen gekämpft hatte, traut dem Braten allerdings noch nicht.

Bei der Mitgliederversammlung, die kürzlich im Burghotel Münzenberg stattfand, berichteten der Vorsitzende Ralf Koch und sein Stellvertreter Ronald Berg (er ist auch FWG-Politiker) über den aktuellen Stand in Sachen Windräder bei Wohnbach. Die vier Anlagen, die die Firma NWind GmbH aus Hannover bauen möchte, werden vom RP Darmstadt nicht genehmigt, freuten sich die BI-Vertreter. Sie erinnerten allerdings an das Widerspruchsverfahren, das seit Anfang 2018 läuft. Der Investor hatte damals Rechtsmittel gegen die Ablehnung des RP eingelegt. Auch die Stadt Münzenberg beteilige sich rechtlich am Verfahren gegen das Vorhaben, gab Bürgermeisterin Dr. Isabell Tammer in der Versammlung bekannt. Die Windräder würden die Sichtbeziehungen zur Burg unwiderruflich zerstören, so ihre Begründung. Deshalb habe man eigens eine Anwaltskanzlei eingeschaltet.

Widerspruchsverfahren läuft

NWInd hatte damals geklagt, da man »nicht einmal auf Flächen Windenergie erzeugen kann, die zuvor raumplanerisch als für diesen Zweck geeignet eingeschätzt wurden« Der Windpark sei schließlich extra im Windvorranggebiet geplant worden.

Nun ist dieses wie berichtet aus dem Plan geflogen. Wie Ronald Berg in der Versammlung erinnerte, habe die BLuK bereits vor zwei Jahren im Rahmen der zweiten Offenlegung einen Einwand gegen das Vorranggebiet erarbeitet und beim RP eingereicht. Dieser habe neben den denkmalschutzrechtlichen Bedenken auch viele Argumente des Artenschutzes beinhaltet, etwa das Vorkommen von Horsten des Rotmilan, so die Ausführungen von Beisitzerin Sabine Tinz.

»Diese Arbeit war nun erst einmal umsonst«, lautet Bergs Einschätzung. Die Regionalversammlung habe mit den Stimmen von CDU, SPD und Grünen für den neuen Flächennutzungsplan gestimmt; die einstige Vorrangfläche sei nur eine sogenannte Weißfläche. Sie werde daher noch einmal zur Stellungnahme öffentlich ausgelegt. »Damit fängt alles von vorne an.« Es gelte weiterhin für diesen Bereich das Privilegierte Bauen im Außenbereich. »Das heißt, sollte eine neue Genehmigung beantragt werden, geht wieder alles in die Offenlage.« Jedoch kann man die Entscheidung des RP, die Windvorrangfläche zu streichen, auch als klares Zeichen an die Bürger und interessierte Unternehmen werten, dass künftig definitiv keine Windräder vor der Burg stehen werden. Zumal es sich bei der Umwidmung als Weißfläche um eine Formalie handeln dürfte. Denn Flächen, die nach der zweiten Offenlage der Entwürfe im Jahr 2016 geändert werden mussten, durften nicht automatisch als Ausschlussraum gelten, sondern mussten als Weißflächen zunächst ausgenommen werden

Die BI rechnen damit, dass sich das entsprechende Planänderungsverfahren noch zwei Jahre hinzieht. Ebenso das Widerspruchsverfahren. Berg sagte, er hoffe weiterhin auf Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Sache sei noch nicht vorbei - nichtsdestotrotz könne sich der Verein nun auch anderen Aufgaben widmen. Er bedankte sich noch einmal ausdrücklich bei der Naturschutzgruppe Stadt Münzenberg und überreichte eine Spende von 500 Euro.

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