30. September 2019, 20:41 Uhr

Chancen erkennen und nutzen

30. September 2019, 20:41 Uhr
Auch was die Kleidung betrifft, ist es ein buntes Fest im Steinfurther Rosensaal. Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, mit verschiedenen religiösen Überzeugungen und vielfältigen sozialen Hintergründen feiern gemeinsam. (Fotos: cor)

Im Rahmen der Interkulturellen Wochen des Wetteraukreises hatten Frauen am Samstagabend wieder die Möglichkeit, sich beim »Fest der Frauen« auszutauschen und einander besser kennenzulernen. Zum dritten Mal in Folge wurde zum »Frauenforum der Vielfalt« in den Steinfurther Rosensaal eingeladen. Schätzungsweise etwa 200 Frauen folgten der Einladung. Geboten wurde ein umfangreiches Programm unter dem Motto »Ankommen in Europa«.

Zum Frauenforum finden sich stets Frauen aus unterschiedlichen Herkunftsländern, mit verschiedenen religiösen Überzeugungen und vielfältigen sozialen Hintergründen zusammen. Gemeinsam gestalten sie auch ein großes internationales Büfett. »Wir feiern ein Fest für Frauen, mit Musik, Tanz, Geschichten, gutem Essen und Trachten«, sagte Moderatorin Fulya Yilmaz. Im Dialog wurden viele Gemeinsamkeiten entdeckt, wie sich bereits während der Diskussionsrunde zeigte.

Im Mittelpunkt stand hier das Thema »Ankommen in Europa«. Im Interview mit Anna-Lena Möller berichtete Nuha Askar von ihren Erfahrungen und Empfindungen. 2015 war sie aus Syrien nach Deutschland gekommen. Ankommen in einem anderen Land - bezeichne dies einen Zeitpunkt? Oder bedeute Ankommen nicht auch Bewegung, etwas Neues, das nach einem besonderen Schritt beginne?, fragte Möller. »Ankommen ist ein dauerhafter Prozess«, antwortete die Mutter zweier Kinder. Ankommen sei mehr als ein Moment, es sei die Entwicklung einer Identität. Das Erlernen der deutschen Sprache, die Suche nach Arbeit, Wohnung, der passenden Schule für die Kinder, all das benötige Zeit. Um irgendwo anzukommen, benötige es immer ein persönliches Ziel.

Nuha Askar ist hier auf dem richtigen Weg: Nach vier Jahren steht sie kurz vor ihrem Masterabschluss, den sie an der Universität Frankfurt absolvieren wird. Ankommen bedeute nämlich auch, Chancen zu nutzen. »Wir sind da auch Vorbilder für unsere Kinder«, sagte Askar. »Wenn wir als Eltern etwas schaffen, dann schaffen das auch unsere Kinder.« Deutschland biete zahlreiche Chancen für eine gute Bildung. Dass ihre Kinder nun diese Chancen erhalten, freut die Englischlehrerin sehr. Viele Frauen diskutierten hier gerne mit und berichteten von ihren Erfahrungen. »Das Ankommen war für mich schon schwierig«, berichtete eine Dame. Vor zehn Jahren kam sie aus ihrem Heimatland Griechenland nach Deutschland. »Der Liebe wegen, ich konnte kein Wort Deutsch.« Auch ihr erstes Ziel sei das Erlernen der Sprache gewesen und auch für sie sei die Zeit des Ankommens ein langer Prozess gewesen.

Bereichert wurde das Programm durch viele Tanzgruppen, darunter der Alternative Tanzclub Bad Nauheim, der gleich mehrere Vorführungen bot. Mit dabei waren auch die Griechische Gemeinde Wetterau, der Verein Rumi Kultur mit einem Henna-Abend-Tanz und Proscovia aus Uganda. Geboten wurde auch Bauchtanz und iranischer Tanz.

Patricia Mayer, Frauenbeauftragte der Stadt Bad Nauheim, und Jutta Fenske und Fulya Yilmaz vom Frauenzentrum Wetterau in Friedberg hatten das Internationale Frauenfest organisiert. Unterstützt wurde die Veranstaltung auch vom Wetteraukreis, vertreten durch Bildungskoordinatorin Anna-Lena Möller.

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