02. Juli 2019, 16:30 Uhr

Stadtparlament Friedberg

Blühstreifen in Feld und Flur: Schwarze für mehr Grün

Grün, grün,grün sind alle meine Anträge: Die Friedberger Stadtverordneten sorgen sich alle um die Natur. So bestand Einmütigkeit über den Antrag der CDU, künftig mehr Blühstreifen anzulegen.
02. Juli 2019, 16:30 Uhr
Es grünt und blüht rund um Friedberg. Damit das so bleibt, sollen in Feld und Flur mehr Blühstreifen angelegt und Scherrasen in Blühflächen umgewandelt werden. So wie hier in Ockstadt mit Blick auf den Adolfsturm. (Foto: Nici Merz)

Die CDU sorgt sich um die Artenvielfalt. Die intensiv bewirtschaftete Ackerbauregion rund um Friedberg sei relativ eintönig. Bäume und Sträucher gliederten die freie Landschaft lediglich entlang von Wetter, Usa und Straßbach. Auch entlang der Wirtschaftswege und Feldränder fehlten artenreiche Säume aus ein- und mehrjährigen Pflanzen. Zudem sei die biologische Vielfalt durch Klimaveränderungen gefährdet.

Die CDU hatte daher in der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, um zusammen mit Jagdpächter Roman Lack in dessen 533 Hektar großem Feldjagdrevier Blühflächen anzulegen. Um natürliche Lebensräume zu erhalten und Flora und Fauna zu stärken, sollen auf städtischen, nicht befestigten landwirtschaftlichen Wirtschaftswegen Wildkräuter eingesät werden. Die meist wenig genutzten Wirtschaftswege könnten weiter durch die Landwirte befahren werden.

Blühende Wegränder und Graswege seien Lebensräume für Insekten und andere Kleintiere, aber auch für Feldhasen und Vögel. Ziel der Maßnahme ist laut CDU-Fraktionsvorsitzendem Olaf Beisel, Wildbienen, Faltern, Feldlerche und Rebhuhn, aber auch Feldhamster, Hase und Reh einen Rückzugsort anzubieten. Die Pflanzensamen seien Nahrung für viele Vögel. Durch die Aussaat heimischer und standortgerechter Wildkräuter werde auch den Pflanzen wieder die Möglichkeit der Ansiedlung gegeben.

Was Blühstreifen bewirken

Durch die Auswahl verschiedener Pflanzen blühen solche Flächen während der gesamten Vegetationszeit und bieten vor allem im Spätsommer und Herbst, wenn sonst wenig blüht, Insekten ein breites Nahrungsangebot. »Diese eigens angelegten Flächen fördern die biologische Vielfalt in der Wetterauer Agrarlandschaft«, sagte Beisel. Je größer die biologische Vielfalt, umso leichter sei die Anpassung an (klimatische) Änderungen und damit die Sicherung unserer Lebensgrundlagen. Nur ein intakter Naturhaushalt biete frisches Trinkwasser, saubere Luft, fruchtbare Böden, Roh- und Arzneistoffe, Erholungswert, aber auch eine bessere Anpassung an den Klimawandel. Beisel: »Wir und die nachfolgenden Generationen sind auf den Erhalt der biologischen Vielfalt angewiesen.«

Mehr Bäume für den EPP

»Das ist ein grüner Tag« frohlockte Carl »Baumbart« Cellarius (Grüne) in einem ausführlichen Wortbeitrag, in dem er die Geschichte der Grünen in Friedberg und weltweit Revue passieren ließ. Achim Güssgen-Ackva (FDP) konterte dies mit dem Hinweis, dass es die FDP gewesen sei, die das erste Umweltprogramm in Deutschland aufgelegt habe. Im Ausschuss für Stadtentwicklung soll außerdem über die Umwandlung von Scherrasen in Blühflächen diskutiert werden. Ebenfalls im Ausschuss beraten wird der Antrag »Grünes Friedberg« der Linken. Sven Weiberg forderte mehr Bäume für den Elvis-Presley-Platz und eine Park-ähnliche Gestaltung eines Teils der Seewiese.

Bei aller Einmütigkeit zeigte sich am Ende doch, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt. Während Cellarius meinte, es fehlten aufgrund von Fällungen »jede Menge Bäume in der Stadt«, erinnerte Bürgermeister Dirk Antkowiak (CDU) daran, dass in den letzten drei Jahren mehr Bäume gepflanzt als gefällt wurden. »Das habe ich neulich schon in epischer Breite vorgetragen.«

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