24. Januar 2019, 12:09 Uhr

Seuchenschutz

Blauzungenkrankheit: Wetterau wird zum Sperrgebiet

Zum Seuchenschutz hat die Verwaltung den Wetteraukreis am Donnerstag zum Sperrgebiet erklärt. Zuvor waren Fälle der Blauzungenkrankheit bei Nutztieren in einer kritischen Entfernung aufgetreten.
24. Januar 2019, 12:09 Uhr
Eine von der Blauzungenkrankheit betroffenen Kuh. (Foto: dpa)

Nachdem in Deutschland immer wieder Fälle der Blauzungenkrankheit bei Nutztieren aufgetreten sind, ist auch die Wetterau zur Sperrzone erklärt worden. Der Wetteraukreis hat am Donnerstag die entsprechende Allgemeinverfügung zu den erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit erlassen wegen des Ausbruchs der Seuche in Baden-Württemberg, im Saarland und zuletzt in Rheinland-Pfalz, wie der Kreis am Donnerstagmittag mitteilt. „Der Wetteraukreis liegt im Radius des 150 km umfassenden Sperrgebietes in dem die Krankheit zuletzt aufgetreten ist. Deshalb ist diese Maßnahme unumgänglich“, sagt Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch.

Blauzungenkrankheit
Die Blauzungenkrankheit befällt Schafe (Bild), Rinder und Kühe.

Das bedeutet nun: Wiederkäuer dürfen ohne Genehmigung der Veterinärbehörde nicht aus dem Sperrgebiet verbracht werden. Halter von Wiederkäuern, wie Rindern, Schafen und Ziegen, die ihre Tiere im Sperrgebiet halten, müssen sie bei der zuständigen Veterinärbehörde melden. Außerdem gelten Beschränkungen für den Handel mit Rindern, Schafen und Ziegen. Das gilt vor allem dann, wenn die Tiere in Regionen gebracht werden sollen, in denen die Krankheit bisher nicht aufgetreten ist.

Die Tierhalter dürfen Rinder, Schafe und Ziegen ohne Impfung nicht aus dem Sperrgebiet  bringen, schreibt der Wetteraukreis. Die Sonderregelung einer virologischen Blutuntersuchung gelte nur noch bis Ende Februar. „Daher ist es zwingend erforderlich, Rinder-, Schaf- und Ziegenbestände im Wetteraukreis zeitnah impfen zu lassen. So können Wiederkäuer wirksam vor einer Infektion mit dem Virus geschützt und Tiere aus den Sperrgebieten heraus gehandelt werden“, so Gesundheitsdezernentin Stephanie Becker-Bösch. Das Sperrgebiet wird aufgrund rechtlicher Vorgaben mindestens zwei Jahre bestehen bleiben müssen.

 

Blauzungenkrankheit: Besteht eine Ansteckungsgefahr für Menschen?

Die Blauzungenkrankheit ist eine virusbedingte Infektion insbesondere der Rinder und Schafe. Empfänglich sind auch Ziegen, Neuweltkameliden und Wildwiederkäuer. Das Virus wird von kleinen blutsaugenden Mücken (Gnitzen) übertragen. Die Erkrankung ist durch eine Entzündung der Schleimhäute (Lippen, Maulschleimhäute, Euter und Zitzen), Gefäßstauungen, Schwellungen und Blutungen gekennzeichnet. Eine ausreichende Impfabdeckung in der empfänglichen Tierpopulation schütze vor einer Ausbreitung der Erkrankung, so der Kreis. Menschen könnten sich nicht anstecken.

Der gesamte Text der Allgemeinverfügung wird in den Amtlichen Bekanntmachungen des Wetteraukreises veröffentlicht und ist im Internet einsehbar unter https://www.wetteraukreis.de/aktuelles/amtliche-bekanntmachungen/ 

Für Fragen steht der Wetteraukreis, Fachdienst Veterinärwesen, Infektions- und Verbraucherschutz unter der Telefonnummer 06031-832401 zur Verfügung.

Info

Ausbreitung der Seuche in Hessen

Bereits am Dienstag war die Sperrzone in Hessen wegen der Blauzungenkrankheit von Tieren ausgeweitet worden: Mehr als die Hälfte der Landesfläche war schon zu diesem Zeitpunkt Sperrgebiet, wie das Umweltministerium mitteilte. Für mehr als 11 000 Betriebe, in denen insgesamt rund 400000 Rinder, Schafe und Ziegen gehalten werden, gelten seitdem  Beschränkungen. In Hessen selbst ist nach Angaben einer Sprecherin des Umweltministeriums vom Dienstag noch kein Fall der Blauzungenkrankheit bekannt geworden. Zuletzt ist die Seuche nach Ministeriumsangaben im rheinland-pfälzischen Bad Kreuznach ausgebrochen. Die Kreise in Süd- und Mittelhessen gehören demnach nun fast vollständig zum Sperrgebiet; einzige Ausnahme seien wenige Gemeinden im nordöstlichen Vogelsbergkreis, die noch nicht dem Sperrgebiet angehören. Auch in anderen Bereichen liegen einzelne Gemeinden im Sperrgebiet, betroffen sind hier Teile der Landkreise Waldeck-Frankenberg, Fulda und des Schwalm-Eder-Kreises.Am Mittwoch ist das Sperrgebiet auch in Nordrhein-Westfalen vergrößert worden. Es umfasst weite Teile des Sauerlands und des Bergischen Lands sowie die Landeshauptstadt Düsseldorf. (dpa)
 

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