09. August 2019, 14:00 Uhr

Elvis-Vereinsvorsitzender

»Bin für einen Neuanfang angetreten«

Der Elvis-Presley-Verein trägt die Städte Bad Nauheim und Friedberg in seinem Namen. Doch in der Kurstadt ist der Klub kaum aktiv. Präsident Günter Kiefer möchte das ändern.
09. August 2019, 14:00 Uhr
Elvis hat’s ihm angetan: Günter Kiefer neben der Elvis-Stele am Hotel Grunewald in Bad Nauheim. Das Motiv symbolisiert den Willen des neuen Vereinspräsidenten, das Verhältnis zur Stadt Bad Nauheim zu verbessern. (Foto: Nici Merz)

Herr Kiefer, Sie wohnen in Bad Soden am Taunus, recht weit entfernt von der Wetterau. Was hat Sie im Juni 2018 bewogen, sich an die Spitze des Elvis-Presley-Vereins Bad Nauheim-Friedberg wählen zu lassen?

Günter Kiefer : Ich bin mal beim Elvis Weekend dabei gewesen. Das weckte mein Interesse. Fan bin ich seit 1977, seit dem Tod von Elvis. An diesem Tag kam ich aus der Schule, die ganze Zeit ist Musik von ihm im Radio gelaufen. Vorher hatte ich keinen Bezug zu Elvis. Irgendwann habe ich in der Zeitung vom Elvis Weekend gelesen. Damals habe ich eine Karte für die Bustour »G.I. Blues« gewonnen. Das hat Spaß gemacht, ich bin dem Verein beigetreten. Eines Tages bin ich zum Vizepräsidenten gewählt worden, im Juni 2018 dann zum Präsidenten: Mein Vorgänger war zurückgetreten, ich war bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Und die Entfernung ist kein Problem?

Kiefer: Nein, der alte Präsident kam aus Wiesbaden, der hatte es noch ein Stück weiter. Über die A 5 bin ich relativ schnell in Bad Nauheim und Friedberg. Die Termine vor Ort halten sich in Grenzen.

In der Bevölkerung wird der Elvis-Verein seit geraumer Zeit als Friedberger Klub wahrgenommen. Alle Veranstaltungen wie Mitgliedertreff, Elvis Weekend oder Jubiläumsfeier sind in der Kreisstadt. Wäre es nicht Zeit für eine Namensänderung?

Kiefer: Im Gegenteil. Es ist Zeit für eine Veränderung im Verhalten. Wir heißen Elvis-Presley-Verein Bad Nauheim-Friedberg. Für uns sind beide Städte sehr wichtig, Bad Nauheim als Wohnort, Friedberg als Dienstort von Elvis. Ich bin auch mit dem Ziel angetreten, in Bad Nauheim aktiver und präsenter zu sein. Ich habe kürzlich zum Beispiel mit mehreren Mitgliedern die Einweihung der Elvis-Ampel in Bad Nauheim besucht, habe mich dem Bürgermeister und Ersten Stadtrat vorgestellt und Kooperationsbereitschaft gezeigt. Nach Ansicht des Vorstands gab es in der Vergangenheit zu wenig Verbindung zwischen Bad Nauheim und Friedberg. Das wollen wir ändern. Ich habe auch Kontakt mit der Vorsitzenden der Elvis-Presley-Gesellschaft aufgenommen, die in Bad Nauheim das Festival mitorganisiert.

Vor zehn Jahren kam es zum Streit zwischen Vorstand und Stadt Bad Nauheim. Seitdem ist der Elvis-Verein nicht mehr Mitveranstalter des Festivals, organisiert stattdessen zeitgleich das Weekend in Friedberg. Ist das Verhältnis des Vereins zu den Verantwortlichen in der Kurstadt immer noch belastet?

Kiefer: Es gibt unter unseren Mitgliedern teilweise gewisse Vorbehalte. Aber der Vorstand ist pro Bad Nauheim. Was vor meiner Zeit war, ist vergessen. Ich bin angetreten, um einen Neuanfang zu machen. Deshalb der Kontakt zur Bad Nauheimer Magistratsspitze und zur Vorsitzenden der Elvis-Presley-Gesellschaft.

Welche Vereinsaktivitäten könnten Sie sich konkret in Bad Nauheim vorstellen?

Kiefer: Ich gebe offen zu, dass es noch keine konkreten Vorstellungen gibt. Wir hatten die Idee, die »G. I.-Blues«-Bustour zusammen mit Bad Nauheim zu veranstalten und haben darüber mit der Elvis-Presley-Gesellschaft gesprochen. Letztlich ist es am Zeitplan gescheitert. Die Bustour dauert sehr lange, zeitgleich kommt es zur Festival-Eröffnung in Bad Nauheim. Der Leiter der Tour ist allerdings der Meinung, dass die Rundfahrt bis 18 Uhr dauern muss. Es werden verschiedene Drehorte angefahren, da kann man nichts weglassen. Das ist zwar gescheitert, war aber ein Anfang. Es geht zurzeit darum, sich ein wenig zu beschnuppern und Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. Ein Ausdruck des Willens zur Kooperation ist der Fan-Pendelbus zwischen beiden Städten.

Das diesjährige Elvis Weekend und das Elvis-Festival bieten eine geballte Ladung an musikalischen und anderen Höhepunkten. Ist der Zuschauerzuspruch aus Ihrer Sicht ausreichend, um ein solch umfangreiches Programm zu rechtfertigen?

Kiefer: Wir als gemeinnütziger Verein sind nicht bestrebt, Gewinn zu machen. Wir wollen null auf null rauskommen, und das gelingt uns beim Elvis Weekend.

Was macht für Sie eigentlich die Faszination Elvis aus?

Kiefer: In erster Linie ist es die Musik, sein breitgefächertes Repertoire. Elvis hat ja unter anderem Gospel, Rockabilly, Blues, Country und Rock ’n’ Roll gesungen. Die wahnsinnig tolle Stimme über annähernd drei Oktaven macht was aus. Seine Ausstrahlung, sein Aussehen sind wichtig, das sage ich sogar als Mann. Auch sein Auftreten finde ich gut, er war ein netter Kerl. Die Zeitzeugen im Verein, die ihn kennengelernt haben, schildern Elvis als netten Jungen von nebenan.

Hat sein tragisches Ende dazu beigetragen, dass Elvis immer noch so viele Anhänger hat?

Kiefer: Sein tragisches Ende spielt vielleicht eine Rolle. Das hat auch bei Leuten wie James Dean, Marilyn Monroe oder - aktueller - Amy Winehouse dazu beigetragen, dass sie unvergessen bleiben. Bei Elvis ist zudem der Zeitgeist der 50er und 60er Jahre von Bedeutung. Die Kleidung änderte sich, unter der Jugend herrschte Aufbruchstimmung.

Ein Fan kann aus Zeitgründen nur drei Veranstaltungen des Elvis Weekends 2019 besuchen. Für welche Termine sollte er sich entscheiden?

Kiefer: Das ist eine gute Frage. Im Museum ist der Besuch von Kampfsportler Bill Wallace auf jeden Fall ein Highlight. Ein Karatekämpfer, der Elvis persönlich kannte, weil er ihn trainiert hat und mit ihm befreundet war. Bill Wallace ist der absolute Höhepunkt. Was die Musik angeht, nenne ich stellvertretend Michael Aden, Sigi Oster und Cheyenne Janas. Außerdem die »G. I.-Blues«-Bustour.

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