10. November 2019, 19:13 Uhr

Diakonie beendet Hilfe für Eltern

10. November 2019, 19:13 Uhr
Sabine Mohn (links), Eckhard Sandrock und Regina Bauer vom Diakonischen Werk Wetterau bedauern, die kostenlosen Beratungen beenden zu müssen. (Foto: pm)

Seit Jahrzehnten bietet das Diakonische Werk auch in der Wetterau kostenlose Beratung und Hilfe für Mütter, Väter und pflegende Angehörige an, die eine stationäre medizinische Maßnahme in Form einer Vorsorge oder Reha in einer Klinik der Müttergenesung beantragen. Zum Jahresende wird diese Hilfe aufgrund fehlender finanzieller Mittel eingestellt. Eckhard Sandrock, Leiter des Diakonischen Werks Wetterau, beklagt fehlende Finanzierung seitens Krankenkassen und Politik.

Das Diakonische Werk Wetterau arbeitet als eingetragene Vermittlungsstelle des Müttergenesungswerk-Verbundes. Seit vielen Jahren bemühten sich das Müttergenesungswerk und die Wohlfahrtsverbände auf Landes- und Bundesebene um eine Regelfinanzierung für diese wichtige Arbeit, sagt Sandrock. In der Hoffnung auf einen Erfolg dieser Bemühungen, habe die Diakonie über viele Jahre eigene Mittel bereitgestellt, um die Vermittlungsarbeit aufrechtzuerhalten. »Eigentlich sehen wir die Krankenkassen in der Pflicht, die offensichtlich notwendige Unterstützung bei der Kurbeantragung entweder für ihre Versicherten selbst zu leisten oder - wenn sie an uns verweisen - unsere Dienste auch mit zu finanzieren«, findet er. Von den verantwortlichen Politikern in Land und Bund werde die Arbeit der Wohlfahrtsverbände stets gelobt. »Auf die Konsequenz, die gesetzliche Grundlage zur Finanzierung des Hilfeangebots zu schaffen, warten wir leider seit Jahren vergeblich.«

Laut Sandrock kann das Diakonische Werk die Arbeit nicht unbegrenzt selbst finanzieren und hat deshalb »schweren Herzens« beschlossen, zum Ende 2019 einen Schlussstrich zu ziehen.

Kurvermittlung wird inzwischen nur noch vom Diakonischen Werk und vom Caritasverband angeboten. Allein 2018 waren es 306 Gespräche mit Menschen, welche die Kurvermittlung des Diakonischen Werks in Anspruch nahmen.

Die zwei Mitarbeiterinnen, die das Vermittlungsangebot bisher leisteten, bedauern den Ausstieg sehr. »Frauen werden von Ärzten, Beratungsstellen und vor allem von Krankenkassen selbst zu uns geschickt, weil wir fachkundige Unterstützung bei der Beantragung einer Kurmaßnahme bieten«, berichtet Sabine Mohn, eine der Mitarbeiterinnen für Frauen- und Familiengesundheit. »Oft sind wir Türöffner für Hilfen, die über eine Kurmaßnahme hinausgehen«, ergänzt ihre Kollegin Regina Bauer. »Die Frauen, die zu uns kommen, sind oft so belastet, dass sie weitere Beratung oder längerfristige Therapiemaßnahmen benötigen.«

Bis zum Jahresende können noch Termine für Vermittlungsgespräche vergeben werden. Sandrock: »Wir können den Menschen leider nur raten, zukünftig bei ihren Krankenkassen eine qualifizierte Beratung einzufordern.«

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