01. Februar 2018, 20:11 Uhr

Damit kein Kind arbeiten muss

01. Februar 2018, 20:11 Uhr
Die Sternsinger der Pfarrgruppe St. Maria Magdalena feiern ihren Abschlussgottesdienst zum ersten Mal ökumenisch. (Foto: hh)

»Ich habe noch nie erlebt, dass 30 Kinder so traurig und still da saßen«, zeigte sich Daniela Michalak betroffen, nachdem die Vier- bis 14-Jährigen gerade den aktuellen Sternsingerfilm gesehen hatten. Dabei ging es um Kinderarbeit in Indien oder wie es einer der Sternsinger auf den Punkt brachte, »um den Alltag nach dem Motto ›Schuften statt Schule‹ «. Die Kinder erfuhren von der achtjährigen Neetu, die von 5 Uhr morgens bis 8 Uhr abends unter giftigen Dämpfen Modeschmuck zusammenlötet oder einem Mädchen, das bereits im Kita-Alter Teppiche knüpft.

Michalak hatte mit Sabine Tschischka und Rita Hadeweg die Sternsingeraktion in der Pfarrgruppe St. Maria Magdalena Dorn-Assenheim und St. Nikolaus Wickstadt koordiniert. Rund 100 Kinder waren mit ihren 40 Betreuern bei Wind und Wetter über zwei Wochen unterwegs, segneten Wohnungen und Häuser und sammelten so mehr als 10 600 Euro. Mit exakt 6418 Euro toppten dabei die farbenfroh gekleideten Kaspars, Melchiors und Balthasars von St. Maria Magdalena einmal mehr die Ergebnisse der Vorjahre. Am Dreikönigstag waren die Gruppen feierlich in die Pfarrkirche eingezogen, nun kamen sie zum Gottesdienst nochmals zusammen und wurden mit großem Applaus empfangen.

»Erstmals treffen wir uns in der konfessionsverbindenden Gemeinschaft mit der evangelischen Kirchengemeinde«, begrüßte Pfarrer Markus Stabel seine Amtskollegin Angela Schwalbe aus Reichelsheim. »Mit dem Segen Gottes habt ihr eine Botschaft zu den Menschen gebracht«, wandte sich Schwalbe gleich an die Sternsinger: »Kein Kind der Welt soll arbeiten müssen, um Geld zu verdienen.« Denn mit den gesammelten Spenden bekämen diese durch den Schulbesuch eine Chance, Armut und Ausbeutung zu entfliehen. Als die hiesigen Jungen und Mädchen vor den Altar traten und sich bei den Spendern bedankten, lobte Stabel: »Indem ihr euch für andere Menschen einsetzt, lebt ihr aktives Christentum.«

Zum Abschluss gab es noch eine Belohnung für die kleinen Könige: Im Pfarrheim wurde ein Schnitzeltopf aufgetischt.

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