19. Juli 2019, 19:23 Uhr

Diebstahl und Bürokratie bereiten Sorgen

19. Juli 2019, 19:23 Uhr

Zusammen mit der Büdinger FDP-Stadtverordneten und Vorsitzenden des Regionalbauernverbandes, Andrea Rahn-Farr, hat der Bad Vilbeler FDP-Landtagsabgeordnete und Landtagsvizepräsident Dr. Jörg-Uwe Hahn den Ockstädter Obstbaubetrieb Rehde besucht, um sich über dessen Arbeit bei der aktuell laufenden Kirschernte zu informieren.

Geschäftsführer Steffen Rehde, führte die FDP-Vertreter über seine Kirschenfelder und sprach hierbei eine Problematik an, die von Jahr zu Jahr zunehme: »Über 15 Prozent des Kirschenertrages werden gestohlen. Die Menschen können mit Eigentumsverhältnissen nicht mehr umgehen und kommen mit ganzen Körben und Taschen.« Rhede berichtete, dass mittlerweile Detektive eingestellt worden seien, die zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten nach Dieben Ausschau hielten. In den ersten vier Tagen der Kirschenernte seien schon elf Strafanzeigen gestellt worden.

Heikles Thema Pflanzenschutzmittel

Rehde machte auch darauf aufmerksam, dass man durch den Mindestlohn nicht mit den Preisen der Importkirschen aus der Türkei und aus Griechenland mithalten könne. Hier merkte er zudem an, dass deutsche Kirschbauern auch einen Wettbewerbsnachteil hätten, da die Landwirtschaft beispielsweise in der Türkei weniger streng reguliert sei und diese auch deshalb einen deutlich geringeren Verkaufspreis erzielen könne. Nach der Besichtigung der Kirschenfelder traf man sich mit den Mitgliedern des Obst- und Gartenbauvereins Ockstadt in einer Halle, in der die Kirschen sortiert und verpackt werden. Die Landwirte berichteten über ihre aktuellen Probleme und Sorgen. »Man betonte, dass viele Bauern aufgrund einer ausufernden Bürokratie überbelastet seien. Zudem bereiten Schädlinge immer wieder Probleme, aus diesem Grund nutze man Pflanzenschutzmittel. Hier beklagten die Landwirte eine zu strenge Regulation. Kein Bauer bringe mehr Pflanzenschutzmittel auf das Feld, als er müsse, betonten die Landwirte und verwiesen hierbei auf die hohen Kosten der Pflanzenschutzmittel. Sie beklagten zudem eine fehlende Planungssicherheit, da Zulassungen für Pflanzenschutzmittel zu spät käme«, heißt es in einer Pressemitteilung der FDP.

Hahn äußerte sich zu den Schilderungen: »Wir benötigen vereinfachte behördliche Zuständigkeiten, und Entscheidungswege müssen standardisiert werden, sodass die Landwirte eine Planungssicherheit erhalten. Zudem ist es sinnvoll, in allen EU-Mitgliedsstaaten ein einheitliches Zulassungsverfahren von Pflanzenschutzmitteln zu erreichen, um gleiche Wettbewerbsbedingungen in landwirtschaftlichen Betrieben herzustellen und Benachteiligungen auszuschließen.«

Der Landtagsabgeordnete lobte die Ockstädter Kirschbauern, die »für unsere Region einen zentralen Beitrag« leisteten. »Sie stellen hochwertige und bezahlbare Früchte bereit. Die Landwirte beklagen zu Recht die bürokratischen Hürden, die Investitions- und Produktionskosten unnötig erhöhen und zusätzlichen Arbeitsaufwand schaffen.«

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