Wetterau

Cannabis-Sucht bleibt Problem

Alkohol, Drogen und Glücksspiel haben Suchtpotential. Wer mit seiner Sucht kämpft, wer Beratung und Hilfe sucht, für den ist das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe (ZJS) eine wichtige Anlaufstelle. Träger des Zentrums ist JJ, der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe aus Frankfurt. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch stellte jetzt den Jahresbericht 2018 des ZJS vor. Mehr Menschen haben das Beratungsangebot genutzt. 916 Personen im Vergleich zu 870 wurden erreicht. 4 415 Beratungs- und Behandlungstermine (3 815) wurden ermöglicht.
30. August 2019, 21:02 Uhr
Redaktion
Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch und Hans Peter Krämer, Leiter des ZJS, gehen den Bericht durch. 	(Foto: prw)
Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch und Hans Peter Krämer, Leiter des ZJS, gehen den Bericht durch. (Foto: prw)

Alkohol, Drogen und Glücksspiel haben Suchtpotential. Wer mit seiner Sucht kämpft, wer Beratung und Hilfe sucht, für den ist das Zentrum für Jugendberatung und Suchthilfe (ZJS) eine wichtige Anlaufstelle. Träger des Zentrums ist JJ, der Verein Jugendberatung und Jugendhilfe aus Frankfurt. Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch stellte jetzt den Jahresbericht 2018 des ZJS vor. Mehr Menschen haben das Beratungsangebot genutzt. 916 Personen im Vergleich zu 870 wurden erreicht. 4 415 Beratungs- und Behandlungstermine (3 815) wurden ermöglicht.

Bedarf an Schulen sehr hoch

Was die Substanzen angeht, so sind die Zahlen für 2018 unverändert zu 2017: Mit 37 Prozent hatte Cannabis den größten Anteil, dicht gefolgt von Alkohol mit 31 Prozent, Opiate und Methadon machen 15 Prozent aus, Amphetamine und Ecstasy acht Prozent, Kokain und Crack fünf Prozent, andere Substanzen ein Prozent und Medikamente 0,5 Prozent. Spielsucht und Medienkonsum stehen mit zwei Prozent in der Statistik des ZJS. 663 Männer und 253 Frauen nutzten das Angebot. 167 Personen kamen aus dem sozialen Umfeld, rund 106 Vermittlungen gingen von stationären Einrichtungen aus. 27 Personen (36) wurden von der Fachkraft der Fachstelle für Pathologisches Glücksspiel beraten.

Bei Beratungsende 2018 hatte sich für 91 Prozent der Konsumstatus verbessert (40 Prozent abstinent, 38 Prozent verbessert), bei drei Prozent (19 Prozent) blieb er unverändert, und bei sechs Prozent (drei Prozent) hatte er sich verschlechtert.

Das ZJS gliedert sich in verschiedene Fachstellen. Eine ist die Fachstelle Prävention in Schulen, mit einer Sozialarbeiterstelle. Sie bietet Projekte zur Sucht- und Gewaltprävention in weiterführenden Schulen und Institutionen an, zum Beispiel in Jugendzentren, Konfirmandengruppen, Flüchtlingsunterkünften oder Bildungseinrichtungen. Bei 235 Terminen wurden direkt in Schulen 7 600 Personen erreicht. »Zahlen, die den großen Bedarf der Schulen zu den Themen Gewalt und Sucht zeigen«, hebt Becker-Bösch hervor. Die »FreD«-Kurse (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) sollen im kommenden Jahr nicht nur in Friedberg, sondern auch in Büdingen angeboten werden. Die Fachstelle Suchtprävention ist mit einer Sozialarbeiterstelle ausgestattet. Verfolgt wird ein ganzheitlicher Ansatz, denn es sei nachhaltiger, »die gesunden Verhaltensweisen von Menschen zu fördern, als ausschließlich gegen bestimmte Risiken oder Defizite anzukämpfen«, heißt es im Jahresbericht.

Es gibt auch etwas Neues: Das Programm »Klasse - Klasse« für Grundschulen. Es kommt aus der Fachstelle Suchtprävention und wird ein neues Präventionsprogramm für ganz Hessen werden. Bewegung, Ernährung sowie Sucht und Gewaltprävention sollen spielerisch vermittelt werden. Die ersten Wetterauer Schulen, die das Programm einsetzen, sind die Degerfeldschule in Butzbach und die drei Bad Nauheimer Schulen: Stadtschule an der Wilhelmskirche, Sophie-Scholl-Schule und die Wettertalschule.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Cannabis-Sucht-bleibt-Problem;art472,623245

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