21. März 2019, 14:00 Uhr

Genehmigung fehlt

Brunnenbohrung im Sprudelhof wird verschoben

Im Frühsommer sollte es losgehen mit der Bohrung einer neuen Heilquelle im Bad Nauheimer Sprudelhof. Doch daraus wird nichts: Das Bergamt lässt sich mit der Genehmigung viel Zeit.
21. März 2019, 14:00 Uhr
2011 sind die alten Brunnenfassungen im Sprudelhof untersucht worden. Eine Sanierung ist verworfen worden, stattdessen soll eine neue Heilquelle gebohrt werden.

Erst wurde das Jahr 2018 genannt, dann sollte der Startschuss im Frühsommer 2019 fallen, tatsächlich geht es vielleicht 2020 los: Die Rede ist von der geplanten Bohrung eines neuen Heilwasserbrunnens im Bad Nauheimer Sprudelhof. Wie bei allen Arbeiten, die sich in dem Jugendstil-Ensemble vollziehen sollen, kommt es auch bei diesem Projekt zu Verzögerungen. Den Grund nennt Frank Thielmann, Geschäftsführer der Stiftung Sprudelhof: »Das Bergamt hat die Bohrung noch nicht genehmigt. Wann die Prüfung der Unterlagen beendet wird, ist derzeit nicht absehbar.« Sein Zeitplan wird über den Haufen geworfen.

Die Vorgeschichte der heiklen Angelegenheit reicht bis 2011 zurück. Damals wurden die drei bestehenden, etwa 110 Jahre alten Bohrlöcher untersucht, aus denen die bekannte Sole sprudelt, der die Kurstadt ihr »Bad« vor dem Ortsnamen verdankt. Nach der Kamerabefahrung waren die Experten vor acht Jahren optimistisch, kleinere Schäden in der Bohrlochfassung mit dem Inlinerverfahren beheben zu können.

Treffer in 200 Metern Tiefe?

Es folgten jahrelange Diskussionen, ehe sich Bergamt und Stiftung endlich für eine andere Lösung entschieden: Zwischen den beiden bestehenden Sprudelbecken soll eine neue Quelle gebohrt werden, Geologen hoffen, in einer Tiefe von 200 Metern auf Sole zu stoßen. Die Sanierung der alten Löcher wurde letztlich abgelehnt, weil sie zu teuer und vermutlich nicht zielführend sein würde. Die Hauptprobleme – Austritt der salzigen Sole ins Grundwasser und mögliche Ausgasung von giftigem CO2 in die Kellerräume des Sprudelhofs – könnten mithilfe einer Instandsetzung wahrscheinlich nicht gelöst werden.

 

Zunächst hieß es, die Bohrung, die etwa 18 Monate in Anspruch nehmen wird, soll 2018 beginnen. Doch dieses Ziel erwies sich schnell als unrealistisch, da die Stiftung den Antrag erst im Sommer letzten Jahres beim Bergamt in Darmstadt einreichte. Diese Behörde ist für die Förderung von Bodenschätzen zuständig, zu denen die Sole gehört.

Geschäftsführer Thielmann terminierte den Arbeitsbeginn für den Frühsommer 2019, auch daraus wird nichts, wie sich kürzlich herausstellte. In der letzten Wochen hatte Thielmann mit dem Bergamt telefoniert. Die Verantwortlichen der Behörde konnten allerdings nicht sagen, wann die Prüfung der Unterlagen abgeschlossen sein wird.

Viel Kritik an Plänen

Deshalb kann der Startschuss nicht in diesem Jahr fallen. »Es handelt sich um eine sehr komplexe Maßnahme. Es könnte sein, dass das Bergamt deshalb besonders vorsichtig und intensiv prüft«, sagt der Geschäftsführer. Kann er eine Bohrung im kommenden Jahr garantieren? Nein, aufgrund der Dauer, die solche Genehmigungsverfahren manchmal in Anspruch nehmen, möchte sich Thielmann nicht festlegen.

Die Bohrung der neuen Quelle wird in Bad Nauheim ohnehin sehr kritisch betrachtet. Stoßen die Geologen überhaupt auf Sole? Wird die Sole die gleiche Qualität haben wie das Heilwasser, das bisher sprudelt? Reichen die 8 Millionen Euro aus, die für das Projekt bereitgestellt werden? Solche Fragen bewegen Politiker und andere Bürger. Die Verschiebung des Arbeitsbeginns hat laut Theilmann immerhin einen positiven Nebeneffekt: »Alle Großveranstaltungen wie Jugendstilfestival, Weinfest oder Christkindlmarkt können auch in diesem Jahr im Sprudelhof über die Bühne gehen.« (Archivfoto: nic)

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