22. September 2019, 18:26 Uhr

Derb, dreist, ehrlich

22. September 2019, 18:26 Uhr

Verwandlungsfähigkeit, Rollentreue und der Charme der Gosse gepaart mit gefährlichem Halbwahrheiten bis hin zu Verschwörungstheorien, dargeboten in wortgewandter Spiellaune - der Freitagabend im Saalbau Lux war ein Abend der Extraklasse: der »Frankfurter Klasse«.

Schon lange nicht mehr war der »Luxe-Saal« einen ganzen Abend über von derart herzlichem Gelächter erfüllt. Anlass dafür war der Auftritt von Tim Karasch und Jochen Döring, bekannt als »Frankfurter Klasse«, die ihr Publikum mit ihrer Milieu-Comedy begeisterte. Eine Klasse-Veranstaltung also, für die der Förderkreis der Karl-Weigand-Schule (KWS), das »BUNTerLEBEN«-Projekt und »Florstadt kulturell« verantwortlich zeichneten.

Rüpelhafter Einstieg

Schon zu Beginn waren Lacher garantiert, als das Duo, zwei Minijobber darstellend, durch den Eingang marschierte, lautstark die Ansagen von Karola Backes-Richter und Rochsane Mentes als Gastgeber unterbrachen und ihre Snacks und Süßigkeiten aus Bauchläden in die Stuhlreihen feuerten. Spätestens beim ersten Spruch wusste jeder Anwesende, was in den nächsten zweieinhalb Stunden auf ihn zukommt: »Oh weh, wie sieht’s denn hier aus? Wir haben lauter Hübsche eingeladen - und nur die Hässlichen sind gekommen…«

Das Duo versteht es brillant, in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und auf deren Niveau zu philosophieren. Gleich ein Dutzend solcher »Philosophen« hat man im Programm.

Dem Florstädter Publikum, das den Künstlern von der ersten Minute an wie gefesselt an den Lippen hing, reichte es, zwei Drittel kennengelernt zu haben, um einen Unterhaltungsabend der Weltklasse zu erleben. Derb, dreist, aber offen und ehrlich werden die unterschiedlichsten Probleme verwurstet. Jede Floskel sitzt, jede Schote trifft, manchmal bleibt einem das Lachen auch im Halse stecken, wenn sich das Duo, das voll aufgeht in seinen Charakteren, bewusst daneben benimmt. Und das alles wird auch noch mit politischem Tiefgang serviert. Grundaussage des Abends: »Mit dem Wählen ist es wie mit dem Zahnarzt - geht man nicht hin, wird alles braun!«.

Das Duo besteht seit 14 Jahren, spielte bereits hunderte Shows und kann mit zahlreichen TV-Auftritten aufwarten. Dort wurden auch Rochsane Mentes und ihr Förderkreis-Vorstand darauf aufmerksam. »Wie die beiden der Welt ›höflich‹ den Spiegel vorhalten und wie sie für Vielfalt und Respekt werben, der Grundphilosophie unserer ›BUNTerLEBEN‹-Projekte - das hat einfach gepasst«, erklärte Rochsane Mentes.

Der begeisterte Besucher erfährt dabei Neues aus der Deutschen Bananen-Republik DBR, über Fundstücke im Nachttisch, dass sich ein Teenie-T-Rex nie Pickel ausdrücken konnte, warum Italiener irgendwann aufhören zu wachsen, woher Mundfäule wirklich kommt, wie man mit Euro-Job und Pfandsammeln zum Doppelverdiener wird und dass eine Stelle als Koch in der Fastenklinik ein Traumjob sein muss.

Wirklich sehr bedauerlich, dass das einer der letzten gemeinsamen Termine in diesem Jahr war, denn das Duo, das das Florstädter Publikum zum »Usain Bolt des Kabaretts« adelte, will sich künftig mehr seinen Solo-Projekten widmen.

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