26. Juni 2017, 20:37 Uhr

Darmstädter Keramik in Bad Nauheim

26. Juni 2017, 20:37 Uhr
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Aus der Redaktion

Was die großherzogliche keramische Manufaktur in Darmstadt und die Kuranlagen in Bad Nauheim verbindet, darüber sprach Rolf Hinderk Peters kürzlich in der Reihe »Bad Nauheim – Spiegel einer neuen Zeit«.

Bauherr und Eigentümer des Manufakturgebäudes war Großherzog Ernst Ludwig. Sie nahm 1906 den Betrieb auf und stellte bis zum Jahr 1913 hervorragend gearbeitete Produkte her. Geleitet wurde sie von Jakob Julius Scharvogel. Die Keramiken aus Darmstadt wurden sehr positiv bewertet, der wirtschaftliche Erfolg blieb, trotz origineller Werbemethoden, versagt. Töpferwaren nach japanischer Art, Gefäße und Bauelemente wurden produziert.

In Bad Nauheim sind Werke aus der Manufaktur in der Trinkkuranlage und im Sprudelhof zu finden. Es zieren Fliesen, Terrakotten und kleine und größere Einzelteile, mit denen ein Bauwerk individuell gestaltet werden konnte, die Schmuckhöfe der Badehäuser 2, 6 und 7, den Wartesaal von Badehaus 7, das Fürstenbad sowie den Eingangsraum des nicht mehr erhaltenen Fürstenbades im Badehaus 3.

Peters zeigte Bilder und wies auf die verschieden gestalteten Glasuren und unterschiedlichen Farben hin. Er erwähnte den hohen technischen Standard der Manufaktur. Ein Brunnenbecken aus der Trinkkuranlage, ein großes, in einem Stück hergestelltes Objekt, entstand ebenfalls in Darmstadt. Werbegeschenke wie ein Hessen-Löwe oder ein niedlicher Hund, erfreuten die Kunden, die sich in bebilderten Katalogen über das Angebot informieren konnten. Wenn die Presse über neu entstandene Bauten berichtete, fehlte der Hinweis auf die Darmstädter Manufaktur nicht.

Die Kündigung Scharvogels und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs waren einschneidende Ereignisse für die Manufaktur. Die Produktion lief 1919 wieder an. Das Ende war besiegelt, als der Großherzog das Gebäude an eine Thüringer Porzellanfabrik verkaufte.



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