16. Juli 2019, 19:32 Uhr

Beet-Begeisterung im Burggarten

16. Juli 2019, 19:32 Uhr
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Aus der Redaktion
Die Paten treffen sich rund zwei Monate nach der Pflanz-Aktion zu einem Umtrunk im Burggarten und tauschen sich an ihren Hochbeeten aus. Die Hitzephase der letzten Wochen sieht man dem Gemüse, den Kräutern und dem Obst nicht an. (Fotos: pm)

Anlässlich des Friedberger Frühlingsmarktes am ersten Maiwochenende waren die Hochbeete im Burggarten und auf dem Elvis-Presley-Platz reich bestückt worden: Nun, fast zwei Monate später, trafen sich die Hochbeet-Paten zum kleinen Umtrunk und Austausch an ihren Hochbeeten im Burggarten.

Die Hitzephase der letzten Wochen sieht man dem Gemüse, den Kräutern und dem Obst nicht an. »Da gibt es noch einiges zu ernten«, sagt Ulf Berger und grinst. Er hegt und pflegt nicht nur sein eigenes Hochbeet, sondern auch das der Werbegemeinschaft »Friedberg hat’s«. Auch Verena Berlich freut sich über den guten Ernteertrag und vor allem, dass sich heuer keine »Langfinger« an ihrem Beet vergriffen haben. »Stimmt nicht ganz«, wendet ihr Partner Michael Bender ein: »Diesmal ist unsere Schiefertafel geklaut worden.« Leider sei dies nicht die einzige Tafel, die plötzlich gefehlt und das Hochbeet namenlos gemacht habe, weiß Sigrid Bartsch vom Kulturamt. »Und das waren sicher keine Jugendlichen!« Nach wie vor sei man aber sehr davon angetan, dass im Großen und Ganzen die Hochbeete sehr pfleglich behandelt würden.

Blattläuse und Ameisen mögen sich

Das ist wichtig, schließlich findet hier auch Unterricht statt. Swantje Vogt, Lehrerin am Burggymnasium, pflegt hier mit ihrem Bio-Leistungskurs ebenfalls ein Hochbeet und kann so ganz nebenbei Unterrichtselemente aus der Theorie in die Praxis heben. Zum Beispiel die Symbiose zwischen Blattläusen und Ameisen. Die Blattläuse werden von den Ameisen gehegt und gepflegt. Sie transportieren sogar deren Larven an die weichen Blattspitzen, damit sie ihrerseits etwas zurückgeben. Es ist ein süßer Nektar, den die Blattläuse ausscheiden, wenn die Ameisen mit ihren Antennen den Blattlaushintern berühren. Die Ameisen trommeln so lange auf den Hinterleib der Blattläuse, bis diese den süßen Honigtau ausscheiden. Die Ameisen ernähren sich davon oder füttern ihre Brut damit. Für diesen gegenseitigen Vorteil werden die Blattlauskolonien von den Ameisen gegen jeden Feind verteidigt, der sie überwältigen könnte.

Wissensvermittlung stand für Jochen Ruths vom Modehaus Ruths nicht im Vordergrund. Vielmehr hatte er schon bei der Pflanzenbestellung das fertige Gericht im Sinn: »Bohnegemies mit Kartoffele und klassisch als Beilage Solberfleisch.« So ist seine Freude groß, dass die Bohnen viel Ertrag versprechen und auch das Bohnenkraut zum geschmacklichen Abrunden sprießt.

Besondere Aufmerksamkeit, auch beim Patentreffen, zog das Imker-Ehepaar Ruppel auf sich. In diesem Jahr betreibt es nicht nur ein Hochbeet, sondern hat auch einen Bienenschaukasten aufgestellt. Klar, dass die »Gärtner« viele Fragen hatten, die von den beiden Fachleuten freudig beantwortet wurden. Der Bienenkasten wird noch einige Zeit im Burggarten bleiben, sodass sich weiterhin die Gelegenheit bietet, geschützt durch eine Glasscheibe, Bienen aus der Nähe zu beobachten. Und spätestens beim Abschluss von »Friedberg zum Anbeißen« mit Burggarten-Café und Kostproben aus den Hochbeeten am Sonntag, 8. September, stehen Ruppels wieder Rede und Antwort. Dann werden die Imker bestimmt auch wieder an ihren Wunsch erinnern: viel mehr blühende Pflanzstreifen im Burggarten.



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