13. November 2018, 20:53 Uhr

Das Klima von Mittelerde

13. November 2018, 20:53 Uhr
Wetterfrosch Fridolin darf bei der Matinee mit Thomas Ranft (l.) und Tim Staeger nicht fehlen. (Foto: lod)

Wer öfter »Alle Wetter« im Hessischen Fernsehen sieht, der kennt Thomas Ranft, den Moderator der fünfzehnminütigen in dieser Form in Europa einmaligen Wetter-Show. Als Experte ist auch HR-Meteorologe Tim Staeger immer mal wieder auf dem Bildschirm zu sehen.

Am Sonntag erzählten die beiden »Wetterfrösche« in einer sehr gut besuchten Matinee im Bibliothekszentrum Klosterbau jede Menge »Wettergeschichten«, von denen sie einige in dem Buch »Alle Wetter« veröffentlicht haben. Das machen sie mit viel Humor, worauf auch schon der Untertitel des Buchs hinweist: »Warum wir Klima nicht fühlen können und Wolken so viel wiegen wie eine Herde Elefanten.«

»Wetter ist sicher genauso spannend wie ein Krimi«, meinte Helmut Schilling, der Vorsitzende des »Freundeskreises der Stadtbibliothek«, der bisher nur Krimi-Lesungen veranstaltet hatte, in seiner Begrüßung. Dass dem so ist, wurde schnell deutlich, ebenso wie die »Arbeitsteilung« des Duos. Ranft, der seit einem Jahr in Rodheim wohnt, ist der Showman und Unterhalter, was nach über 2000 Sendungen seit dem Start von »Alle Wetter« vor fast 17 Jahren nicht wundert. Er gibt unterhaltsam die Themen vor, die dann von Tim Staeger, einem von 60 Redakteuren in der HR-Wetterredaktion, genauer beleuchtet werden.

»Wetter ist immer präsent«, meint Ranft zu Beginn der Matinee. Staeger ergänzt. »Es ist nicht so einfach, wie man denkt.« Diese These untermauerte er anhand des Regens, der gerade abgezogen war: »Der Regen war gestern noch 1000 Kilometer entfernt und ist jetzt schon im Osten Deutschlands. Wetter ist ein globales Phänomen.«

Daher werde die nördliche Halbkugel ständig von den Meteorologen beobachtet. Durch unkorrekte Daten kann es zu falschen Vorhersagen kommen, so wie Weihnachten 1999.

Da lieferte ein Wetterballon in Neufundland falsche Daten, sodass der Wintersturm »Lothar«, der über Süddeutschland zog, nicht prognostiziert wurde. Humorvoll erklärt das Duo, warum es überhaupt Wetter gibt, wie Hoch und Tiefs entstehen, was der Unterschied zwischen Wetter und Klima ist und warum die Menschen Hochs meist als »schönes Wetter« empfinden. Ranft: »Es gibt kein schönes oder schlechtes Wetter. Es kommt auf die richtige Mischung von Hoch- und Tiefdruckgebieten an.« Staeger ergänzt: »Aus meteorologischer Sicht sind Tiefs interessanter.«

Blick in die Zukunft

Zu viele Hochs sorgten in diesem Sommer für Hitze und Trockenheit. Sollte es in den nächsten Monaten nicht genügend regnen, könnte es im nächsten Jahr zu Problemen beim Grundwasser kommen, denn »Grundwasserbildung ist ein langer Prozess«, so Staeger, der erklärte, dass eine 14-tägige Wettervorhersage nicht möglich ist. Dazu Ranft: »Es gibt Computerberechnungen für das Wetter am 24. Dezember. Aber die stimmen nicht.«

Irgendwann verlässt Ranft das Podium und fragt einige Besucher direkt, was sie am Wetter interessiert. Aus ihrem Buch lesen die beiden Autoren nur ganze drei Abschnitte, darunter das Kapitel »Das Klima von Mittelerde«. Englische Meteorologen haben anhand der von Tolkien in seinen Romanen beschriebenen Daten ein Wettermodell für das fiktive Land entwickelt.

»Wettervorhersage ist ein Blick in die Zukunft und ich bin nicht der liebe Gott«, meint Ranft am Ende der Matinee und gibt einen letzten Tipp: »Ziehen Sie nie nach mancherorts, da regnet es immer.«

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